Archive for the ‘Islam’ Category

Keine Toleranz der Intoleranz?

August 24, 2016
Hat der Islam nichts mit Ehrenmorden zu tun?

Sollten Burkas toleriert werden?

Der am meisten zitierte Satz von Thomas Mann lautet: „Toleranz wird zum Verbrechen, wenn sie dem Bösen gilt.“ Solche Sätze, die in etwa dieselbe Bedeutung haben, wurden auch von Karl Popper, Umberto Eco und sogar Margot „Wir-müssen-mit-den-Taliban-beten“ Käßmann geäußert. Es ist klar: Jeder will, dass Toleranz eine Grenze hat, und zwar die Intoleranz – die darf nicht toleriert werden. In aktueller Zeit diskutiert Deutschland über die Einführung eines Verbots der Vollverschleierung. In Nizza ist man diesbezüglich weiter, heute wurde eine Frau von Polizisten gezwungen, ihr Burkini im Strand auszuziehen. Bei der Burka-Frage handelt es sich offenbar um einen Fall von „Keine Toleranz für die Intoleranz“: Ein Verbot ist in der Regel intolerant, aber wenn es sich bei einer Sache um Intoleranz handelt, muss man ihr gegenüber intolerant sein (also sie verbieten), um die Toleranz zu retten.

Zunächst mal sollte das Wort „Toleranz“ von seiner politischen und seiner gesellschaftlichen Bedeutung trennen. Politik bedeutet immer die Anwendung von (Staats-)Gewalt, das nicht-politische ist dagegen friedlich (außer natürlich, wenn es politisiert wird). Wenn man einer Sache gegenüber politisch tolerant ist, heißt das nicht, dass man es gut findet, sondern nur, dass man keine Gewalt anwenden will, um es zu verbieten. Man kann z.B. negative Ansichten über Schwule politisch tolerieren, aber im privaten, nicht-politischen Alltag verurteilen. Tatsächlich würde wohl keiner einen Menschen, der Schwule für minderwertig hält, als „tolerant“ bezeichnen, aber gleichzeitig würde man seine Meinung, sofern es nur seine private Meinung ist und er keine Gewalt anwendet, nicht als ein Grund für ein politisches Eingreifen ansehen.

Damit kommen wir zurück zum Thema Burka-Verbot und dem Zitat von Thomas Mann. Intoleranz darf nicht toleriert werden. Meine Meinung zur Burka (oder Niqab) ist klar: Ich lehne sie vollkommen ab. Kein anderes Symbol steht so sehr für die Unterdrückung der Frau als dieses Stoffgefängnis. Da gibt es auch nichts zu relativieren, wie man es mit dem Vergleich mit Nikolaus-Verkleidungen oder Nonnentrachten versucht hat. Aber muss deshalb auch ein politisches Eingreifen folgen? Eigentlich wäre die von mir befürwortete Lösung, dass jeder, ob nun privater oder öffentlicher Eigentümer, selbst entscheiden sollte, ob er in seinem Eigentum irgendeine Form von Schleier oder was auch immer toleriert. In öffentlichen Stellen könnte es dann ruhig ein Verbot geben. Aber das steht nicht zur Debatte. Es geht um ein Totalverbot in der ganzen Öffentlichkeit. (more…)

Der Mythos von der islamischen Toleranz

Juni 28, 2016
Oriana Fallaci trifft Ayatollah Chomeini

Hat erst Khomeini die islamische Toleranz zerstört?

Das zentrale Thema linker Politik ist der Einsatz für unterdrückte Gruppen (bzw. den Gruppen, die in ihrem Narrativ die Unterdrückten sind). In der Geschichte waren das meistens „die Arbeiter“, später wurden daraus die Frauen, die Homosexuellen und in jüngerer Zeit die Muslime. Im linken Narrativ sind diese Gruppen nicht nur (immer noch) unterdrückt, sondern halten auch zusammen gegen ihre Unterdrücker. Da muss es ein heftiger Schock gewesen sein, als in Orlando Omar Mateen, ein Muslim, plötzlich 49 Homosexuelle tötete. Noch schlimmer für das eigene Weltbild wäre es wohl nur, wenn „die Arbeiter“ der AfD zur Machtergreifung verhelfen oder ein Transsexueller einen Gorilla tötet.

