Archive for the ‘Iran’ Category

Der angekündigte Völkermord

Februar 12, 2012

Ayatollah Chomeini nach seiner Rückkehr in den Iran

Vor fünf Tagen verkündete die iranische Website Alef, die eng mit dem iranischen Rahbar (in den westlichen Medien meist Oberster Revolutionsführer genannt) Ayatollah Ali Khamenei verbunden ist, eindeutige Vernichtungsdrohungen gegen Israel und alle Juden.

„Die iranische Regierung hat soeben erneut ein Dokument publiziert, das deutlicher als bisher zur Zerstörung Israels aufruft… Die Forderungen erschienen zunächst auf der islamischen Website Alef, die eng mit dem obersten Führer Ayatollah Ali Khamenei … verbunden ist. Wörtlich heisst es „Wir sollten nicht die Möglichkeit verstreichen lassen, die Juden zu beseitigen“. Es gäbe die „rechtswissenschaftliche Rechtfertigung“, alle Juden zu töten – und Israel zu zerstören – und die „islamische Regierung des Iran muß dabei das Kommando übernehmen“.

Der Text wurde von islamischen Analytiker und Strategen Alireza Forghani verfasst, der Khamenei nahesteht – und wurde auf die meisten Websites der iranischen Regierung übertragen. Der Text erschien auch in den Meldungen der Nachrichtenagentur Fars, die von den Revolutionsgarden kontrolliert wird. Das Papier erklärt, dass der Iran nach islamischen Recht einen Grund hat, einen zerstörerischen Angriff gegen Israel durchzuführen, da Israel Irans Atomanlagen angreifen wolle. Forghani rechtfertigt Angriffe auf Zivilisten unter Berufung auf die von Ayatollah Khomeini benannte Regel, dass Muslime im Dschihad gegen Feinde, die eine islamische Nation aggressiv angehen würden, Krieg führen sollten. Forghani will andere arabische Staaten zum Krieg gegen Israel vereinen.“

Erstaunlicherweise haben deutsche Medien so gut wie nichts darüber berichtet. Die britische Daily Mail war die einzige relevante westliche Zeitung, die einen Artikel zu Khameneis Genozidaufruf brachte. Diese Funkstille ist jedoch kein Einzelfall, die deutschen Medien berichten selten über die Hasspropaganda in Palästina oder neuerdings besonders in Ägypten (wo es schon zu Mubaraks Zeiten Stürmer-ähnliche Hetze gegen Juden gab). Der iranischstämmige Dr. Wahied Wahdat-Hagh hat in der Achse des Guten über Forghanis Artikel berichtet und sich dabei auch die Leserkommentare angeschaut. (more…)

Interview mit einem Mahdi

Dezember 11, 2011

Mahmud Achmedinedschad war bis jetzt noch in keiner deutschen Fernsehshow, er hat lediglich dem Spiegel in Teheran ein sehr amüsantes Interview gegeben. In den USA hat er es weiter gebracht: Er war bereits bei Larry King zu Gast und konnte dort sein Weltbild zur Schau stellen:

In dem Interview, indem Larry King ihn ständig unterbrach, äußert er 3 revolutionäre Erkenntnisse, die seine Forschungen zum Holocaust ergeben hätten:

1. Der Holocaust fand in Deutschland statt, nicht in Palästina.
2. Der Zweite Weltkrieg forderte 60 Millionen Tote, die 6 Millionen Juden werden also überbewertet.
3. Historiker sollten Forschungen über den Holocaust führen dürfen, ohne verhaftet zu werden.

Soll heißen: Da der Holocaust nicht in Palästina stattfand, sollten die Juden aus der Gegend verschwinden, am liebsten nach Deutschland oder Alaska. Dass das Existenzrecht Israels sich nicht vom Holocaust ableitet, sondern aus der UN-Resolution Nr. 181 vom 29.November 1947, wird ihn wohl genauso wenig interessieren wie dass es nach 1948 mehr jüdische als palästinensische Flüchtlinge gab. Zu Punkt 3 stellt sich bei mir die Frage: Wenn es überhaupt keinen Holocaust gab, dürfen die Juden dann nicht mal in Deutschland oder Alaska einen Staat errichten? (more…)

Volk ohne Staat- Das Kurdenproblem im Nahen Osten

November 2, 2011

Kurdisches Siedlungsgebiet nach der CIA, 1992

Völkermorde, Landraub, Deportationen, erzwungene Assimilation und Unterdrückung der Kultur– das gibt einen kleinen Überblick von dem, was das kurdische Volk in den letzten 80 Jahren erleiden musste.

Im Jahre 2011 leben 25 Millionen Kurden in vier Staaten geteilt: Syrien, Iran und den beiden größten Siedlungsgebieten, dem Irak und der Türkei. Weitere Hunderttausende leben in der Diaspora. Der Traum von Selbstbestimmung und einem eigenen, kurdischen Staat ist mehr als 100 Jahre alt. Im Irak hat sich dieser Traum im Jahre 2005 mit der Errichtung der Autonomen Region Kurdistan praktisch erfüllt, theoretisch gehört diese Region jedoch noch immer zum Irak. In unseren revolutionären Zeiten kämpfen nun auch die Kurden in der Türkei für mehr Autonomie. In Syrien haben Aktivisten eine „kurdische Intifada“ ausgerufen, während im Iran die kurdischen Nationalisten den bewaffneten Kampf gegen den Staat verloren haben. Zeit, um einen genauen Blick in das „Kurdenproblem“ des Nahen Ostens zu werfen.

