Archive for the ‘Kapitalismus’ Category

Das Ende des Arbeitsleids

März 29, 2015

Es gibt viele Mythen darüber, wie Arbeitsplätze entstehen und zerstört werden. Die gängigsten Mythen über die Zerstörung von Arbeitsplätzen sind Konkurrenz durch ausländische Arbeiter, die Verlagerung von Arbeitsplätzen ins Ausland und die Automatisierung durch Roboter. In dem Video “Humans need not apply” wird die Zukunft der Automatisierung beschrieben (mit deutschen Untertiteln):

Roboter werden in Zukunft in der Lage sein, immer mehr Arbeiten, die von Menschen gemacht werden, komplett zu übernehmen. Nicht nur bei solch offensichtlichen Fällen wie Call-Center-Mitarbeiter oder Kassierer, sondern z.B. auch in der Transportbranche. Selbstfahrende Autos und Züge werden Taxis und Lokführer ersetzen. Sie sind nicht nur billiger, sondern auch sicherer. Selbstfahrende Autos trinken nicht und schreiben keine SMS (ein weiterer Vorteil ist: selbstfahrende Züge streiken nicht). Was viele überraschen dürfte ist, dass auch viele Bürojobs, die Verwaltungsaufgaben übernommen, von Robotern gemacht werden könnten, und sogar im kreativen Bereich gibt es keine Sicherheit mehr.

Diese Entwicklungen machen vielen Menschen sehr viel Angst. Was soll mit den “überflüssigen Menschen” passieren, nachdem die Roboter alle ihre Arbeiten übernehmen? Werden sie alle arbeitslos und das war’s? Nicht wenige sind der Meinung, dass wir, um mit dieser Entwicklung fertig zu werden, ein bedingungsloses Grundeinkommen (BGE) brauchen. Dabei wird offenbar vergessen, dass das BGE nicht aus dem nichts kommt, sondern zuvor erwirtschaftet werden muss (und wer soll das machen, wenn alle arbeitslos sind?), und dass die Erfindung von Autos oder Computern nicht zu Massenarbeitslosigkeit geführt hat. In Wirklichkeit müssen wir keine Angst vor Robotern haben, sie sind ein Segen für uns.

Eine Studie mit 14 ausgesuchten Ländern ergab, dass im Jahr 1870 die Menschen viel länger gearbeitet haben als heute, nämlich zwischen 55-72 Stunden pro Woche. In denselben Ländern arbeiten die Menschen heute überall weniger als 45 Stunden wöchentlich. Während die Menschen früher 58% ihrer Zeit mit Arbeit verbrachten, sind es heute 36%. Dafür verbringen sie viel mehr Zeit mit Freizeit. Warum ist das so? Weil die Menschen früher mehr Spaß an der Arbeit hatten als heute? Natürlich nicht. Durch die moderne Technik ist es möglich geworden, mit weniger Arbeitsstunden mehr zu produzieren. Ein Bauer konnte damals nur eine Handvoll Menschen ernähren, heute sind es Hunderte. Es hat niemandem geschadet. (more…)

Tradition und Kommerz

Januar 25, 2015

Wird der Fußball durch den Kommerz kaputt gemacht?

In letzter Zeit steht die Stadt Leipzig im Mittelpunkt der deutschen Medien und macht auch international Schlagzeilen. Deswegen dachte ich mir, ich berichte auch mal über wichtige Ereignisse aus der Stadt. Selbstverständlich meine ich damit den neuen Fußballverein Red Bull Leipzig. Der ist momentan in der zweiten Bundesliga auf dem siebten Platz, vier Punkte von einem Relegationsplatz entfernt. Für eine Stadt mit mehr als einer halben Million Einwohnern, die seit 25 Jahren ohne Erstligapräsenz ist, eigentlich eine gute Nachricht. Zumal die “traditionellen” Leipziger Fußballvereine Lok und Chemie zuvor nur durch sportliche Talfahrten, Schuldenbergen, leeren Stadien, Hooligan-Gewalt und Neonazis auffielen.