Allerdings finden sich schnell Erklärungen für Ereignisse, die das eigene Weltbild ins Wanken bringen könnten. Für den Aufschwung von Rechtspopulisten ist der Neoliberalismus schuld, für den islamistischen Terror ist die westliche Außenpolitik schuld, und die islamische Homophobie … existiert nicht. So zumindest die Erklärung für das Phänomen der islamischen Homophobie. Obwohl es in der islamischen Welt viel Anschauungsmaterial gibt, brachte das Massaker in Orlando das Thema „Islam und Homosexualität“ wieder in die Medien, und es schlug die Stunde derer, die schon seit Jahren die moderne linke Erklärung heranziehen. Diese lautet ungefähr so:

„Im Koran steht nichts zum Thema Homosexualität und in der islamischen Welt wurde Homosexualität mehr als 1000 Jahre lang gelebt und toleriert, die moderne Homophobie kam erst durch den Kolonialismus und den strengen Sittengesetzen im victorianischen Zeitalter in die islamische Welt und sie ist außerdem nur unter einer Minderheit vertreten, das zeigen die vielen schwulen Communities in den islamischen Ländern.“

Ähnliches wird oft über den Antisemitismus und sogar über die Frauenfeindlichkeit in der islamischen Welt (falls sie nicht geleugnet wird) gesagt. Und, um es mit den unsterblichen Worten von Senator McCarthy auszudrücken,

„Jedes Wort in diesem Satz ist eine Lüge, einschließlich „und“ und „das“.“ (more…)

Ein Zeichen für Toleranz

Mai 22, 2016

Vor fünf Tagen störte die rechtspopulistische „Vlaams Belang“ eine „Muslim Expo“ in Antwerpen. Eine Muslima, Zakia Belkhiri, nahm das zum Anlass, um mit einem Victory-Zeichen vor den Demonstranten zu posieren. Die öffentliche Reaktion war natürlich positiv: Ein mutige Frau, die ein wunderbares Zeichen gegen Hass und für Toleranz setzt. Dummerweise kam schnell heraus, dass sie in ihren Accounts in den sozialen Medien extrem antisemitische Posts veröffentlicht hat, darunter das bekannte Fake-Zitat von Hitler „Ich hätte alle Juden töten können, aber ich habe einige am Leben gelassen, damit ihr wisst, warum ich sie getötet habe.“ Die Dame hat ihren Twitter-Account zwischenzeitlich gelöscht – doch das Internet vergisst nie.

Nachdem dies bekannt wurde, hat Zakia versucht, klarzustellen, dass das alles ganz anders gemeint war. In einer Erklärung sagte sie: Sie hat nichts gegen Juden, nur gegen Zionisten. Damals, als sie das Hitler-Zitat postete, wusste sie aber aufgrund ihrer Ignoranz nicht, dass Israel, obwohl es sich „jüdischer Staat“ nennt, nicht für alle Juden steht. Heute weiß sie, dass nicht alle Juden Zionisten und nicht alle Zionisten Juden sind und die „wahren Juden“ die barbarischen Taten der Zionisten verurteilen. Es war also alles nur ein Missverständnis. Tja, kann passieren. Wer hat in seiner Jugend nicht mal Mist gebaut? Das Wichtige ist, dass man daraus lernt, und das hat Zakia ja: Es gibt auch gute Juden – nämlich die, die Israel hassen.

Es ist nicht das erste Mal, dass sich so eine Geschichte abspielt: Ein Musterbeispiel für Toleranz entpuppt sich bei näherem Hinsehen als Islamist, der Juden hasst und Hitler bewundert oder sogar ein Massaker plant – manchmal auch mit Erfolg. Hier ein paar Highlights aus letzter Zeit:

– Die 20-jährige Aysegul Gurbuz wurde von der Labour Party zur jüngsten Gemeinderätin bestellt. Dann kam heraus, dass sie bei Twitter ihre Bewunderung für Hitler bekundet hatte: „Adolf Hitler = greatest man in history“.

– Der Konvertit Craig Wallace wollte nach den Terroranschlägen in Paris Vorurteile abbauen und hielt deshalb im Dezember 2015 vor dem britischen Parlament ein Schild hoch mit der Aufschrift. „Ich bin ein Muslim. Ich werde als Terrorist abgestempelt. Ich vertraue dir. Vertraust du mir genug für eine Umarmung?“ Später wurde er verhaftet, weil er einer Tory-Abgeordneten drohte, sie im Schlaf zu töten. (more…)

Warum wir eine falsche Koran-Interpretation brauchen

März 24, 2016

Der Koran muss dringend falsch ausgelegt werden

Stellen wir uns vor, der Nationalsozialismus wäre eine Religion. Das heißt, Menschen würden als Babys zu Nazis getauft und würden fortan als Nazis gelten, auch wenn sie nicht viel oder gar nichts über den Nationalsozialismus wüssten. Die meisten würden den Tag der Machtergreifung, den Anschluss von Österreich und Hitlers Geburtstag feiern, nach einem “Nazi-Ritus” heiraten und in ihrem Pass würde unter Religion “Nazi” stehen. Was würde passieren, wenn Menschen anfangen würden, im Namen des Nationalsozialismus Verbrechen zu begehen und sich dabei explizit auf Worte des Propheten Hitler und dem heiligen Buch Mein Kampf beziehen würden?

