Archive for the ‘Ökologismus/Grüne’ Category

Der Wunsch nach der Strafe des Planeten

Oktober 9, 2017

Im September wurden die USA durch die Hurrikans „Harvey“ und „Irma“ erschüttert, die als stärker eingestuft wurden als alle anderen die Jahre zuvor. Später wurde die Karibik von Hurrikans erschüttert, die ebenfalls stärker waren als üblich. „Maria“ hat große Teile Puerto Ricos lahmgelegt. Auch in Deutschland gab es jüngst außergewöhnlich starke Stürme, die Tote forderten, wie das Tief „Xavier“. Man könnte meinen, diese Ereignisse würden eine deutliche Zunahme von schweren Stürmen überall auf der Welt bezeugen. Und natürlich kommt dann vielen die Globale Erwärmung als Ursache in den Sinn. Doch die Wahrheit ist: Es gibt weltweit keine Zunahme an schweren Stürmen:

Nicht nur das, auch die Zahl der Opfer für die Hurrikans hat abgenommen, dank besserer Vorhersagen und Präventionsmaßnahmen. Nur die Kosten für die Schäden haben zugenommen, aber das ist ein Paradoxon des Wirtschaftswachstums: Je mehr Wohlstand Gemeinschaften haben, desto mehr kann zerstört werden. Diese Fakten haben aber keine Verwendungsmöglichkeit für die Leute, die ein mit den Folgen der Globalen Erwärmung begründetes Verbot von fossilen Energien und staatlich geförderten Ausbau von grünen Energien fordern und allgemein Donald Trump hassen. Also ignorieren sie sie einfach und tun so, als würden die Stürme zunehmen und als sei es absolut klar, dass die Globale Erwärmung dafür verantwortlich ist.

Peter Altmaier fragte, die Wissenschaft vergewaltigend, „Wieviele Jahrhundert Hurrikane muss es geben, bis die Klimawandel-Leugner merken, dass sie gerade das Leben ihrer Enkelkinder ruinieren?“ Auch der republikanische Bürgermeister von Miami, Milliarden-Unternehmer Richard Branson und Prinz Charles wollten nach den Hurrikans vom September und Oktober endlich über die Globale Erwärmung sprechen. Die tragischen Ereignisse auf der Insel haben sicher viele Menschen bewegt, aber wichtiger war das politische Kapital, dass man aus ihnen schlagen konnte. Und es hat zumindest teilweise Erfolg gehabt: Einer unter 1.002 Personen durchgeführten Umfrage zufolge sahen 55% der Amerikaner die Globale Erwärmung als Hauptursache für die stärkeren Hurrikans 2017. Also ist der „Klimaleugner“ Donald Trump im Grunde höchstpersönlich für all die Toten von Irma, Harvey, Maria und wohl auch Xavier verantwortlich.

Tatsächlich gibt es einen politischen Grund, warum sich der Wiederaufbau in Puerto Rico erschweren könnte. Aber er hat nichts mit Trumps Umweltpolitik oder der Globalen Erwärmung zu tun. Der aus dem Jahr 1920 stammende „Jones Act“ sieht vor, dass jedes Schiff, dass in amerikanischen Gewässern Handel betreibt, in den USA gebaut, in den USA registriert, mit einer amerikanischen Flagge unterwegs, zu mindestens 75% von Amerikanern besessen sein und einen Anteil von mindestens 75% Amerikaner in der Crew haben muss. Es ist extrem dummer und schamloser Protektionismus, und die Folgen für die puertoricanische Wirtschaft sind besonders schlimm, weil die umliegenden Karibikinseln viel niedrigere Schiffskosten aufweisen. Erst nach langer Zeit hat sich Trump entschlossen, den Jones Act für Puerto Rico zu lockern – aber nur für kurze Zeit. (more…)

Auf dem Weg zur Verkehrswende

August 26, 2017
Werden Taxis bald aussterben?

