Archive for the ‘Ökologismus/Grüne’ Category

Greifswald statt Paris

Dezember 16, 2015
Prometheus bringt der Menschheit das Feuer

Prometheus brachte uns das Feuer – bringt Greifswald uns die Kernfusion?

In Mitteleuropa wurde vor kurzem etwas vereinbart, dass die gesamte Zukunft der Menschheit beeinflussen könnte. Es geht um die Energieversorgung. Milliarden Menschen könnten von den beschlossenen Vereinbarungen profitieren, in Form von bezahlbarem und ökologisch verträglichem Strom. Um dieses Ziel zu erreichen, wurden Milliarden Euro investiert, die Ergebnisse sollen aber erst in ein paar Jahren sichtbar werden. Gemeint ist natürlich nicht der Weltklimavertrag von Paris, sondern die Inbetriebnahme des Kernfusionsreaktors Wendelstein 7-X in Greifswald. Auch wenn Greifswald weniger Nachrichten machte als Paris, ist es von potenziell weit größerer Bedeutung.

Bei der Kernfusion geht es darum, die Energiegewinnung in der Sonne auf der Erde zu kopieren. Im Inneren der Sonne verschmelzen Wasserstoffkerne unter großem Druck und hoher Temperatur (15 Millionen Grad Celsius) zu leichteren Helium-Kernen und erzeugen dabei die Energie, die bis in die Erde strahlt (das Gegenteil dieses Prozesses ist die Kernspaltung). Da auf der Erde andere Zustände herrschen, müssen in den Fusionsreaktoren noch höhere Temperaturen erzeugt werden, um die Verschmelzung der Wasserstoffkerne herbeizuführen, um die 100 Millionen Grad Celsius. Gelingt das Projekt, haben wir eine potenziell unbegrenzte Energiequelle: Ein Gramm Brennstoff liefert nach Schätzungen des Max-Planck-Instituts so viel Energie wie 90.000 Kilowattstunden, was 11 Tonnen Kohle entspricht.

Der Weltklimavertrag ist dagegen bestenfalls ein Papiertiger, schlimmstenfalls eine massive Verschwendung. In den kommenden Jahrzehnten sollen sich die Industriestaaten von den fossilen Energieträgern Öl, Gas und Kohle verabschieden und auf Sonne, Wasser und Wind setzen (Atomkraft und Fracking sollen keine Chance bekommen). Die Entwicklungsländer sollen mit Finanzspritzen von 100 Milliarden Dollar jährlich unterstützt werden, um ebenfalls die Energiewende hinzukriegen. Mit dieser Welt-Planwirtschaft wird die Energieversorgung aber nicht gesichert werden können und die möglichen Auswirkungen der globalen Erwärmung, wenn überhaupt, nur minimal gestoppt werden können. (more…)

Der Wert von Umweltschutz

Oktober 20, 2015
Ein Prophet des Ökologismus

Muss der Mensch sich für die Umwelt opfern?

Neben der Forderung nach mehr sozialer Gerechtigkeit gehört der Wunsch nach mehr Nachhaltigkeit in unserer Zeit zu den in Sonntagsreden am meisten gebrauchtesten politischen Schlagwörtern. Der Befund ist klar: Der Mensch zerstört die Umwelt. Wälder werden abgeholzt, Seen vergiftet, Arten sterben aus, Abgase verpesten die Luft und die Globale Erwärmung bedroht die gesamte Natur und menschliche Zivilisation. Es hilft nur eine radikale Abkehr von unserem Lebensstil in Richtung von mehr Nachhaltigkeit, ansonsten drohen eine großflächige Zerstörung der Natur und damit auch eine Reihe von apokalyptischen Katastrophen für die Menschheit.