Natürlich würden die Nazis nicht einfach aufhören, an den Nationalsozialismus zu glauben. Sie würden sagen: Hey, nicht alle Nazis sind Verbrecher, es gibt ganz normale Nazis wie du und ich. Wir brauchen eine zeitgemäße Auslegung von Mein Kampf, zu Hitlers Zeiten wurde Deutschland von den Siegermächten des Ersten Weltkriegs unterdrückt, das kann man nicht mit heute vergleichen. Außerdem hat Hitler nicht alles so gemeint, wie es Nazi-Fundamentalisten interpretieren: Der Rassenkampf war eine Aufforderung zur inneren Anstrengung, nicht zum Kampf gegen andere. Und Hitler hat viel Gutes gemacht: Er beendete die ständigen politischen Unruhen und Regierungswechsel, besiegte die Arbeitslosigkeit und schuf ein vorbildliches Sozialsystem mit großzügigen Urlaubsangeboten für die Arbeiter und flächendeckender staatlicher Fürsorge für jedes Kind ab 5 Jahren.

Und letztlich wäre diese Vorgehensweise wohl die beste, weil es unmöglich wäre, den Nazis einfach zu sagen: „Eure Religion ist falsch, rassistisch, nicht mit unseren Grundwerten vereinbar und deswegen solltet ihr sie abschwören, wenn ihr hier bleiben wollt.“ Eine starke Identität wie eine Religion verschwindet nicht einfach so, statt den Nationalsozialismus zu beenden, wäre es das Klügste, sich um eine „zeitgemäße“ (also massiv verdrehte) Auslegung von Mein Kampf zu bemühen, die der Mehrheit der 80 Millionen friedlichen Nazis gerecht würde. Dieses hypothetische Beispiel führt uns zum echten Beispiel mit dem Islam und zeigt, was für eine Taktik die erfolgversprechendste ist, um mit dem Islamismus fertig zu werden. (more…)

Wenn dich niemand versteht

November 24, 2015
Denis Cuspert a.k.a. Deso Dogg a.k.a. Abu Talha al-Almani

Denis Cuspert a.k.a. Deso Dogg a.k.a. Abu Talha al-Almani

Wer ist schuld am islamistischen Terror? Westliche Medien finden darauf verschiedene Antworten: Der französische Österreich-Korrespondent Joëlle Stolz gab im Standard dem „Ultraliberalismus“ die Schuld, da Google, Facebook, Amazon und Apple Millionen arbeitslose Jugendliche produzieren, das ZDF-Kinderfernsehen „logo!“ sieht die Spätfolgen des französischen Kolonialismus in Afrika und die Perspektivlosigkeit muslimischer Migranten als Hauptgrund, Jürgen Todenhöfer dagegen sieht völlig überraschenderweise in der modernen westlichen Außenpolitik im Nahen Osten die Ursache für den islamistischen Terror.

Dabei ist es doch ganz einfach: Der Islamische Staat wünscht sich den Weltuntergang. Dafür planen sie, ihre Armee in Syrien gegen die Armeen der Ungläubigen ins Feld zu führen. In der Stadt Dabiq soll es zum Endkampf gegen die Ungläubigen kommen, die Ungläubigen werden vernichtet werden und der IS wird in Richtung Istanbul marschieren und die Stadt einnehmen. Dann erscheint der Anti-Messias Dajjal aus dem Osten Irans und macht die Sache wieder spannend, da er nahezu alle Kämpfer des Kalifats bis auf 5.000 töten wird, doch dann kommt Jesus auf die Erde zurück (in Damaskus oder in Palästina), tötet den Dajjal und führt das Kalifat zum Sieg. Ist doch nicht schwer zu verstehen.