Haben Autos noch eine Zukunft in Deutschland?

Von außen betrachtet könnte es so aussehen, als würde jemand gezielt einen Plan verfolgen, um Deutschland zu schaden. Die Atomkraft wird geächtet, der Gentechnik wird keine Chance gegeben, und nun holt man zum finalen Schlag aus und zerstört die deutsche Autoindustrie – was die geplanten Diesel-Fahrverbote langfristig schaffen könnten. Aber es ist kein geheimer Plan. Meistens ist Dummheit eine bessere Erklärung als Bösartigkeit. Die Diesel-Gegner planen nicht, Deutschland zu schaden, sie glauben einfach wirklich, dass Elektroautos die Zukunft sind und „die deutsche Automafia jedes Jahr 10.000 Menschen vergast“, wie es GEZ-Mann Jürgen Döschner in einem (wie üblich später gelöschten) Tweet ausdrückte.

Anfangs dachte ich, dass es nicht so weit kommen würde. Die Wutrede von Winfried Kretschmann auf dem Grünen-Parteitag brachte es auf den Punkt: Wer jetzt das Ende des Diesels beschwört, der darf sich nicht wundern, wenn er bei den Wahlen bei 6-8% landet. Aber langsam setzt sich, genauso wie vor dem Atomausstieg, ein angsteinflößender Konsens durch, der sich am besten durch folgendes Jahrhundertzitat von Katrin Göring-Eckardt beschreiben lässt: „Ich bin ja in der DDR aufgewachsen und bin darum skeptisch, wenn sich der Staat einmischt. Aber gerade nach der Debatte dieser Woche ist doch klar, dass der Staat das Ende des fossilen Verbrennungsmotors festschreiben muss.“

Ich der letzte, der die deutsche Autoindustrie für die Hüter der Moral hält. Sie haben mit ihren Abgas-Tricksereien einen Betrug verübt, und unabhängig davon genießt VW noch immer staatliche Privilegien, die es erst Recht zu kritisieren gibt. Dennoch sehe ich es als Desaster an, wenn man sich nun dazu aufmacht, das deutsche Auto zu entsorgen. Dafür gibt es vernünftige Gründe.

1. Die Auto-Abgase sind keine große Gesundheitsgefahr.

Historisch betrachtet wird die Luft in den Frühphasen der Industrialisierung am schwersten belastet. So war es in Europa und später in China, wobei die Belastung durch moderne Technik mit der Zeit zurückgeht und keine Gefahr mehr für die Gesundheit darstellt. Die Zahlen zeigen: In Berlin liegt die Feinstaubbelastung bei relativ ungefährlichen 24 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft und die Stickstoffoxid-Emissionen in ganz Deutschland haben sich seit 1990 halbiert. Dabei muss auch beachtet werden, dass Autos nur einen geringen Teil der Feinstaubbelastung ausmachen und Fahrverbote deshalb kaum etwas an den Feinstaubwerten ändern würden. Letztlich zeigt das auch, wie absurd übertrieben die gesetzlichen Auflagen waren, ebenso wie die ganzen Märchen-Zahlen über „zusätzliche Tote“ durch nicht eingehaltene Abgasgrenzwerte. (more…)

Spaß mit Tieren

Juni 27, 2017

Bald auch in ihrer Umgebung?

Es gibt keinen Mangel an Beschwerden über NRW. Die innere Sicherheit, die Bildungspolitik, der Schuldenberg und so vieles mehr. Aber es gibt einige Menschen, für die das offenbar nicht genug ist. Denn NRW ist gerade dabei, die Sicherheit im Bundesland noch weiter zu gefährden mit einer Idee, die so verrückt ist, dass sie nur von wohlstandsverwöhnten Grünen kommen kann: Der gezielten Ansiedlung von Wölfen. Das gab es ab 2000 bereits in Niedersachen, Sachsen, Hamburg und Schleswig-Holstein, was für die Wolfsfreunde eine erfreuliche Nachricht war. In NRW sind sie, nachdem sie 1835 das letzte Mal gesichtet worden waren, seit 2009 nachgewiesen, als eine DNA-Probe bestätigte, dass ein Wolf ein Schaf gerissen hatte – ein passendes Comeback. Dieses Jahr scheint ihnen der Durchbruch gelungen zu sein: Es gab schon drei Sichtungen bis März.