Es gibt jedoch ein Problem: Red Bull Leipzig ist ein “Retortenverein”, d.h., nur dazu gegründet, um Geld zu machen. So sehen es zumindest die zahlreichen Kritiker des Projekts. Der Verein sei “zum Kotzen”, “Wettbewerbsverzerrung”, ein “Retortenverein” und würde “den Fußball zerstören”. Sogar die Ostklubs haben sich von RB Leipzig distanziert, obwohl er der einzige Verein aus der ehemaligen DDR ist, der eine Chance hat, in der Bundesliga zu spielen. Man kann schon jetzt davon ausgehen, dass RB Leipzig in der Bundesliga der meistgehasste Verein sein wird. Der Hass ist so groß, dass es in vielen Stadien Fan-Choreos gegen den Verein gibt und sogar die Tagesschau sich nach einem Shitstorm für ein Lob für RB Leipzig entschuldigen musste.

Nun ist es jedem selbst überlassen, was er von RB Leipzig hält, und alleinige Sache der Bundesliga, wie sie mit dem Verein umgehen. Es ist für mich jedoch völlig irrational, RB Leipzig so sehr zu hassen wie es die sogenannten Fans der “Traditionsvereine” tun. Unter Traditionsverein scheinen sie eine kleine, exklusive Gruppe zu verstehen, in die man nicht mehr hineinkommt, egal was man tut. Leipzig, Hoffenheim, Wolfsburg oder Leverkusen haben also keinen Eintritt, dafür aber jeder noch so sportlich abgestürzte Verein, der 100 Jahre alt ist, gewalttätige Fans hat und nur mithilfe von Steuergeld vor der Insolvenz bewahrt werden konnte. Denn RB Leipzig und co. machen etwas Unverzeihliches: Sie investieren Geld in einen Verein, und haben damit Erfolg. Ein Skandal. (more…)

Wer rettet die Pandas?

Dezember 12, 2014
Symbol für bedrohte Arten: Der Große Panda

Symbol für bedrohte Arten: Der Große Panda

Große Ohren, schwarz-weißer Fell, immer am Bambusfressen: Der in Asien beheimatete Panda ist zwar nicht gerade weit herumgekommen, hat es aber zu großer Bekanntheit gebracht. Auf dem Logo der Naturschutzorganisation WWF ziert sein Antlitz, in vielen Filmen spielt er eine Hauptrolle, und auch in Zoos kann man ihn, wenn auch sehr selten, bestaunen. Der Ruhm hat jedoch einen traurigen Hintergrund. Der Panda wurde als Symbol ausgewählt, weil er als bedrohte Tierart galt. Mittlerweile stehen viele andere Arten wie Elefanten, Löwen, Nashörner und Berggorillas auf der Liste der bedrohten Tierarten ganz oben. Wie kann man verhindern, dass wir in Zukunft nur noch in alten Geschichten von diesen Arten hören?

Naturschutzorganisationen haben meist nur einen Lösungsvorschlag: Das Verbot, bedrohte Tierarten zu jagen und Handel mit ihren Pelzen, Ledern und Elfenbeinen zu treiben. Es gibt jedoch schon lange international geltende Verbote, die nichts an der prekären Situation geändert haben. Die Elefantenpopulation in Afrika ist seit den 1970ern um zwei Drittel gesunken, obwohl der Handel mit Elfenbeinen verboten ist. Tatsächlich sind Handelsverbote kontraproduktiv, wenn es darum geht, bedrohte Arten zu beschützen. Der Handel mit Pelzen und Elfenbeinen war für die oft bettelarmen Einheimischen ein lukratives Geschäft. Das Problem war: Es fehlten geregelte Eigentumsrechte. Wir haben es hier mit einem klassischen Problem zu tun, den man die “Tragödie der Allmende” nennt.

Wenn es ein Gut gibt, der niemandem gehört, zu dem aber jeder Zugang hat – in diesem Fall die Wildtiere – neigen die Menschen zur Übernutzung. Die Wildtiere hatten keine Besitzer, also wurden sie rücksichtslos gejagt, bis viele von ihnen ausstarben. Um dieses Problem zu lösen, wurden jedoch die falschen Mittel gewählt. Die Verbannung in die Illegalität hatte zur Folge, dass die Wildtiere für die Einheimischen nun gar keinen Wert mehr hatten, da sie mit dem häuslichen Viehbestand konkurrierten und Land besetzten, dass bewirtschaftet, bebaut oder anderweitig benutzt werden konnte. Andere wiederum betrieben Wilderei, um die Elfenbeine und Pelze zu überhöhten Preisen im Schwarzmarkt zu verkaufen. Die Wildtiere wurden nun noch rücksichtsloser gejagt. Für die Einheimischen lohnte es sich schlicht nicht, sie zu beschützen. Ein klassischer Fall von “Gut gemeint ist nicht gut gemacht”. (more…)

Individualismus und Kooperation

Dezember 2, 2014
lk

Ist der freie Markt ein Ort von purem Egoismus?