Es mag sein, dass Perspektivlosigkeit einige Jugendliche in den IS treibt (obwohl die meisten Terroristen Ingenieure und Ärzte sind) und fehlgeleitete westliche Außenpolitik Strukturen geschaffen hat, die unbeabsichtigt den Aufstieg von islamistischen Gruppen begünstigt hat. Aber Perspektivlosigkeit gibt es auch bei Christen und Atheisten, ohne dass diese in den Straßen Menschen massakrieren, und die westliche Außenpolitik in Vietnam und El Salvador hat nicht dazu geführt, dass vietnamesische oder salvadorianische Terroristen sich in Amerika in die Luft jagen. Es hat eben doch was mit der Ideologie zu tun. Der Westen hat nicht den Koran, die Scharia oder den Salafismus erfunden. (more…)

Knockin‘ on heavens door

November 14, 2015

Gibt es noch genug Platz im Himmel?

Abdul und Mahmud sind zwei junge Märtyrer, die am 13. November 2015 in Paris zusammen mit sechs Freunden ihr Leben für das Paradies hergaben. Sie befinden sich nun in einem Ort, wo sie von vielen Wolken umgeben sind, sie schweben selbst unter einer kleinen Wolke. Abdul ist sich sicher: Es muss der Eingang in den Himmel sein! Ihre sechs Freunde sind nirgendwo zu sehen, aber sie rücken bestimmt nach, immerhin haben sie in Paris etwas länger durchgehalten. Tatsächlich hat Abdul Recht, sie sind vor dem Eingang in den Himmel. Doch was sie dort erleben sollen, hätten sich die beiden vorher nicht im Traum ausmalen können.

Mahmud: „Was passiert jetzt?“
Abdul: „Das habe ich dir doch schon gesagt. Wir werden von Engel abgeholt, die uns ins Paradies bringen.“

Beide schweben weiter, Mahmud ist etwas ängstlich und nicht sicher, ob sie wirklich vor dem Himmel sind. Aber dann erscheint ein Engel und schwebt auf sie zu.

Engel: „Hallo, liebe Brüder!“
Abdul und Mahmud antworten gleichzeitig: „Salam aleikum!“
Engel: „Schön, euch zu sehen! Ihr müsst bestimmt ganz aufgeregt sein. Es wird Zeit, mit den Besprechungen zu beginnen.“
Abdul: „Welche Besprechungen?“
Engel: „Ach, nichts Besonderes. Es ist nur so, dass wir uns derzeit in einer unerwarteten Situation befinden. In den letzten Monaten kamen immer mehr junge Märtyrer zu uns, alle mit dem Wunsch, ihre 72 Jungfrauen und ihren Palast zu bekommen. Das hat zu kurzfristigen Engpässen geführt. Aber wie Allah schon sagt: Wir schaffen das. Doch dazu braucht es bestimmte Maßnahmen. Deswegen haben wir uns entschlossen, alle Einreisenden mit einem Test genauer zu überprüfen, bevor wir sie reinlassen. Keine Sorge, es sind nur drei Fragen, und wenn ihr sie richtig beantwortet, kommt ihr in den Himmel rein. Aber beachtet: Ihr seid im Himmel, hier könnt ihr nicht lügen, ihr müsst also die Wahrheit sagen.“

Abdul lächelt, Mahmud schluckt etwas nervös.

Engel: „Können wir anfangen?“
Abdul: „Okay.“
Mahmud: „Bist du dir sicher, dass wir sie bestehen?“
Abdul: „Tsch!! Halt die Klappe!“
Engel: „Hier die erste Frage: Warum habt ihr euch entschlossen, gerade jetzt ins Paradies zu kommen?“ (more…)

Was gehört zu Deutschland?

September 30, 2015
Kann man sein Land verraten?

Kann der Islam deutsch werden?

Nachdem Hunderttausende Flüchtlinge muslimischen Glaubens in Deutschland angekommen sind, stellt sich mal wieder die Frage: Gehört der Islam zu Deutschland? Diese Debatte ist sinnlos, da er keine sinnvolle Definition voraussetzt, was unter „zu Deutschland gehören“ und „Islam“ (ist die Religion gemeint, die dazugehörige Kultur, oder einfach nur die Muslime?) gemeint ist. Selbst wenn man demografische, historische oder kulturelle Definitionen anlegt, um zu beurteilen, ob etwas zu Deutschland gehört, ist die Frage kaum zu klären, da man eine genaue Definition bräuchte, ab wann etwas demografisch, historisch oder kulturell zu Deutschland dazugehört. Schließlich bleibt noch die Frage ungeklärt, ob es überhaupt etwas Gutes wäre, wenn der Islam zu Deutschland gehört.