Warum tut man sowas? Die Argumente der Tierschützer sind kurz und knapp: Wölfe sind gar nicht so gefährlich für den Menschen, außerdem kann man lernen, nicht angegriffen zu werden, falls ein Wolf einem zu nahe kommt (nicht weglaufen, nicht füttern, notfalls laut ansprechen, klatschen oder mit den Armen winken), das „ökologische Gleichgewicht“ sorgt dafür, dass sich die Wölfe nicht zu stark vermehren, und überhaupt gibt es mehr Hundeangriffe als Wolfsangriffe. Deswegen ist die Wolfsjagd auf Betreiben der grünen Wolfsfreunde EU-weit verboten worden (obwohl sich nicht alle Länder daran halten). Immerhin gibt es in Deutschland einen Kompromiss: Landwirte bekommen die Präventionsmaßnahmen, wie z.B. hohe Elektrozäune zum Schutz für Nutztiere, sowie die Schäden, die ihnen durch Wolfsangriffe entstehen, vom Staat zurückerstattet. Dann ist ja alles super.

Wer sowas befürwortet, leidet ganz eindeutig an einem verklärten Blick auf die Natur, den man nur haben kann, wenn man in der Zivilisation lebt und nie Wildtiere in der Natur gesehen hat. Leider ist davon auszugehen, dass dieser Irrsinn bald Menschenleben gefährden oder fordern wird. Wölfe haben in der Vergangenheit immer wieder Menschen angegriffen, wenn sie dauerhaft in die Nähe von menschlichen Siedlungen kamen. Allein in Frankreich gab es von 1200 bis 1920 rund 7.600 tödliche Wolfsangriffe. Das war der Grund, warum man sie alle getötet hat, und es war ein guter Grund. Bis jetzt haben Wölfe in Europa in den letzten Jahren noch keine Menschen getötet, aber im niedersächsischen Vechta wurde schon einer der gesetzlich geschützten Wölfe bereits vor einem Kindergarten gesichtet. Dieses Natur-Feeling könnten bald mehr Gemeinschaften erleben. (more…)

Was die Experten sagen

Dezember 12, 2016
Jeder will sie, nur nicht bei sich zuhause

Ist der Umstieg auf die grünen Energien wirklich unausweichlich?

„The science is settled.“ Das ist das Totschlagargument, mit dem jede Diskussion darüber, ob wir aus allen fossilen Energieträgern aussteigen und in grüne Energien investieren müssen, beendet wird. Die Klimatologen sind sich zu 97% einig: Es gibt die vom Menschen verursachte Globale Erwärmung, und wenn wir nicht unseren CO2-Ausstoß drastisch senken, werden in den kommenden Jahrzehnten Millionen Menschen sterben. Deswegen waren viele Trump-Gegner schockiert, als Trump im Vorfeld der US-Wahlen Zweifel an der These von der menschengemachten Globalen Erwärmung äußerte und ankündigte, Investitionen in grüne Energien zu drosseln sowie aus dem Klimavertrag von Paris aussteigen zu wollen. Wie kann jemand die Wissenschaft leugnen!? Mittlerweile hat sich Leonardo di Caprio höchstpersönlich mit Trump getroffen, um mit ihm über seinen Oscar … äh, die Globale Erwärmung zu reden.

