Archive for the ‘Kulturalismus/Rassismus’ Category

Rassenkrieg in Südafrika

August 23, 2012

Ein Hügel voller Grabkreuze erinnert an die ermordeten Farmer in Südafrika

Zu den größten Sorgen nach dem Ende eines Krieges oder einer Diktatur gehört die Rache der früheren Opfer. In Algerien sind nach dem Abzug der französischen Kolonialherren Zehntausende französische Kollaborateure hingerichtet worden, in Vietnam traf es die amerikanischen Kollaborateure. Dieses Problem ist in Südafrika gerade aktuell. Das Land wurde in den letzten Jahren von wirtschaftlichen Problemen (hohe Arbeitslosigkeit), Kriminalität (hohe Mord- und Vergewaltigungsrate) und einer Welle von Fremdenfeindlichkeit (Angriffe auf Mosambikaner und Simbabwer) geplagt. Aber es gibt ein weiteres großes Problem: Die Rache des schwarzen Mannes.

Seit dem Ende der Apartheid-Diktatur sind 3.000 Farmer umgebracht worden. Genauso wie früher in Simbabwe sind die meisten Farmer in Südafrika Weiße, ein Erbe aus der Apartheid-Zeit. Viele sprechen deshalb von „der gezielten Ausrottung der Farmer mit europäischen Vorfahren, insbesondere der Buren, die von holländischen, deutschen oder französisch-hugenottischen Einwanderern abstammen.“ Die Regierung, die seit 1994 vom African National Congress (ANC) gestellt wird, unternimmt so gut wie nichts dagegen. Einige werfen ihr sogar vor, die Morde indirekt zu unterstützen. Immerhin ist das Problem nicht neu.

Die von Dr.Gregory Stanton gegründete Organisation „Genocidewatch“ stufte Südafrika in ihrem letzten Bericht vom August das Land auf Stufe 6 in der Völkermordskala ein. Nach „Klassifizierung“, „Symbolisierung“, „Entmenschlichung“, „Organisation“ und „Polarisierung“ folgt die Stufe „Vorbereitung“, die nur noch von „Vernichtung“ und „Leugnung“ gefolgt wird. Stanton nannte als Gründe u.a., dass nun auch der südafrikanische Präsident Jacob Zuma das eigentlich verbotene rassistische Kampflied „Kill The Boer“ (Töte den Buren) singt, die zunehmende Bezeichnungen „Kolonialisten“ und „Siedler“ für die gesamte weiße Bevölkerung sowie die steigende Mordrate bei weißen Farmern (97 pro 100.000). (more…)

Die ungezogenen Kinder der Weltpolitik

August 20, 2012
Taliban in Herat, Afghanistan

Terroristen in Herat, Afghanistan

Viele Eltern fürchten sich vor einem Szenario, dass sie überfordert: einem schreienden Kind. Es passiert manchmal, dass Kinder gemeinsam im Sandkasten spielen, bis dann eines der Kinder beginnt, die anderen Kinder anzuschreien und zu verprügeln. Ein ungezogenes Kind kann so ein ganzes Gartenfest ruinieren. Aus Angst, dass das Kind noch mehr schreit oder aus der Hoffnung heraus, dass er bald von selbst aufhört, beschließt man, das Kind schreien zu lassen. Wenn diese Kinder älter werden, ohne dass ihnen von ihren Eltern oder den Lehrern Grenzen aufgezeigt werden, werden sie zu den Raudis, die die Streber terrorisieren, ohne dass jemand es wagt, sich ihnen in den Weg zu stellen.