Während des Wahlkampfs vor zwei Jahren hielt Barack Obama eine beachtliche Rede, von der am Ende vor allem ein Satz übrig blieb: “You didn’t build that”. Der Satz fiel in diesem Kontext: “Wenn du erfolgreich gewesen bist, bist du nicht allein so weit gekommen. Jemand hat geholfen dieses unglaubliche amerikanische System zu erschaffen, dass es dir erlaubt zu erblühen. Jemand hat in Straßen und Brücken investiert. Wenn du ein Unternehmen hast – du hast es nicht aufgebaut (“you didn’t build that”). Jemand anders hat es geschehen lassen. Der Punkt ist, dass, wenn wir erfolgreich sind, wir aufgrund unserer individuellen Initiative Erfolg haben, aber auch weil wir Dinge gemeinsam tun.”

Es gab harte Kritik an der Rede. Und das zurecht. Denn Obama sagte ja nicht nur, dass erfolgreiche Menschen nur mit Kooperation und der Hilfe von Anderen Erfolg haben, sondern dass daraus zu schlussfolgern sei, sie müssten höhere Steuern zahlen. Darum ging es in der Rede: Weil Unternehmen nur durch Kooperation und Hilfe von Anderen erfolgreich wurden, schulden sie dem Staat mehr Steuern. Hinter dieser Logik steht ein Denkfehler, den viele Kritiker des Liberalismus begehen: Sie setzen Liberalismus mit Egoismus und den Staat mit Kooperation und Solidarität gleich. Ein polemischer Satz, mit dem Liberale spöttisch bezeichnet werden, bringt es auf den Punkt: “Wenn jeder an sich denkt, ist an alle gedacht” (so bezeichnete z.B. Sigmar Gabriel die FDP-Politik).

In der New York Times erschien gestern ein Artikel, der schlussfolgerte, die Evolution hätte den Liberalismus widerlegt, weil der Mensch ein soziales Wesen ist:

Contrary to libertarian and Tea Party rhetoric, evolution has made us a powerfully social species, so much so that the essential precondition of human survival is and always has been the individual plus his or her relationships with others.

Günther Schabowski meinte in einem Interview zum Jahrestag des Falls der Berliner Mauer, der Sozialismus sei gescheitert, weil der Mensch zu egoistisch ist:

Ich bin der Meinung, dass wir alles falsch gemacht haben. Weil der Versuch, ein sozialistisches Gesellschaftskonstrukt zu schaffen, von vornherein zum Scheitern verurteilt ist. Der Mensch ist nicht in der Lage, seine Egoismen auszuschalten, und deshalb ist Sozialismus immer ein falscher Versuch.

Diese Ansicht, wonach Liberalismus bzw. Kapitalismus nichts weiter als Egoismus ist, ist schon länger verbreitet, schon Martin Luther King will gewusst haben:

Historisch gesehen übersah der Kapitalismus die Wahrheit gemeinschaftlicher Unternehmen und der Marxismus erkannte nicht die Wahrheit individueller Unternehmen. Der Kapitalismus des 19. Jahrhunderts beachtete die sozialen Aspekte des Lebens nicht und der Marxismus übersah und übersieht, dass das Leben individuell und persönlich ist.

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Das Monopol des Kartellamts zerschlagen

November 24, 2014
Google soll vergessen

Hat Google zuviel Macht?

Es wurde schon oft darüber spekuliert, nun ist es wieder aktuell: Das EU-Parlament will angeblich Google aufspalten. Google wird nicht namentlich erwähnt, doch sollen gemäß eines Antrags Suchmaschinen von anderen Kommerzdiensten getrennt werden. Es ist kaum davon auszugehen, dass dies gelingen wird, allein schon weil Google ja kein europäisches Unternehmen ist und man es nicht wagen wird, den europäischen Kunden Dienste von Google verbieten oder zensieren zu lassen. Es liegt außerdem gar nicht im Zuständigkeitsbereich des EU-Parlaments, Konzerne aufzuspalten oder zu zerschlagen. Dafür haben wir die EU-Kommission und die nationalen Wettbewerbsbehörden.