Zwei Dinge erstaunen mich an dem Argument. Erstens: Nehmen wir an, es wäre wirklich so, dass 97% aller Klimatologen von der menschengemachten Globalen Erwärmung überzeugt sind. Das würde nicht im Geringsten erklären, warum die Öffentlichkeit den Klimatologen vertraut. Es gibt nämlich viele andere Wissenschaftsfelder, in denen die Experten sich in der absoluten Mehrheit einig sind, und der Öffentlichkeit ist es egal. Das beste Beispiel: Die Wirtschaft. Obwohl sich Ökonomen in vielem uneinig sind, gibt es doch bei der Mehrheit einen Konsens – und dieser Konsens geht stark in Richtung „Die freie Marktwirtschaft ist das bestmögliche Wirtschaftssystem.“ Im Magazin „American Economic Review“ wurden im Mai 1992 1.350 Ökonomen aus Privatunternehmen, staatlichen Behörden und Bildungseinrichtungen befragt. Die Ergebnisse waren u.a.:

– 93% meinten, dass Zölle und Importquoten den allgemeinen Wohlstand schädigen.
– 84% meinten, dass ein großes Defizit im Staatshaushalt schlechte Folgen für die Wirtschaft hat.
– 79% meinten, dass der Mindestlohn die Arbeitslosigkeit von Jugendlichen und Geringqualifizierten erhöht.
– 71% meinten, dass Inflation primär durch eine Erhöhung der Geldmenge verursacht wird, und 74% lehnten Preiskontrollen als Mittel zur Inflationsbekämpfung ab.
– 93% meinten, dass eine Mietpreisbremse die Qualität und Quantität des Wohnungsangebots schädigt.
– 83% meinten, dass es keine legitime Aufgabe des Staates ist, Einkommen umzuverteilen.

Das ist ein ziemlich heftiger Konsens. Nicht nur diese ältere Umfrage aus den USA zeigt das, so gut wie überall – in den USA, Kanada, Westeuropa, Osteuropa, Lateinamerika, usw. – und zu jeder Zeit gibt es unter den Ökonomen eines Landes einen liberalen Konsens. Die einzigen Ausnahmen sind Länder, die eine totalitäre Diktatur sind und in der die Forschung somit nicht frei ist. Ansonsten sind die Ökonomen in allen wichtigen Bereichen zu deutlich über 50% für liberale Politik: Für Freihandel, gegen chronische Schuldenmacherei („für Austerität“ würde man heute sagen), gegen einen großen Sozialstaat, für eine strikte Geldpolitik, gegen Mindestlohn, gegen Mietpreisbremse. „The science is settled“ – das gilt in der Ökonomie auf jeden Fall. Wie wir wissen, interessiert das in der Öffentlichkeit aber keine Sau. Warum gibt es diese unglaublich große Ungleichbehandlung von Klimatologen und Ökonomen? (more…)

Die wahre Katastrophe des Malthus

September 25, 2016
Malthus löste viele Katastrophen aus

Malthus löste viele Katastrophen aus

Wie viele Menschen sollte es auf der Welt geben? Allein die Frage ist totalitär. Zumindest, wenn man sie so versteht, wie es Politiker tun: Als eine Sache, die durch Gesetze geregelt werden muss. Das bedeutet letztlich, dass der Staat bestimmt, wie viele Kinder die Menschen haben sollten. Leider ist in der Geschichte nicht selten versucht worden, die Kinderzahl einer Gesellschaft von staatlicher Seite bestimmen zu lassen. Es gab die Ein-Kind-Politik in China, erzwungene Maßnahmen zur Bevölkerungskontrolle in Indien und Peru, die darauf abzielten, die Bevölkerungszahl kleiner werden zu lassen, aber auch Maßnahmen zur Zunahme der Bevölkerung, z.B. im kommunistischen Rumänien und, in zugegeben deutlich weniger totalitärer Art, auch im heutigen Deutschland, wo der Staat versucht, die Geburtenrate steigen zu lassen, damit es mehr Rentenzahler gibt.