In der Schule ist es der selbstbewusste Raudi, der den Streber terrorisiert. In der Weltpolitik sind es die unzivilisierten, schreienden, bärtigen Männern mit Turban und Kalaschnikow, die ganze Staaten in den Ruin treiben und Regionen destabilisieren. Die meisten Probleme der Menschheit lassen sich darauf zurückführen, das die, die im Recht waren, keinen Mut hatten, es auszusprechen, während die, die im Unrecht waren, selbstbewusst hinter ihrem Unrecht standen. Albert Einstein brachte das treffend auf den Punkt: „Die Welt wird nicht bedroht von den Menschen, die böse sind, sondern von denen, die das Böse zulassen.“

Der Klügere sollte nicht nachgeben. Wenn man im Recht ist, sollte man darauf beharren. Wie kann es sein, dass ein wütender Mob dafür sorgen kann, dass die Meinungsfreiheit eingeschränkt wird, weil man Angst davor hat, dass der Mob noch wütender wird oder weil man hofft, dass er irgendwann von selbst aufhört, wenn man ihm Zugeständnisse macht? Jedes Zugeständnis führt dazu, dass der schreiende Mann sich in seinem Vorgehen bestätigt fühlt und es in Zukunft weiter anwenden wird, bis man entweder gezwungen ist, die Freiheit im Namen der Toleranz abzuschaffen oder sich den schreienden Horden mit Gewalt entgegenzustellen. (more…)

Religulous

Juni 30, 2012

Der linke US-Komiker Bill Maher, der einige bedenkliche Ansichten vertritt (Impfgegner, Klima-Apokalyptiker), hat 2008 eine satirische Dokumentation gedreht, in der er sich mit religiösen Fanatikern aller Couleur (ja, auch islamischen) auseinandersetzt und den religiösen Glauben an sich parodiert.

Erstaunlich ist, dass es momentan keine religiösen Fanatiker sind, die für eine hitzige Debatte sorgen, in der die Religionsfreiheit im Mittelpunkt steht, sondern überwiegend moderate und sogar säkulare Persönlichkeiten. Das Urteil des Kölner Landgerichts zur Beschneidung hat für große Empörung gesorgt und wird von vielen mit Antisemitismus gleichgesetzt.

Dabei ist es so, dass, egal welche Relativierungen man auch vornimmt, die Beschneidung eine Verletzung des Rechts auf körperliche Unversehrtheit ist. Die Kritik an diesem primitiven Brauch hat nichts mit Antisemitismus zu tun, sondern mit konsequentem Eintreten für die individuellen Rechte eines Menschen. Dass es auch Antisemiten gab, die den Juden diese Praxis aus ideologischen Gründen verboten haben, ändert natürlich nichts daran. (more…)

Multikulti-Shitstorm gegen Sarah Kuttner

Mai 24, 2012
Multikulti in New York: Little Itlay um 1900

Multikulti in New York: Little Itlay um 1900

Die Politische Korrektheit ist in Deutschland offenbar doch noch stärker als ich dachte. Ein Schauprozess wie in Belgien hielt ich für unmöglich, doch nun wurde ich eines besseren belehrt. Letzten Freitag hielt die TV-Moderatorin Sarah Kuttner eine Lesung aus ihrem Buch „Wachstumsschmerzen“, die mit einem Polizeieinsatz und einer Shitstorm-Welle im Internet endete. Der Grund: Kuttner habe sich rassistisch geäußert. Ein 37-jähriger mit äthiopischen Wurzeln meinte entsetzt: „Ich bin zu dieser Lesung gegangen, weil ich Sarah Kuttner eigentlich ganz witzig fand. Aber das war einfach nur rassistisch!“

Was hatte Kuttner getan? Der offenbar stark melaninisierte Gast berichtet: „Sie zog über diese ,Negerpuppe‘ her, ließ sich über deren 30 Zentimeter große ,Schlauchbootlippen‘ aus und wiederholte, wie ekelhaft sie diese Lippen fand. Sie habe die Puppe wegschmeißen müssen, weil es kein Sinn gehabt habe, sie zu behalten.“ Mit dieser „Negerpuppe“ wollte Kuttner ironischerweise den „Alltagsrassismus“ der 1980er Jahre kritisieren, da sie der Ansicht ist, dass so eine „unnatürliche“ und „rassistische Klischees“ bedienende Puppe heutzutage nicht mehr verkauft werden würde. Aber das konnte ihr nicht mehr helfen.