In Deutschland haben wir das Kartellamt. Da wir noch immer staatliche Monopole haben, hätten sie eigentlich viel zu tun, doch meistens beschäftigen sie sich mit privaten Monopolen. Wenn ein Unternehmen “zu groß” wird, soll es entweder Strafen an den Staat zahlen oder zerschlagen werden. Was als zu groß gilt, wird jedoch nicht definiert. Und es wird auch nicht begründet, warum es schädlich sein soll, wenn Unternehmen “zu groß” werden. Nehmen wir das Beispiel Google: Inwiefern schadet es dem Kunden, wenn Google “den Markt beherrscht”, wie man es ja ausdrückt? Es wäre etwas anderes, wenn Google seine Stellung mit Gewalt oder Betrug gewonnen hätte. Aber Google ist durch sein Produkt groß geworden. Wo ist das Problem?

Die Antwort darauf lautet: Weil Monopolisten sich nicht um Qualität kümmern müssen und die Preise diktieren, sprich die Kunden ausbeuten können. Dieses Problem ist aber durch den freien Markt am besten zu lösen. Ein Unternehmen, das keine Qualitätswaren anbietet, kann sich in einem freien Markt nicht auf Dauer als Monopolist halten, weil dann andere Unternehmen schnell die Lücke füllen. Jetzt werden einige einwenden: Aber neue Unternehmen können gar nicht entstehen, weil der Monopolist sie daran hindert. In einem freien Markt geht das eben nicht, denn die Gründung von Unternehmen wird hier von niemandem behindert. Deswegen verschwinden die meisten Monopole auch schnell. (more…)

Make holiday, not war

September 22, 2014
Humboldt und Bonpland am Fuß des Chimborazo

Humboldt und Bonpland am Fuß des Chimborazo

Es gibt nicht wenige Personen, die im modernen Massentourismus mehr ein Fluch sehen als ein Segen. Das ständige Reisen verursache hohe CO2-Emissionen, bedrohe die Kultur der “besuchten” Völker und zerstöre die unberührte Natur. Es sind also vor allem Menschen aus dem kapitalismuskritischen und grünen Umfeld, die eigentlich über jedes moderne Phänomen in westlichen Gesellschaften meckern. Andere wiederum preisen den Besuch fremder Länder als friedensfördernd an, denn schon Mark Twain war der Ansicht, dass Reisen “tödlich für Vorurteile” sei.

Ob Reisen bildet, darüber kann man geteilter Meinung sein. Alexander von Humboldt sagte: “Die gefährlichste Weltanschauung ist die Weltanschauung derer, die die Welt nie angeschaut haben”, doch Konfuzius setzte dem schon zwei Jahrtausende zuvor entgegen: “Schick einen Banausen auf Weltreise, und er kommt zurück als – braungebrannter Banause”. Man kann nicht drumherum kommen zu sagen, dass Reisen allein niemanden automatisch zu einem weisen Mann macht. Che Guevara fand in seiner Lateinamerika-Reise zum Sozialismus, da wäre es besser gewesen, wenn er zu Hause geblieben wäre.

Aber wer vom Tourismus die Lösung solcher Probleme erwartet, hat nicht verstanden, worum es dabei geht. Touristen sind nur auf der Suche nach Entspannung, sie wollen eine Pause vom stressigen oder langweiligen Alltag, oder dieselben Abenteuer in einem anderen Land erleben. Nichts mehr als das soll das Reisen bringen. Aber schon diese Aufgabe zu erfüllen, kann sehr viele positive Nebenwirkungen haben. Es gibt gute Gründe, um in dem Massentourismus eine segensreiche Entwicklung zu sehen, und die ganzen Klagelieder über den modernen Touristen als unbegründet abzutun. (more…)

Wasser für alle!

August 18, 2014
Eine arme Arbeiterfamilie in Hamburg, 1902

Ob arm oder reich – jeder sollte Zugang zu Wasser haben

Das “Recht auf Zugang zu sauberem Wasser” ist ein unveräußerliches Menschenrecht. Der Staat muss die Wasserversorgung für die gesamte Bevölkerung garantieren. Wasser darf keine Ware sein. Wenn private Unternehmen die Wasserversorgung übernehmen, steigen die Preise und die Qualität wird schlechter. Das beste Beispiel ist die bolivianische Stadt Cochabamba, in der eine Wasserprivatisierung dermaßen hohe Preissteigerungen mit sich brachte, dass die Armen sich erhoben (die “Wasserschlacht” von 2000), bis die Privatisierung rückgängig gemacht wurde. So lauten zusammengefasst die Mythen der linken “Wasser ist ein Menschenrecht”-Aktivisten.