Meistens geht es bei Bevölkerungskontrolle aber darum, die Bevölkerung kleiner werden zu lassen. Die Befürchtung dahinter stammt vom britischen Ökonomen Thomas Robert Malthus, der im 18. Jahrhundert lebte. Er formulierte die These von der „Malthusianischen Katastrophe“. Diese wird von seinen Anhängern so wiedergegeben: Wenn die Bevölkerung steigt, müssen immer mehr Ressourcen verbraucht werden, deshalb werden die Ressourcen knapp, und als Folge sterben massenhaft Menschen. Heute sind viele Menschen Malthusianer, auch solche, die nie etwas von Malthus gehört haben. Als der „Club of Rome“ – bekannt dafür, mit jeder Prophezeiung verlässlich falsch zu liegen – jüngst einen Bericht vorlag, der vor zu hohem Bevölkerungswachstum und Umweltzerstörung warnte und Prämien für kinderlose Frauen forderte, meldeten sich wie erwartet viele, die ihnen begeistert zustimmten.

In der Zeit schrieb ein Kommentator:

Ich habe nie verstanden, warum in Deutschland immer 80 Mio. Menschen leben müssen. Vielleicht erklärt das noch wer. Ich denke, ein Deutschland mit auch nur 10 Mio. Menschen wäre ein toller Ort.

Ein anderer Kommentator bescheinigte dem Club of Rome, die Vernunft zu besitzen, die jeder haben müsste:

Beim „Club of Rome“ scheint es sich tatsächlich um die letzte Bastion menschlicher Vernunft zu handeln. Und wenn sie ehrlich sind, wissen auch die Manager, die Vermögenden, die Nutznießer der Konsumgesellschaft, dass es so nicht weiter gehen kann. Aber so lange der Kamin raucht…

Und in der FAZ forderte ein Kommentator sogar noch härtere Maßnahmen:

Weltweiter partieller Kinderverzicht wäre die einzig wahre, nachhaltige Form von Umweltschutz … aber der hört genau HIER auf, politisch korrekt zu sein. Deshalb trennen wir weiter den Müll und freuen uns auf demnächst weltweit 20 Milliarden – von denen wir dann 19 Milliarden das Mülltrennen beibringen können.

Somit stellt sich die Frage: Haben Malthus, der Club of Rome und die deutschen Kommentatoren Recht und brauchen wir ein massives, weltweites Menschenbegrenzungsprogramm? (more…)

Fakten zu Tschernobyl

April 27, 2016

Steht die Ära der Atomkraft vor dem Ende?

Der 11. März ist der Tag, der in Deutschland seit 2012 mit den Fukushima-Lügen zusammenfällt. An diesem Tag wird immer an die vermeintliche „Atomkatastrophe“ erinnert, die sich 2011 in Japan zugetragen haben soll. In Wirklichkeit waren es ein Erdbeben und ein Tsunami, und die „Atomkatastrophe“, die vor allem in deutschen Redaktionen stattfand, forderte kein einziges Todesopfer. Trotzdem war Fukushima das Ende der Atomkraft in Deutschland, und an jedem 11. März im Jahr wird uns erklärt, warum. Nun jährte sich gestern auch die echte Atomkatastrophe von Tschernobyl zum 30. Mal, und wieder war das Thema „Schäden durch die Atomkraft“ in den Medien.

Wie gesagt, war Tschernobyl im Gegensatz zu Fukushima eine echte Katastrophe, und eine Debatte über die Gefahren der Atomkraft ist natürlich angebracht, aber dennoch ist es erstaunlich, wie viele Fehlinformationen auch bezüglich Tschernobyl in der Öffentlichkeit vorherrschen. Dirk Maxeiner und Michael Miersch haben sich schon 2000 in ihrem „Lexikon der Öko-Irrtümer“ u.a. mit diesem Thema auseinandergesetzt. In den Medien werden immer wieder Zahlen von Tausenden Todesopfern durch Tschernobyl genannt, grüne Organisationen sprechen von Hunderttausenden oder über 1 Million Opfern. Die tatsächlich bestätigten Zahlen sprechen eine andere Sprache.