Schauen wir uns zuerst einige Definitionen an:

– demografisch: Es gibt 4 Millionen Muslime in Deutschland. Somit könnte man argumentieren: Der Islam gehört zu Deutschland. Aber ab wie vielen Anhängern gehört eine Religion zu Deutschland? Es gibt in Deutschland sicher auch Anhänger von Scientology, des Jainismus oder vom Jedi-Kult. Gehört eine Religion zu Deutschland, wenn sie schon 1 Anhänger im Land hat? Oder ab 1.000? Ab 100.000? Ab 1 Million?

– historisch: Deutschland wurde historisch von Dingen geprägt, die von Muslimen gemacht wurden. Deutschland übernahm die arabischen Zahlen, einige arabische Erfindungen und kämpfte oft gegen oder mit dem Osmanischen Reich. Aber Deutschland übernahm auch Kartoffeln aus Südamerika und Feuerwaffen aus China. Gehören die Inkas und die Chinesen auch zu Deutschland? Oder Papua-Neuguinea, das immerhin eine deutsche Kolonie war?

– kulturell: Moscheen und Döner sind in Deutschland zwar vielleicht nicht genauso oft vorzufinden wie Kirchen und die Currywurst, aber sie sind sehr verbreitet. Moscheen findet man öfter vor als Synagogen, und Dönerstände öfter als Burger King-Filialen. Aber auch hier hat keiner einen Punkt festgelegt, ab wann etwas „zu Deutschland gehört“, also kann die Frage wieder nicht objektiv beantwortet werden.

In einem Artikel beim „European“ hat Hasso Mansfeld die ganze Debatte bereits schön auf den Punkt gebracht. Es ist eine aus politischer Faulheit geborene Phrase, die vollkommen das Thema verfehlt. (more…)

Gibt es echte Schotten?

Juni 5, 2015
Die Kaaba- Das größte Heiligtum der islamischen Welt

Gibt es den echten Islam?

Es gibt einen Satz, den man immer wieder hört, wenn islamistische Terroristen mal wieder auf Menschenjagd gehen. Es ist der Satz: „Das sind keine echten Muslime“. Dieses Phänomen, die Exkommunizierung von Muslimen, nennt man „Takfir“. Eigentlich ist Takfir etwas, was man von religiösen Fundamentalisten erwartet, die ihren Glauben so rein auslegen, dass nur eine kleine Minderheit als „wahre Gläubige“ gelten kann. Aber Takfir wird nicht nur von Fundamentalisten praktiziert, sondern auch von säkularen Muslimen und sogar von nicht-muslimischen, selbsternannten Islam-Experten. Täglich wird Takfir in aller Welt fleißig praktiziert. Schauen wir uns nur mal die letzten Monate an:

Bei ihrem Terrorfeldzug richteten IS-Kämpfer Tausende Muslime hin, weil sie keine echten Muslime seien, und beriefen sich dabei auf Koran-Suren. Sunniten, die den IS feindlich gegenüberstehen, behaupteten wiederum, die IS-Kämpfer seien keine echten Muslime, und beriefen sich dabei ebenfalls auf Koran-Suren. Auch als schiitische Milizionäre von der IS kontrollierte Gegenden eroberten, meinten sie, die IS-Kämpfer seien keine echten Muslime. Währenddessen kommentierte Tahir Chaudhry, ein Muslim im Westen, die Lage im Irak und ist sich sicher: Kein Extremist kann ein echter Muslim sein. Um das zu erklären, berief er sich – wie nicht anders zu erwarten – auf Koran-Suren.

Takfir findet sich sogar bei Nicht-Muslimen. So behauptete Barack Obama, der IS sei unislamisch, während Rechtsextreme meinen, alle echten Muslime seien Terroristen. Das Argument, jemand, der sich selbst zu einer bestimmten Gruppe von Menschen zählt, sei kein „echtes“ Mitglied dieser Gruppe, wenn er Eigenschaften an den Tag legt, die man selbst für ungewöhnlich für diese Gruppe hält, trägt einen eigenen Namen: „Kein echter Schotte„. Der Name kommt von einem Dialog, den man ungefähr so wiedergeben kann: „Alle Schotten sind tapfer.“ – „Ich kenne einen Schotten, der ist feige.“ – „Dann ist er kein echter Schotte.“ (statt tapfer und feige kann man auch andere Eigenschaften einsetzen). Um es mal klarzustellen: So wie es echte Schotten gibt, gibt es echte Muslime. (more…)

Yes, they can!