Die Vorgeschichte

Die Entstehung des kurdischen Volkes und der kurdischen Sprache sind historisch nicht eindeutig geklärt. Die Vorfahren der Kurden lebten wohl schon vor 4000 Jahren in Mesopotamien. Eine sumerische Steinschwelle aus diesem Zeitraum erwähnt die Region „Kardaka“. Während der islamischen Expansion wurden die kurdischen Siedlungsgebiete von muslimischen Truppen erobert, in den nachfolgenden Jahrhunderten gab es mehrere kurdische Herrschaftsdynastien und kurdische Fürstentümer, aber nie einen kurdischen Nationalstaat. Es gab bei den muslimischen Völkern kein ausgeprägtes Nationalbewusstsein, vor 1918 gab es auch keinen „türkischen“ oder „arabischen“ Staat, da waren die Kurden keine Ausnahme. Während der Jahrhunderte wurden sie in verschiedene Regionen angesiedelt, so das sich das Gebiet, das man später „Kurdistan“ nennen sollte, vergrößerte.

Im 19.Jahrhundert entstand schließlich ein kurdisches Nationalbewusstsein, der zu mehreren blutigen Aufständen führte. Im Jahre 1897 wurde das „Erste Kurdische Nationalkomitee“ und die Zeitung Kurdistan gegründet. Während der Revolution der Jungtürken entstanden weitere Kurdenkomitees und Zeitungen, die den kurdischen Nationalismus propagierten. Die Jungtürken verfolgten eine armenier- und kurdenfeindliche Politik, sie wollten einen reinen Türkenstaat errichten. Im Ersten Weltkrieg trat das Osmanische Reich an der Seite Deutschlands in den Krieg ein. Die türkischen Nationalisten nutzten den Krieg als Vorwand, um in einem der schlimmsten Völkermorde der Geschichte etwa 1,5 Millionen Armenier zu töten und weitere Hunderttausende zu vertreiben, so dass die über 1000 Jahre währende armenische Präsenz im Nordosten der Türkei schlagartig beendet wurde. Hier liegt jedoch ein weniger ruhmreicher Teil der kurdischen Geschichte: Viele kurdische Stämme beteiligten sich an den Massakern. Und das, obwohl auch sie zu Tausenden vertrieben wurden. (more…)

Terroristen in Südamerika

Juni 23, 2011
Die Flagge der FARC

Die Flagge der FARC

In Südamerika gab es in der Vergangenheit eine ganze Reihe von terroristischen Organisationen, die etliche Menschen auf dem Gewissen haben. Es gab da z.B. die Mutter aller Stadtguerillas, die „Tupamaros“ in Uruguay (dass heute von einem ehemaligen Stadtguerillero regiert wird), die sich Anfang der 1970er mit Entführungen und Morden hervortraten. In Peru gab es die „Sendero Luminoso“ (Leuchtender Pfad), denen in den 1980ern Zehntausende zum Opfer fielen. In Kolumbien tummeln sich seit Jahrzehnten linke Guerillas und rechte Paramilitärs, denen schwere Menschenrechtsverletzungen angelastet werden. Und angeblich soll sogar die al-Qaida in Lateinamerika aktiv sein, in dem sie dort Glaubensbrüder rekrutieren und geheime Treffen abhalten. Der Rauschgifthandel mit Südamerika gilt als eine der wichtigsten Einnahmequellen von al-Qaida.

Grund genug, um Terroristen mit der vollen Härte der Justiz zu begegnen, könnte man meinen. Aber zwei Vorfälle lassen eine andere Sprache sprechen. (more…)

Iran und der 11.September

Juni 19, 2011
Osamas Erbe in New York

Hatte der Iran bei 9/11 seine Finger im Spiel?

Während das iranische Regime sein Atomprogramm weiter vorantreibt, dem syrischen Regime bei den Massakern gegen ihre eigene Bevölkerung hilft, Kanzlerin Merkel bei ihrer Reise nach Indien den Überflug verweigerte, schärfer gegen „unislamische Kleidung“ vorgehen will und die Demonstrationen zum Jahrestag der fingierten Wahlen vor zwei Jahren gewaltsam niederschlug, haben in den USA Opferverbände der Angehörigen vom 11.September eine überraschende Forderung getätigt: Der Iran soll für die Anschläge vom 11.September 2001, bei dem 3000 Menschen getötet wurden, verantwortlich gemacht werden.

Der Focus berichtete am 20.Mai: „Beweise“ für Schuld des Iran an Terroranschlägen vom 11.9.2011

Opferanwälte haben vor einem New Yorker Gericht beantragt, den Iran wegen der Terroranschläge vom 11. September 2001 schuldig zu sprechen. Es gebe dafür „klare und überzeugende Beweise“, erklärten die Anwälte in dem am Donnerstag eingereichten Antrag. Teheran solle zu Entschädigungszahlungen verurteilt werden.

Die Anwälte bezogen sich auf die Aussagen von drei Überläufern des iranischen Geheimdienstes. Demnach hätten den iranischen Behörden vorab Hinweise auf die Anschläge vom 11. September 2001 vorgelegen. Zudem sei Teheran in die Ausbildung der Attentäter verwickelt gewesen.

Bei Shortnews liest man dazu:

Obgleich der schiitische Iran und die sunnitische al-Qaida Kontrahenten sind, hätten sie in ihrem geteilten Hass für die USA eine Basis der Gemeinsamkeit und der Zusammenarbeit gefunden. So soll der Iran zusammen mit der Hisbollah Anfang der 90er in eine Allianz mit al-Qaida getreten sein. (more…)