Glücklicherweise hat die Zeit schon vor fünf Jahren in einem seltenen Moment des Zweifels an der grünen Hysterie die Zahlen des „Wissenschaftlichen Ausschuss der Vereinten Nationen zur Untersuchung der Auswirkungen der atomaren Strahlung“ (UNSCEAR) vorgebracht, die folgendes ergeben:

– 134 Arbeiter wurden akut verstrahlt, 28 starben kurz darauf an der Strahlenkrankheit. Bis 2006 starben 19 weitere Techniker (deren Todesursache konnte aber meist nicht mit Radioaktivität in Verbindung gebracht werden).
– In der Umgebung des Atomkraftwerks traten zwischen 1991 und 2005 bei Personen, die 1986 unter 18 Jahre alt waren, 6848 Fälle von Schilddrüsenkrebs auf, 15 Personen starben daran (nach 1986 geborene Kinder sind nicht betroffen).
– Menschen, die außerhalb der Ukraine, Russland und Weißrussland leben, haben keinerlei Konsequenzen zu befürchten, weder durch Todesfälle noch durch höhere Krebsraten. Kein Mensch in Deutschland hat durch Tschernobyl gesundheitliche Schäden erlitten.

Macht insgesamt 50-62 Tote. Das ist eine große Zahl, und die psychischen Folgen sind da nicht mitberechnet (Hunderttausende mussten umgesiedelt werden), sie ist jedoch keineswegs auf einer Stufe mit den Zahlen von Greenpeace, Ärzten gegen den Atomkrieg (IPPNW) oder der Gesellschaft für Strahlenschutz, die von 1,4 Millionen Todesopfern ausgeht. (more…)

Ein freier Horizont?

März 1, 2016
Jeder will sie, nur nicht bei sich zuhause

Jeder will sie, nur nicht bei sich zuhause

Bei dem ganzen Bündel an Großprojekten unserer Zeit – Klimarettung, Eurorettung, Flüchtlingskrise – wird das ein oder andere Projekt schon vergessen. Aber sie sind noch da. Eines dieser Projekte ist die Energiewende. Zur Erinnerung: Neben dem totalen Atomausstieg bis 2022 soll bis 2020 u.a. der Anteil der „Erneuerbaren Energien“ am Bruttoendenergieverbrauch auf 18% und am Bruttostromverbrauch auf 35% steigen, die CO2-Emissionen um 40% (gegenüber 1990) sinken, der Primärenergieverbrauch und der Stromverbrauch um jeweils 20% und die Zahl der Elektroautos soll auf 1 Million steigen. Bis 2050 sind die Ziele noch deutlich ambitionierter. Die Kosten für das ganze Projekt liegen bei mehr als 1 Billion Euro.

Obwohl die große Mehrheit der Deutschen (90% und mehr) gemäß Umfragen die Energiewende gutheißt, beginnt sich in einigen Gegenden Widerstand zu formen. Besonders die, die vom Ausbau der Erneuerbaren Energien direkt betroffen sind, haben eine weniger gute Meinung dazu (während der explosive Anstieg des Strompreises erstaunlich lässig hingenommen wird). Wie die Welt berichtet, haben sich mehreren Bundesländern Anti-Windkraft-Bündnisse gegründet, die einen Offenen Brief an Angela Merkel geschrieben haben, indem sie gegen den Ausbau der Windkraft protestieren, es finden immer mehr Infoveranstaltungen gegen die Energiewende statt, drei Familien haben aufgrund der gesundheitsschädlichen Folgen der Windkraftanlagen eine Verfassungsklage eingereicht, und in Mecklenburg-Vorpommern hat sich am 27. Februar eigene Anti-Windkraft-Partei gegründet: Freier Horizont.