Einige Tage später bekamen die Rassismusvorwürfe gegen Kuttner durch Kuttners ehemaligen Kollegen Mola Adebisi neue Nahrung: „Sarah ist Rassistin, das habe ich selbst zu spüren bekommen. Sie hat häufiger rassistische Witze bei ,Viva‘ gemacht und ist damit durchgekommen.“ Um welche Witze handelte es sich dabei? Mola erklärt es: „Als ich und Milka Loff Fernandes in einer Sendung von den Zuschauern zu den beliebtesten Viva-Moderatoren gewählt wurden, sagte sie nur: ,Das kann nicht euer Ernst sein‘ und warf die Karte mit unseren Namen in den Müll.“ Wie furchtbar rassistisch. Ist Kuttner vielleicht sogar bei der örtlichen Wehrsportgruppe?

Aber Mola hat natürlich auch schlagkräftigere Beweise für Kuttners fanatischen Rassenwahn: „Das Wort ,Neger‘ ist wie das Wort ,Kanake‘ eine abwertende Kategorisierung. Auch ich habe als Kind ,Negerkuss‘ gesagt. Doch die Gesellschaft hat sich weiterentwickelt und es gibt einen Grund, warum er heute ,Schokokuss‘ genannt wird.“ Ja, es hat sich wirklich viel geändert: Die Politische Korrektheit hat die Macht über das öffentliche Vokabular gewonnen und unternimmt seitdem regelmäßig Hexenjagden gegen jeden, der dagegen verstößt. Für Mola offenbar ein zivilisatorischer Fortschritt wie die Judenemanzipation oder das Frauenwahlrecht. (more…)

Der Rassismus der Linken

April 25, 2012
Der klassische Rassismus: Eingang für Weiße und Schwarze getrennt

Der klassische Rassismus: Eingang für Weiße und Schwarze getrennt

Wie nennt man es, wenn jemand andere ethische Maßstäbe für eine Person legt, nur weil er einer anderen Nation, ethnischen Gruppe oder Religion anhört? Rassismus. Die Definition des Wortes ist eigentlich falsch, da Ethnien und religiöse Gemeinschaften keine Rasse sind. Aber dasselbe trifft auch auf andere Wörter zu, wie z.B. Antisemitismus (der Begriff „semitisch“ bezieht sich auf eine Sprachfamilie, zu der auch das Arabische gehört) oder Indianer (Indianer kommen nicht aus Indien).

Rassismus hat verschiedene Gesichter. Bei den Rechten ist es so, dass man seine eigene Gruppe als überlegen betrachtet und deshalb die Taten von Menschen, die einer anderen Nation, ethnischen Gruppe oder Religion angehören, negativer bewertet als die seiner eigenen Gruppe. Bei den Linken dagegen ist es genau andersrum: Ihr Rassismus äußert sich dadurch, dass sie die Taten von Menschen, die einer anderen Nation, ethnischen Gruppe oder Religion angehören, positiver bewerten als die ihrer eigenen Gruppe. In einem Artikel bei Audiatur Online wurde dafür ein Begriff geprägt: „humanitärer Rassismus“.

Es gibt jedoch einen anderen Begriff dafür, und zwar Kulturrelativismus. Kulturrelativismus ist, so sehr man es auch leugnet, schlichtweg Rassismus. Es gibt keinen Unterschied zwischen diesen zwei Phänomenen, denn die Definition von Rassismus, wenn jemand andere ethische Maßstäbe für eine Person legt, nur weil er einer anderen Nation, ethnischen Gruppe oder Religion anhört, wird von den Kulturrelativisten erfüllt. Wer Ehrenmorde als eine „kulturell begründete Tat“ verharmlost und den Kolonialismus die Schuld für Selbstmordattentate gibt, betreibt Rassismus in Reinkultur. Während der rechte Rassismus zurecht gesellschaftlich geächtet ist, ist der linke Rassismus in Deutschland und in vielen anderen Teilen der westlichen Welt noch immer im Mainstream. (more…)

Das Manifest der 12

März 12, 2012

Freiheit!