Aber was steckt dahinter? Wenn man sich die Fakten anschaut – recht wenig. In Deutschland funktioniert die Wasserversorgung recht gut, so dass dieses Thema nicht unbedingt an erster Stelle stehen muss, wenn es um Reformen geht. Aber weltweit gesehen stellt die Wasserversorgung noch immer ein großes Problem dar. Mehr als 1 Milliarde Menschen haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Aber die “Wasser ist ein Menschenrecht”-Aktivisten haben keine Lösungen für dieses Problem anzubieten, sondern nur anti-kapitalistische Rhetorik und Hysterie (so hat die EU nie geplant, die Wasserversorgung zu privatisieren, und trotzdem gab es 1 Million Unterschriften dagegen).

Beginnen wir zuerst mit der Frage, ob Wasser ein “Menschenrecht” ist. Die Antwort auf diese Frage hängt davon ab, was man unter einem Recht versteht. Die “Wasser ist ein Menschenrecht”-Aktivisten verstehen darunter offenbar, dass der Staat die Wasserversorgung übernimmt. Warum? Weil sie glauben, dass niemand, also auch nicht private Unternehmen, Geld mit einer so wichtigen Ware verdienen sollen und für alle Menschen Wasser kostenlos zur Verfügung stehen muss. Das Problem an der Sache ist, dass die Linken unter “kostenlos” etwas anderes verstehen als ich. Für die Linken ist etwas “kostenlos”, wenn der Steuerzahler die Kosten übernimmt, für mich ist etwas kostenlos, wenn keine Kosten anfallen.

Wer baut die Wasserleitungen? Wer macht das Wasser trinkbar? Andere Menschen, die dafür bezahlt werden. Wer behauptet, dass Wasser keine Ware sein darf und allen Menschen kostenlos zur Verfügung stehen muss, belügt sich selbst: Natürlich ist Wasser eine Ware, denn die Wasserversorger arbeiten nicht umsonst, und natürlich steht sie nicht kostenlos zur Verfügung, denn die Steuerzahler haben sehr wohl Kosten zu tragen. Die Frage ist also nicht, ob es Kosten geben soll, sondern, wer sie übernimmt. Gerade in den Ländern der Dritten Welt, in denen fast immer die Regierung die Wasserversorgung in der Hand hat, hat sich gezeigt, dass private Unternehmen sie Lage verbessern können. (more…)

Make money, not war

Juli 31, 2014
Er würde sich im Grab umdrehen: Frédéric Bastiat

Schon er kannte die Vorteile des Handels: Frédéric Bastiat

Man kann über Ronald Reagan sagen, was man will, aber er war ein guter Redner. Dabei stand das, was er sagte, nicht immer im Einklang mit dem, was er tat. So gab sich Reagan als Verfechter von Freihandel, während er viele protektionistische Maßnahmen beschloss. Er konnte aber gut erklären, warum Protektionismus keinen Sinn hat, und zwar sogar dann, wenn die andere Seite ihren Markt gegen die eigenen Waren abschottet. Er meinte dazu treffend: “If one partner shoots a hole in the boat, does it make sense for the other one to shoot another hole in the boat?”

In der Realität reagieren die meisten Länder der Welt auf Handelsrestriktionen mit Handelsrestriktionen. Sie schießen also ein zweites Loch in das Boot, dass sie beide trägt. Das ist tragisch, da Freihandel nicht nur für wirtschaftlichen Wohlstand sorgt, sondern auch friedliche politische Beziehungen stärkt. Ein gutes Beispiel sind die amerikanisch-chinesischen Beziehungen. China und die USA brauchen sich gegenseitig als Handelspartner, es wäre furchtbar dumm, sich zu bekriegen. Dasselbe gilt für China und Taiwan (die abtrünnige Insel, die von China beansprucht wird).

Vom französische Ökonomen Bastiat stammt das Zitat “Wenn Waren nicht Grenzen überqueren, dann werden es Soldaten tun”. Das ist wohl übertrieben, hat aber einen wahren Kern. Desto weniger Handel zwischen zwei Ländern besteht, desto weniger Rücksicht haben diese vor einem Krieg. Bis zum Jahr 1999 hatte der “McDonalds”-Index bestand, der besagte, dass noch nie zwei Länder gegeneinander Krieg geführt hatten, in denen es McDonalds-Filialen gab – bis die USA und Jugoslawien die erstaunliche Pax McDonaldiana beendeten. (more…)

Eine neue Generation?