Eine neue Partei? Ernsthaft? Noch eine? Nach den Piraten, der AfD, Alfa und wie sie sonst noch alle heißen? Nun … Ja. Was bleibt sonst übrig? Wenn es nur um ein Thema geht, reicht zwar ein Bürgerbündnis, während eine Partei für ein gesamtes Gesellschaftsprogramm stehen sollte, aber es kann ein thematischer Schwerpunkt gesetzt werden, auf dessen Basis das Restprogramm aufbaut. Beim Freien Horizont wird sich zeigen, ob sie nur eine Ein-Thema-Kampagne bleiben werden oder eine ernstzunehmende Partei mit einem gesamtgesellschaftlichen Programm. Es ist aber ein spannender Anfang, als erstes Thema die Gegnerschaft zur Energiewende zu haben. Die grüne Ideologie hat seit 30 Jahren die uneingeschränkte Herrschaft über Deutschland, die Grünen haben 2011 quasi als Oppositionspartei den Atomausstieg beschlossen. Könnte ihre Herrschaft langsam wackeln? (more…)

Greifswald statt Paris

Dezember 16, 2015
Prometheus bringt der Menschheit das Feuer

Prometheus brachte uns das Feuer – bringt Greifswald uns die Kernfusion?

In Mitteleuropa wurde vor kurzem etwas vereinbart, dass die gesamte Zukunft der Menschheit beeinflussen könnte. Es geht um die Energieversorgung. Milliarden Menschen könnten von den beschlossenen Vereinbarungen profitieren, in Form von bezahlbarem und ökologisch verträglichem Strom. Um dieses Ziel zu erreichen, wurden Milliarden Euro investiert, die Ergebnisse sollen aber erst in ein paar Jahren sichtbar werden. Gemeint ist natürlich nicht der Weltklimavertrag von Paris, sondern die Inbetriebnahme des Kernfusionsreaktors Wendelstein 7-X in Greifswald. Auch wenn Greifswald weniger Nachrichten machte als Paris, ist es von potenziell weit größerer Bedeutung.

Bei der Kernfusion geht es darum, die Energiegewinnung in der Sonne auf der Erde zu kopieren. Im Inneren der Sonne verschmelzen Wasserstoffkerne unter großem Druck und hoher Temperatur (15 Millionen Grad Celsius) zu leichteren Helium-Kernen und erzeugen dabei die Energie, die bis in die Erde strahlt (das Gegenteil dieses Prozesses ist die Kernspaltung). Da auf der Erde andere Zustände herrschen, müssen in den Fusionsreaktoren noch höhere Temperaturen erzeugt werden, um die Verschmelzung der Wasserstoffkerne herbeizuführen, um die 100 Millionen Grad Celsius. Gelingt das Projekt, haben wir eine potenziell unbegrenzte Energiequelle: Ein Gramm Brennstoff liefert nach Schätzungen des Max-Planck-Instituts so viel Energie wie 90.000 Kilowattstunden, was 11 Tonnen Kohle entspricht.

Der Weltklimavertrag ist dagegen bestenfalls ein Papiertiger, schlimmstenfalls eine massive Verschwendung. In den kommenden Jahrzehnten sollen sich die Industriestaaten von den fossilen Energieträgern Öl, Gas und Kohle verabschieden und auf Sonne, Wasser und Wind setzen (Atomkraft und Fracking sollen keine Chance bekommen). Die Entwicklungsländer sollen mit Finanzspritzen von 100 Milliarden Dollar jährlich unterstützt werden, um ebenfalls die Energiewende hinzukriegen. Mit dieser Welt-Planwirtschaft wird die Energieversorgung aber nicht gesichert werden können und die möglichen Auswirkungen der globalen Erwärmung, wenn überhaupt, nur minimal gestoppt werden können. (more…)

Der Wert von Umweltschutz

Oktober 20, 2015
Ein Prophet des Ökologismus

Muss der Mensch sich für die Umwelt opfern?