Vor genau sechs Jahren erschien nach den durch die Mohamed-Karikaturen ausgelösten Unruhen das „Manifest der 12“. Ein unglaublicher Text, der in kurzen Sätzen alles anspricht, wofür wir kämpfen. Hier der volle Wortlaut.

Nachdem die Welt den Faschismus, den Nazismus und den Stalinismus besiegt hat, sieht sie sich einer neuen weltweiten totalitären Bedrohung gegenüber: dem Islamismus.

Wir Schriftsteller, Journalisten, Intellektuellen rufen zum Widerstand gegen den religiösen Totalitarismus und zur Förderung der Freiheit, Chancengleichheit und des Laizismus für alle auf.

Die jüngsten Ereignisse nach der Veröffentlichung der Mohammed-Karikaturen in europäischen Zeitungen zeigt die Notwendigkeit des Kampfes für die universellen Werte. Dieser Kampf kann nicht mit Waffen, sondern muß auf dem Feld der Ideen gewonnen werden. Es handelt sich nicht um ein Aufeinanderprallen der Kulturen oder einen Gegensatz von Okzident und Orient, sondern um einen weltweiten Kampf der Demokraten gegen die Theokraten.

Wie alle Totalitarismen nährt sich der Islamismus aus der Angst und der Frustration. Auf diese Gefühle setzen die Haßprediger, um mit ihren Bataillonen eine Welt der Unfreiheit und Ungleichheit zu erzwingen. Wir aber sagen laut und deutlich: Nichts, nicht einmal Verzweiflung, rechtfertigt Massenverdummung, Totalitarismus und Haß. Der Islamismus ist eine reaktionäre Ideologie. Überall, wo er sich breit macht, zerstört er Gleichheit, Freiheit und Laizismus. Wo er erfolgreich ist, führt er nur zu einer Welt des Unrechts und der Unterdrückung: Der Frauen durch die Männer und aller anderen durch die Integristen.

Wir lehnen den „kulturellen Relativismus“ ab, der im Namen der Achtung der Kulturen und der Traditionen hinnimmt, daß den Frauen und Männern der muslimischen Kultur das Recht auf Gleichheit, Freiheit und Laizität vorenthalten wird.

Wir weigern uns, wegen der Befürchtung, die „Islamophobie“ zu fördern, auf den kritischen Geist zu verzichten. Dies ist ein verhängnisvolles Konzept, das die Kritik am Islam als Religion und die Stigmatisierung der Gläubigen durcheinanderbringt.

Wir plädieren für allgemeine Meinungsfreiheit, damit sich der kritische Geist auf allen Kontinenten gegen jeden Mißbrauch und gegen alle Dogmen entfalten kann.

Wir richten unseren Appell an die Demokraten und freien Geister aller Länder, damit unser Jahrhundert eines der Aufklärung und nicht eines der Verdummung wird.

Ayaan Hirsi Ali, Chahla Chafiq, Caroline Fourest, Bernard-Henri Lévy; Irshad Manji, Mehdi Mozaffari, Maryam Namazie, Taslima Nasreen; Salman Rushdie, Antoine Sfeir, Philippe Val, Ibn Warraq. 

Germanophobie

März 9, 2012

Der Kaiser als wilde Bestie: Karikatur aus den USA während des Ersten Weltkriegs

Das Wort „Rassismus“ bedeutet ja eigentlich, Menschen aufgrund ihrer Rasse als minderwertig zu betrachten. Mit der Zeit hat sich das Wort aber verselbständigt und wird für gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit verwendet, egal ob gegen Türken, Italiener, Polen, Juden oder Muslime. Jede ethnische oder religiöse Gruppe kann Opfer von Rassismus werden. Nicht nur Türken, Italiener, Polen, Juden oder Muslime sind als eine ethnische oder religiöse Gruppe einzuordnen, sondern auch Deutsche. Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass es auch Rassismus gegen Deutsche gibt.