Juli 12, 2014

Hat die Freiheit eine gute Zukunft?

Die Verbreitung von Freiheit ist eine Aufgabe mit einem klaren Ziel. Sowohl für politisch engagierte als auch für die Bloggergemeinschaft. Aber wie viel haben die Liberalen in den letzten Jahren erreicht? Ist die Gesellschaft freier geworden, oder sind liberale Ansichten in der Bevölkerung stärker verbreitet als zuvor? Um diese Frage zu beantworten, muss man sich nicht nur mit ökonomischen Themen beschäftigen, sondern auch soziale. Ein Tweet von der nicht immer unterstützungswerten Libertarian Party aus den USA fasste eine “liberale Zukunft” so zusammen:

In a libertarian future, married LGBT couples could defend their marijuana field with fully-automatic assault rifles bought with Bitcoin.

Tatsächlich gibt es gute Nachrichten zu vermelden. Das Magazin “Reason” veröffentlichte vor zwei Tagen eine interessante Umfrage, die sich mit den Ansichten von “Milleniumskindern” (also die ab dem Jahr 2000 geborenen Kinder) in den USA auseinandersetzt. Diese Umfrage fördert erstaunliches zutage. U.a. bevorzugen 64% der Milleniumskinder den freien Markt gegenüber einer staatlich gelenkten Wirtschaft. Diese Generation will auch nicht bevormundet werden und ist misstrauisch gegenüber zu viel Regierungsmacht.

Auch in sozialen Fragen hat sich vieles geändert. Im Jahr 1996 unterstützten nur ein Viertel der Amerikaner die Homo-Ehe. Heute ist es jeder Zweite, darunter 70% der Menschen, die nach 1980 geboren wurden. In 18 Bundesstaaten gibt es die Homo-Ehe, die Hälfte aller Homosexuellen kann nun heiraten. Die öffentliche Meinung bezüglich der Legalisierung von Marihuana hat sich geändert. In zwei Bundesstaaten ist Marihuana für den privaten Konsum bereits legalisiert worden, und es wird erwartet das einige Dutzend in den nächsten Jahren folgen werden. (more…)

Zweitausend Jahre Unsinn

Juni 22, 2014
Der Vatikan, die letzte westeuropäische Diktatur

Das Zentrum der Irrationalität

Manchmal hilft nur noch ein Postillon-Artikel, um die Absurdität eines Sachverhalts zu verdeutlichen. “Von Gold umgebener Chef von billionenschwerem Unternehmen kritisiert Kapitalismus”, titelte die Gazette im November 2013. Zu diesem Zeitpunkt hatte Papst Franziskus zu seinem ersten Angriff gegen das “vorherrschende Wirtschaftssystem” ausgeholt. Er kritisierte den “vergötterten Markt”, “egoistische Steuerhinterziehung” und dass alte Rentner erfrieren während andere mit Börsenspekulationen reich werden.

Nun hat Franziskus nachgelegt. In einem Interview mit einer spanischen Zeitung beklagte er die “Sünde der Götzendienerei am Götzen Geld”. Das derzeitige Wirtschaftssystem “brauche Krieg zum Überleben”, wie alle großen Reiche der Geschichte. Da ein Weltkrieg unmöglich sei, würden regionale Kriege angezettelt. Ob er damit sagen will, dass hinter den Gewaltexzessen im Südsudan, der Ukraine, Syrien und dem Irak die Pläne des internationalen Finanzkapitals stecken, ist offen.

Im besten Fall hat Franziskus keine Ahnung, wovon er redet. Das ist nicht schlimm, der Papst ist ja nicht im Amt, um über volkswirtschaftliche Themen zu philosophieren. Aber dann sollte man Dieter Nuhrs Empfehlung annehmen: Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal … Man liegt wohl nicht falsch, wenn man die Kriege im Nahen Osten, Schwarzafrika und anderswo eher mit religiösem Fanatismus und nationalistischem Chauvinismus in Verbindung bringt als den Kapitalismus und seine Kunden zu töten für ein schlechtes Geschäftsmodell hält. (more…)


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