Die Argumente für den Umweltschutz lassen sich in zwei Kategorien einteilen: Die eine sieht den Umweltschutz als einen Wert an sich an, die andere sieht an erster Stelle den Nutzen einer sauberen Umwelt für den Menschen. Theoretisch muss sich beides nicht ausschließen. Wenn der Schutz der Umwelt ein Wert an sich wäre, muss man jedoch auch den theoretischen Fall eines Interessenkonflikts zwischen Umweltschutz und dem Nutzen für den Menschen berücksichtigen und dann argumentieren, der Umweltschutz sei unabhängig vom Nutzen einer sauberen Umwelt für den Menschen wichtig und somit wäre es falsch, die Umwelt zu schädigen, selbst wenn es dem Menschen nicht schaden würde.

Als erstes stellt sich die Frage: Gibt es Interessenkonflikte zwischen Umweltschutz und dem Nutzen für den Menschen? In der Tat. Wenn z.B. für den Bau einer neuen Straße, mit denen zwei wichtige Orte miteinander verbunden werden, eine Tierart ihre gewohnte Umgebung verlassen muss, mag das für die Tiere schlecht sein, doch für den Menschen ergeben sich weitaus mehr Vorteile. Es werden Wälder abgeholzt, damit dort menschliche Siedlungen entstehen oder Rohstoffe abgebaut werden, die für die Produktion von für den Menschen wichtige Güter genutzt werden. Die Menschen zerstören die Umwelt, um bessere Lebensbedingungen für sich zu erzeugen.

Natürlich kann man das Argument bringen: Die Schädigung der Umwelt mag kurzfristig dem Menschen nützen, doch auf Dauer schadet es ihm, da er die Lebensgrundlage für zukünftige Generationen zerstört. Dieses Argument trifft aber nicht immer zu. Es gibt viele Beispiele, in denen der Mensch der Umwelt geschadet hat und davon zumindest nicht mehr Schaden als Nutzen bekam. Der Bau von Straßen und Städten oder die Ausbeutung von Rohstoffen sind nur einige Beispiele, viele moderne technische Errungenschaften haben der Umwelt geschadet. Somit kommen wir zur Frage: Ist Umweltschutz ein Wert an sich, oder zählt nur der Nutzen einer sauberen Umwelt für den Menschen? (more…)

Die besten Maßnahmen für den Tierschutz

August 6, 2015
Symbol für bedrohte Arten: Der Große Panda

Wie können Tiere am besten geschützt werden?

Cecil ist tot. Die Welt ist in Aufruhr. Die Menschen in Simbabwe haben sicher andere Sorgen als den Tod eines Löwen, doch die Herzen der Tierschützer und Tierrechtler in den reicheren Ländern der Welt sind gebrochen. Einen ähnlichen Aufruhr gab es, als im Februar 2014 eine Giraffe in einem dänischen Zoo geschlachtet und an einen Löwen verfüttert wurde. Es ist erstaunlich, dass es Löwen und Giraffen schaffen, zum Symbol für das von Menschen verursachte Leid von Tieren zu werden, während Schlachthöfe keine prominenten Opfer hervorbringen. Wahrscheinlich gibt es einfach zu wenige Jäger, während sich die Fleischesser, zu denen auch ich gehöre, in der großen Mehrheit befinden.

In dem 2005 erschienen Dokumentarfilm “Earthlings” wird anhand von fünf Beispielen schonungslos auf das ganze Leid von Tieren aufmerksam gemacht: Der Lage von Tieren in Tierheimen, der Massentierhaltung, der Pelz- und Lederindustrie, Tierquälerei zu Sport- und Unterhaltungszwecken sowie den Tierversuchen zu wissenschaftlichen Zwecken. Die Bilder sind schwer zu ertragen. Auch wenn ich die Moral des Films nicht teile (ich bin kein Speziesist – würden eines Tages Aliens gegen Menschen kämpfen, und an unserer Seite würde ein Hitler herrschen, bei den Aliens freiheitliche Demokraten, würde ich für die Aliens sein – aber Rechte können nur für vernunftbegabte Lebewesen gelten, also nicht für Tiere), sind die im Film dargestellten Missstände durchaus Realität. Was lässt sich dagegen unternehmen?