Mit diesem Problem setzte sich jahrelang niemand ernsthaft auseinander. Allein das Wort “Deutschenfeindlichkeit” klang schon irgendwie ausländerfeindlich. In den letzten Jahren hat das Thema Deutschenfeindlichkeit durch Vorfälle in deutschen Schulen mit hohen Migrantenanteil sowie einer Welle von antideutschem Rassismus in Griechenland in die Medien geschafft. In England gibt es bereits einen eigenen Fachbegriff für Deutschenfeindlichkeit: Germanophobie.

Es gab in der Geschichte viele Fälle von Germanophobie. Die Hochphasen des irrationalen Deutschen-Hasses waren die beiden Weltkriege (ok, es gab gerade im zweiten auch viele rationale Gründe für ablehnende Haltungen gegenüber Deutschen) und nun die Eurokrise. Da es Nationalismus überwiegend erst ab dem 19.Jahrhundert gibt, gab es zuvor auch nur wenige Fälle von Germanophobie. Wie bei allen Hassideologien endete auch die Germanophobie oft tödlich, Millionen Deutsche wurden Opfer von Deutschen-Hass. Meistens handelte es sich jedoch um kleinere Handlungen wie den Boykott deutscher Waren. (more…)

Populismus in der Mitte der Gesellschaft

Dezember 8, 2011
Die letzte Gleichschaltung erfolgte unter ihm

Sind seine Ansichten wieder gesellschaftsfähig?

Ist der Rechtsextremismus in der Mitte der Gesellschaft angekommen? Nach dem Neonazi-Terror der Zwickauer Zelle scheinen das viele ernsthaft zu glauben. Kurioserweise wird ein Zusammenhang zwischen „dem Buch“, der „rechtspopulistischen“ Bloggerszene und den „Dönermorden“ hergestellt, was schon aus chronologischen Gründen absurd ist. Um der Frage nachzugehen, müssen wir eins festhalten: Es gibt einen Unterschied zwischen der Mitte der Gesellschaft und Populismus. Populismus steht für Ansichten des Volkes, die in der Politik wenig oder keinen Rückhalt haben. Es handelt sich dabei vor allem um realitätsferne Forderungen aus der unteren Schicht der Gesellschaft, die in den Programmen von Rechts- und Linksextremen auftauchen. Rechtsextreme Wähler sind mehrheitlich männlich, arm und arbeitslos und haben das Gefühl, das niemand sonst sich um sie kümmert.

Die „Mitte der Gesellschaft“ dagegen steht für die Wähler von etablierten Parteien. Populismus findet sich aber auch dort. Jede Nation hält sich für etwas besseres, so auch Deutschland. Die Mehrheit der Deutschen ist nicht nur für Sarrazin, sie haben noch härtere Ansichten als er. Auch ist der durchschnittliche Deutsche ein radikaler Amerikahasser, Antisemit, hat eine schlechte Meinung zum Islam und will den Kapitalismus abschaffen. Er will endlich einen Schlussstrich unter der nationalsozialistischen Vergangenheit setzen und glaubt, dass die Juden „zu viel Einfluss“ in der Gesellschaft haben. Das Programm der NPD oder der DVU spiegelt die Meinungen vieler Deutschen stärker wieder als die aller anderen Parteien: Die NPD will neben der Abschiebung von kriminellen Ausländern Hartz IV abschaffen und Hedgefonds verbieten, die DVU will, dass nicht mehr „die Interessen Israels, der USA und des Großkapitals im Vordergrund stehen, sondern einzige und allein die des deutschen Volkes“ und auch der Umweltschutz ist ein wichtiges Anliegen der Rechtsextremen. (more…)

Ehrenmord/Familiendrama: Wirklich dasselbe?

November 4, 2011
Hat der Islam nichts mit Ehrenmorden zu tun?

Hat der Islam nichts mit Ehrenmorden zu tun?

Einer der gängigsten Methoden, mit denen mittelalterliche Familienriten bei Teilen von muslimischen Migranten verharmlost werden, ist der Vergleich von einem Ehrenmord mit einem Familiendrama. Wenn ein Deutscher seine Familie abschlachtet, dann nennen wir es „Familiendrama“, wenn ein Türke seine Schwester tötet, dann nennen wir es „Ehrenmord“, heißt es.