Oktober 23, 2014
Ja, sie können es

Ja, sie können es

Das Thema Emanzipation ist in den westlichen Gesellschaften nicht mehr wirklich originell, zumindest nicht in seiner ursprünglichen Bedeutung. Denn ursprünglich ging es ja darum, Frauen die volle gesetzliche Gleichstellung zu verleihen. Diese Mission kann man als erfüllt betrachten. Mittlerweile haben wir es auch geschafft, die klassischen Rollenverteilungen aufzubrechen und Frauen in ansonsten Männern vorbehaltenen Positionen zu hieven, wie z.B. Regierungschefin, Actionheldin und jüngst sogar Trainerin einer männlichen Sportmannschaft. Viel mehr Emanzipation geht nicht.

In anderen Weltgegenden ist die Emanzipation noch weit entfernt. In der islamischen Welt herrscht noch immer das Patriarchat, auch wenn manche emanzipierte westliche Frau keinen großen Unterschied zwischen Österreich und Saudi-Arabien sieht. Wie gefährlich die Ansicht sein kann, dass Männer und Frauen gleichberechtigt sein sollten, zeigte der Fall Malala Yousafzai, der von den Taliban in den Kopf geschossen wurde, weil sie sich für die Bildung von Mädchen einsetzte. Dafür bekam sie den Friedensnobelpreis. Eine Entscheidung, die vollkommen verdient ist. Wenn man etwas Kritisches finden will, dann Malalas etwas naive Friedensrhetorik – aber sie ist keine Polit-Analystin und muss es auch nicht sein.

Währenddessen hat Mariam al-Mansouri einen anderen Weg beim Umgang mit Islamisten eingeschlagen. Sie ist die erste weibliche Pilotin der Vereinigten Arabischen Emirate und beteiligt sich an den Luftschlägen der Anti-IS-Koalition. Den Nobelpreis wird sie wohl nicht bekommen, aber dafür hat sie reichlich Lob in den sozialen Netzwerken gesammelt. Auch wenn die Behauptung, IS-Terroristen würden nicht in den Himmel kommen, wenn sie von einer Frau getötet wurden, nicht stimmt (nicht nur, weil es keinen Himmel gibt, sondern weil die IS keinen solchen Glaubensinhalt kennt), ist ihre Beteiligung am Krieg gegen die IS, genauso wie die von weiblichen kurdischen Kämpfern, von besonderer symbolischer Bedeutung. (more…)

Scharia-Polizei in Deutschland

September 7, 2014
Hat der Islam nichts mit Ehrenmorden zu tun?

Kabul oder Wuppertal?

Vor einigen Wochen erschien eine Karte, die angeblich die Pläne des Islamischen Staats (IS) für die kommenden fünf Jahre darstellte. Nicht nur der gesamte Nahe Osten, auch Spanien, Indien und Zentralafrika sollte erobert werden, also der gesamte islamische Einflussbereich auf dem Höhepunkt des Kalifats. Soweit dürfte es dann trotz all der derzeitigen Katastrophenmeldungen doch nicht kommen. Die IS ist erstmal im Irak und Syrien beschäftigt. Allerdings hat diese Organisation ihre Anhänger im Westen, auch in Deutschland. Diese wollen nicht solange warten.

In Wuppertal belästigt eine „Scharia-Polizei“ Passanten, die sich nicht islamkonform verhalten. Eine bedrückende Vorstellung: Die Lokführer und die Piloten streiken, aber die Scharia-Polizei hat Dienst und belehrt Disco-Gänger und lädt zu Predigten ein. Immerhin hat die Politik klargemacht, dass sie das nicht dulden will und das Tragen von falschen Polizeiwesten unter Strafe gestellt wird. Auch wenn ich unserer Polizei nicht unbedingt immer vertraue, kann ich nur hoffen, dass diese Maßnahme umgesetzt wird, sonst könnte es in einigen deutschen Städten wirklich ungemütlich werden.

Leider ist es nicht die erste Meldung von Scharia-Polizisten in Europa. In einigen europäischen Städten soll es sogar „scharia-befreite Zonen“ geben, mit Verbot von Alkohol, Schweinefleisch, allem drum daran. Die islamistische Unterwanderung geht sogar soweit, dass einige sogenannte „Scharia-Gerichte“ offiziell von der Politik geduldet werden. Wohin soll das führen? Der Islamismus darf keinen Raum zur Entfaltung bekommen, so fangen Katastrophen an, wie wir in der islamischen Welt sehen. (more…)