Wenn man ein Tierschützer ist, befindet man sich in einer hoffnungslosen Lage. Der Fleischkonsum steigt unaufhaltsam, Pelz und Leder bleiben in der Mode angesagt, Tierquälerei zu Unterhaltungszwecken bleibt verbreitet. Trotz des Mitgefühls für Tiere will die Mehrheit ihr Verhalten nicht ändern. Einige radikale Gruppen wie die “Animal Liberation Front” sehen nur noch Gewalt als Lösung an, doch sollte jedem klar denkenden Mensch bewusst sein, dass sich das Leid der Tiere so erst Recht nicht beenden lässt. Tatsächlich gibt es erfolgsversprechende Wege, um das Leid der Tiere zu beenden. Zwei Probleme lassen sich durch technischen Fortschritt, zwei durch die bereits heute mögliche effizientere Anwendung von Methoden lösen, nur bei einem hilft nur ein Mentalitätswandel. (more…)

Was ist die Natur?

Juli 27, 2015
Humboldt und Bonpland am Fuß des Chimborazo

Gehört der Mensch zur Natur? Und spielt es eine Rolle?

An Begründungen für staatliche Verbote herrscht kein Mangel. Der Gesellschaftsvertrag, religiöse Sitten oder die Angst vor totalem Chaos müssen immer wieder herhalten, um den Raub an Freiheit zu legitimieren. Ein Argument, dass immer wieder hervorgekramt wird, ist das Argument der “Natürlichkeit”. Besonders beliebt ist es bei zwei politischen Gruppierungen, den Grünen und den Konservativen. Die Grünen meinen, man müsse “unnatürliche” Methoden wie Gentechnik komplett verbieten. Die Konservativen sind der Meinung, man müsse “unnatürliche” Familien wie z.B. gleichgeschlechtliche Paare mit einem Kind verbieten. Obwohl beide Gruppierungen keine Freunde sind, sind sich beide darüber einig: Die Natur muss, notfalls mit Freiheitseinschränkungen, geschützt werden.

Da stellen sich für mich zwei Fragen:
1.) Wann ist eine Sache “natürlich” und wann “unnatürlich”?
2.) Warum soll etwas verboten werden, nur weil es “unnatürlich” ist?

Auf diese Fragen habe ich von grüner und konservativer Seite nie eine vernünftige Antwort gehört. Wie man im Buch des Wissens erfährt, gab es in der Menschheitsgeschichte auch nie eine klare Definition von Natur. Meine persönliche, subjektive Definition von Natur lautet: Die Natur ist alles, was nicht vom Menschen gemacht oder verändert wurde. Wälder, Berge, Seen und Tiere sind natürlich, Städte und Straßen nicht. Die angeborene Haarfarbe ist natürlich, die veränderte Haarfarbe nicht. So gesehen ist die gesamte moderne Zivilisation unnatürlich. Diese Definition ist zumindest in sich logisch. Die Grünen und die Konservativen haben jedoch andere Definitionen, von der man nicht dasselbe behaupten kann.

Weder die Grünen noch die Konservativen können eine logische Definition von “Natur” formulieren, und, was wirklich wichtig ist, sie können nicht erklären, warum die Unnatürlichkeit einer Sache ein Grund ist, um sie zu verbieten. Bis jetzt habe ich von beiden Seiten nur völlig unlogische Definitionen von Natur gehört, die dann als Selbstzweck für ein Verbot angewendet wurden, also “Es ist unnatürlich, also muss es verboten werden” – was an der Unnatürlichkeit jedoch grundsätzlich (also in jedem denkbaren Fall) schlecht sein soll, konnte nicht erklärt werden. Um diese Widersprüchlichkeit aufzuzeigen, werde ich die oben genannten Beispiele für “Unnatürlichkeit” bei den Grünen (Gentechnik) und Konservativen (Regenbogenfamilien) mit meinen zwei Fragen testen. (more…)

Wie Naturvölker die Moderne meistern können

Juni 23, 2015

Können Naturvölker mit der Moderne in Einklang leben?