In einem Gastbeitrag in der WELT sagte Mehmet Daimagüler:

Ihr zeigt euch ganz besorgt über „Ehrenmorde“, aber ihr schweigt schamlos über eure eigenen Ehrenmorde. Ja, die gibt es bei euch auch, sogar viel öfter als bei uns! Ihr nennt eure „Ehrenmorde“ verniedlichend Familientragödie. Ein weiterer Unterschied: Eure Männer machen kurzen Prozess und knallen nicht nur die Frau, sondern gleich auch die Kinder ab.

Ekrem Senol schrieb im Jahre 2009 im „Migazin“ einen Artikel, indem sie den Medien, der Politik oder wem auch immer vorwarf, Ehrenmorde bei Muslimen auszuschlachten. Er sagte wörtlich:

Der Begriff „Ehrenmord“ ist (…) untrennbar mit der Herkunft des Täters verbunden. Stammt der Täter aus einem muslimischen Land, werden Fälle, die, wenn sie von einem Deutschen verübt worden wären, üblicherweise als Familiendrama bezeichnet werden, fortwährend als Ehrenmorde tituliert.

Die Konzentration auf muslimische Täter wiederum führte bei der Mehrheitsgesellschaft zu der Annahme, Ehrenmorde seien tatsächlich muslimisch religiös bedingt (…) Gegen die Verbreitung dieses äußerst verzerrten Bildes wurde selbstverständlich mit Kritik begegnet. Selbst Armin Laschet, Nordrhein-Westfälischer Integrationsminister, räumte Mitte 2008 eine gewisse Doppelmoral in den Medien ein. (more…)

Die Migrantenfrage

November 1, 2011
Multikulti in New York: Little Itlay um 1900

Multikulti in New York: Little Italy um 1900

In der deutschen Geschichte wurden schon oft Fragen gestellt und leidenschaftlich diskutiert. Marx stellte die Arbeiterfrage, bei Heydrich gab es die Judenfrage, die wir bekanntlich zu Ende gelöst haben und zuletzt hatten wir unter Klinsmann die Torwartfrage. Jetzt kommt eine weitere Frage dazu: Die Migrantenfrage.

Wenn wir uns mal ansehen, worum es bei diesen Fragen ging und wie sie zustande gekommen sind, fallen zwei Dinge auf: Erstens ging es immer um die zukünftige gesellschaftliche Rolle der betroffenen Gruppen, ob nun die Arbeiter, die Juden oder Oliver Kahn. So nun auch bei den Migranten. Zweitens wurden diese Fragen immer von den Fragestellern instrumentalisiert, wie z.B. die Arbeiterfrage von den marxistischen Revolutionären. Wer aber hat eigentlich die Migrantenfrage gestellt? War es Sarrazin oder waren es die Migranten selber?

Ich bin selbst ein Migrant und beobachte die Integrationsdebatte seit Jahren. Irgendwie fühle ich mich aber nicht angesprochen. Dies liegt wohl daran, dass ich mich einerseits assimiliert fühle und andererseits die Integrationsdebatte in Wirklichkeit ein Bestandteil der Islamdebatte ist. Wenn wir von mangelnder Integration reden, meinen wir damit in 90% der Fällen muslimische Einwanderer. Es gibt also keine wirkliche Migrantenfrage, sie ist nur ein Anhänger der Islamdebatte.

Migranten und Muslime

Warum reden wir aber so oft nur von Muslimen? Wenn wir von Migranten reden, könnten wir uns doch auch mit den Polen, Italienern, Griechen oder den Spätaussiedelern beschäftigen anstatt immer nur mit den Muslimen. Immerhin machen Muslime nur 20% der Migranten aus und die Probleme, die sie verursachen, kann man auch ganz normal kritisieren ohne ständige Talkshows und heuchlerische Debatten, die am Ende nichts mehr verursachen als mehr Frust und Misstrauen bei denen, die sich daran beteiligen. (more…)