Die französische Politikerin Ségolène Royal sorgte kürzlich für Aufsehen, als sie im Fernsehen meinte, Nutella müsse boykottiert werden, da bei der Produktion von Nutella Palmöl verwendet wird, wofür wiederum Regenwälder in Südostasien gerodet und die dort lebenden Ureinwohner vertrieben werden. Doch der Geschmack von Nutella ist den Franzosen offenbar stark ans Herz gewachsen, Royal erntete nur Unverständnis und nahm ihre Aussage zurück. Es steht jedoch außer Frage, dass die Naturvölker in Südostasien, Zentralafrika und Südamerika durch die Abholzung des Regenwalds in ihrer Existenz bedroht werden, seitdem Konzerne angefangen haben, im Regenwald nach Rohstoffen zu suchen. Die Schuld für dieses Problem geben linke Aktivisten dem Kapitalismus.

Profitgierige Konzerne nehmen keine Rücksicht auf Menschen, auf die Natur und auf die zukünftigen Generationen, sie denken nur an ihre Gewinnmaximierung, und der einzige Weg, um die Zerstörung des Regenwalds zu verhindern, ist ein komplettes Verbot, im Regenwald Rohstoffe abzubauen. Warum das Problem der Zerstörung der Regenwälder aber nichts mit “zuviel freier Marktwirtschaft” zu tun hat, sollte klar sein: Freie Marktwirtschaft bedeutet nicht “Konzerne dürfen machen, was sie wollen” oder “Profit über alles”, sondern eine Rechtsordnung, indem das Eigentum geschützt ist und Vertragsfreiheit und Haftung gelten. Die Abholzung des Regenwaldes ohne die Zustimmung der dortigen Einwohner stellt ganz eindeutig eine Verletzung der Eigentumsrechte der Naturvölker dar.

Der peruanische Ökonom Hernando de Soto, der vielfach zu den Gründen für die Armut in der Dritten Welt geforscht hat, reiste im Jahr 2009 in den Amazonas, nachdem es kurz zuvor in Bagua ein Massaker mit mehr als 30 Toten gegeben hatte, bei dem es um Landnutzungsrechte ging. Er besuchte die Gemeinden der Indios und forschte nach ihren Problemen, dabei bestätigte er, dass fehlende Eigentumsrechte und nicht zuviel freie Marktwirtschaft das Hauptproblem der Naturvölker sind. Eine andere wichtige Feststellung seiner Reise dürfte gerade die linken Aktivisten im Westen überraschen, und zwar: Die Naturvölker lehnen die Moderne nicht grundsätzlich ab, sie begrüßen sie sogar. Er drückte es wie folgt aus: Der Amazonas ist nicht Avatar. (more…)

Zitat des Tages

Juni 18, 2015

Steve Horwitz kommentiert die Reaktion einiger Linken auf die neue päpstliche Enzyklika:

“Nun sehe ich wie all meine linken Pro-Abtreibung-Freunde mir erzählen wie toll der Papst ist, nach Jahrzehnten in denen ich gehört habe wie mittelalterlich und frauenfeindlich die Kirche ist.

Natürlich ist die neue Enzyklika lediglich genauso mittelalterlich wie es die Kirche immer war, nur dieses Mal genauso mittelalterlich wie viele implizite oder explizite Ansichten der Linken über die Moderne und den Markt.”

Keine Gen-Bakterien für Deutschland

April 16, 2015

Das muss man auch erstmal schaffen: In der aktuellen Focus-Titelseite steht oben kleingedruckt:

“Neue Hoffnung bei Krebs: Mit Gen-Bakterien gegen Tumore”

Und als große Schlagzeile:

“Bio-Tech, Finanzen, Internet: Wie US-Konzerne unseren Wohlstand bedrohen”

Offenbar ist niemandem die Ironie aufgefallen.

Wer rettet die Pandas?

Dezember 12, 2014
Symbol für bedrohte Arten: Der Große Panda

Symbol für bedrohte Arten: Der Große Panda

Große Ohren, schwarz-weißer Fell, immer am Bambusfressen: Der in Asien beheimatete Panda ist zwar nicht gerade weit herumgekommen, hat es aber zu großer Bekanntheit gebracht. Auf dem Logo der Naturschutzorganisation WWF ziert sein Antlitz, in vielen Filmen spielt er eine Hauptrolle, und auch in Zoos kann man ihn, wenn auch sehr selten, bestaunen. Der Ruhm hat jedoch einen traurigen Hintergrund. Der Panda wurde als Symbol ausgewählt, weil er als bedrohte Tierart galt. Mittlerweile stehen viele andere Arten wie Elefanten, Löwen, Nashörner und Berggorillas auf der Liste der bedrohten Tierarten ganz oben. Wie kann man verhindern, dass wir in Zukunft nur noch in alten Geschichten von diesen Arten hören?

Naturschutzorganisationen haben meist nur einen Lösungsvorschlag: Das Verbot, bedrohte Tierarten zu jagen und Handel mit ihren Pelzen, Ledern und Elfenbeinen zu treiben. Es gibt jedoch schon lange international geltende Verbote, die nichts an der prekären Situation geändert haben. Die Elefantenpopulation in Afrika ist seit den 1970ern um zwei Drittel gesunken, obwohl der Handel mit Elfenbeinen verboten ist. Tatsächlich sind Handelsverbote kontraproduktiv, wenn es darum geht, bedrohte Arten zu beschützen. Der Handel mit Pelzen und Elfenbeinen war für die oft bettelarmen Einheimischen ein lukratives Geschäft. Das Problem war: Es fehlten geregelte Eigentumsrechte. Wir haben es hier mit einem klassischen Problem zu tun, den man die “Tragödie der Allmende” nennt.

Wenn es ein Gut gibt, der niemandem gehört, zu dem aber jeder Zugang hat – in diesem Fall die Wildtiere – neigen die Menschen zur Übernutzung. Die Wildtiere hatten keine Besitzer, also wurden sie rücksichtslos gejagt, bis viele von ihnen ausstarben. Um dieses Problem zu lösen, wurden jedoch die falschen Mittel gewählt. Die Verbannung in die Illegalität hatte zur Folge, dass die Wildtiere für die Einheimischen nun gar keinen Wert mehr hatten, da sie mit dem häuslichen Viehbestand konkurrierten und Land besetzten, dass bewirtschaftet, bebaut oder anderweitig benutzt werden konnte. Andere wiederum betrieben Wilderei, um die Elfenbeine und Pelze zu überhöhten Preisen im Schwarzmarkt zu verkaufen. Die Wildtiere wurden nun noch rücksichtsloser gejagt. Für die Einheimischen lohnte es sich schlicht nicht, sie zu beschützen. Ein klassischer Fall von “Gut gemeint ist nicht gut gemacht”. (more…)

Kein Fortschritt mit den Grünen

Oktober 18, 2014
Bohrung nach Schiefergas, dem neuen Hoffnungsträger im Energiemarkt

Fracking gilt als Teufelstechnologie

Es mag einige Kritikpunkte am geplanten Freihandelsabkommen (TTIP) geben, die berechtigt sind. Wenn man jedoch sieht, womit die Anti-TTIP-Kampagne “Campact” Erfolg hatte, sträuben sich einem die Nackenhaare. Zwei oft gehörte Argumente lauteten, durch TTIP werden amerikanische Chlorhühnchen nach Deutschland kommen – und das ist schlecht, wegen Gentechnik und so – und TTIP würde das Aus für die Kultursubventionen der europäischen Staaten bedeuten – und das ist schlecht, weil unser GEZ-Fernsehen und Förder-Kino so viel besser ist als Hollywood, HBO, AMC und Netflix.

Nicht nur, dass diese Kritikpunkte eher für als gegen TTIP sprechen (denn Chlorhühnchen sind nicht ungesünder als das deutsche Huhn und Kultursubventionen sind grotesker Unsinn), sind beide Argumente auch noch falsch: Auch mit dem Freihandelsabkommen würden Chlorhühnchen in der EU verboten bleiben, und für die subventionierten Künstler wurden bereits großzügige Ausnahmen verkündet, die sie vor Konkurrenz schützen. Im Klartext: Die Freihandelsgegner verbreiten Angst mit Dingen, die nicht eintreten werden, obwohl es gut wäre, wenn sie eintreten, und haben mit dieser doppelt falschen Angstmacherei auch noch durchschlagenden Erfolg.

Egal ob Atomkraft, Fracking oder Chlorhühnchen, die Angstmacherei funktioniert immer. Mit fatalen Konsequenzen, nicht nur bei TTIP. Deutschland setzt auf die “Energiewende”, alternative Energiequellen werden verteufelt. Über Fracking wurde besonders ein Mythos verbreitet: Es verursacht brennende Wasserhähne. Dabei gab es dieses Phänomen lange vor Fracking, und es gibt überhaupt keinen Beweis, dass Fracking irgendetwas damit zu tun hat. Dieser Mythos ist jedoch, einmal in die Welt gesetzt, unauslöschlich. Überall wird es verbreitet, die Bilder vom brennenden Wasser haben sich fest ins Gedächtnis eingebrannt, und jeder, der diese Behauptung infrage stellt, ist “von der Öllobby gekauft”. (more…)

Nur Laissez-faire ist wirklich fair

Juni 7, 2014
lk

Freier Handel ist fairer Handel

Im Jahr 2001 veröffentlichten Michael Miersch und Dirk Maxeiner das Buch “Das Mephisto-Prinzip”. Dort beschrieben sie, wie Menschen mit guten Absichten oft eher Schlechtes erreichen und gleichzeitig Menschen mit vermeintlich schlechten Absichten (also Profite machen) Gutes bewirken. Der Buchtitel stammt aus dem Goethe-Klassiker “Faust”. Mephisto sagt zu Faust: “Ich bin ein Teil von jener Kraft, die stets das Böse will, und stets das Gute schafft”. Das Mephisto-Prinzip bedeutet also, ohne gute Absichten etwas Gutes zu bewirken.

Eine gute Spezies der anderen Art sind die Grünen. Die Grünen sind die Kraft, die stets das Gute will, und stets das Böse schafft. Ein gutes Beispiel ist die Fairtrade-Bewegung. Das Ziel von Fairtrade sollte es sein, die Arbeitsbedingungen von Bauern in der Dritten Welt zu verbessern. Wer Kaffee trinkt, konnte ja gleich die Tränen der kolumbianischen Bauern trinken. Das Fairtrade-Siegel sollte dem Verbraucher mit Gewissen die Garantie geben, dass die von ihm gekauften Produkte nicht durch die Ausbeutung von armen Kleinbauern in die Läden kamen.

Eine Studie der School of Oriental and African Studies (SOAS) offenbart nun, was wirklich hinter diesen Versprechen steht. Die meisten Farmarbeiter, die an Fairtrade-Programmen teilnehmen, werden schlechter bezahlt als die Arbeiter in konventionellen Farmen und sogar in kleinen Nicht-Fairtrade-Farmen. Darüber hinaus sind auch die Arbeitsbedingungen in Fairtrade-Farmen schlechter, und auch von den sozialen Projekten profitieren die Arbeiter nur wenig. Oder anders gesagt: Fairtrade ist ein Riesenschwindel. Menschen fühlen sich gut, ohne Gutes zu tun. (more…)


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