Neben der Forderung nach mehr sozialer Gerechtigkeit gehört der Wunsch nach mehr Nachhaltigkeit in unserer Zeit zu den in Sonntagsreden am meisten gebrauchtesten politischen Schlagwörtern. Der Befund ist klar: Der Mensch zerstört die Umwelt. Wälder werden abgeholzt, Seen vergiftet, Arten sterben aus, Abgase verpesten die Luft und die Globale Erwärmung bedroht die gesamte Natur und menschliche Zivilisation. Es hilft nur eine radikale Abkehr von unserem Lebensstil in Richtung von mehr Nachhaltigkeit, ansonsten drohen eine großflächige Zerstörung der Natur und damit auch eine Reihe von apokalyptischen Katastrophen für die Menschheit.

Die Argumente für den Umweltschutz lassen sich in zwei Kategorien einteilen: Die eine sieht den Umweltschutz als einen Wert an sich an, die andere sieht an erster Stelle den Nutzen einer sauberen Umwelt für den Menschen. Theoretisch muss sich beides nicht ausschließen. Wenn der Schutz der Umwelt ein Wert an sich wäre, muss man jedoch auch den theoretischen Fall eines Interessenkonflikts zwischen Umweltschutz und dem Nutzen für den Menschen berücksichtigen und dann argumentieren, der Umweltschutz sei unabhängig vom Nutzen einer sauberen Umwelt für den Menschen wichtig und somit wäre es falsch, die Umwelt zu schädigen, selbst wenn es dem Menschen nicht schaden würde.

Als erstes stellt sich die Frage: Gibt es Interessenkonflikte zwischen Umweltschutz und dem Nutzen für den Menschen? In der Tat. Wenn z.B. für den Bau einer neuen Straße, mit denen zwei wichtige Orte miteinander verbunden werden, eine Tierart ihre gewohnte Umgebung verlassen muss, mag das für die Tiere schlecht sein, doch für den Menschen ergeben sich weitaus mehr Vorteile. Es werden Wälder abgeholzt, damit dort menschliche Siedlungen entstehen oder Rohstoffe abgebaut werden, die für die Produktion von für den Menschen wichtige Güter genutzt werden. Die Menschen zerstören die Umwelt, um bessere Lebensbedingungen für sich zu erzeugen.

Natürlich kann man das Argument bringen: Die Schädigung der Umwelt mag kurzfristig dem Menschen nützen, doch auf Dauer schadet es ihm, da er die Lebensgrundlage für zukünftige Generationen zerstört. Dieses Argument trifft aber nicht immer zu. Es gibt viele Beispiele, in denen der Mensch der Umwelt geschadet hat und davon zumindest nicht mehr Schaden als Nutzen bekam. Der Bau von Straßen und Städten oder die Ausbeutung von Rohstoffen sind nur einige Beispiele, viele moderne technische Errungenschaften haben der Umwelt geschadet. Somit kommen wir zur Frage: Ist Umweltschutz ein Wert an sich, oder zählt nur der Nutzen einer sauberen Umwelt für den Menschen? (more…)

Die besten Maßnahmen für den Tierschutz

August 6, 2015
Symbol für bedrohte Arten: Der Große Panda

Wie können Tiere am besten geschützt werden?

Cecil ist tot. Die Welt ist in Aufruhr. Die Menschen in Simbabwe haben sicher andere Sorgen als den Tod eines Löwen, doch die Herzen der Tierschützer und Tierrechtler in den reicheren Ländern der Welt sind gebrochen. Einen ähnlichen Aufruhr gab es, als im Februar 2014 eine Giraffe in einem dänischen Zoo geschlachtet und an einen Löwen verfüttert wurde. Es ist erstaunlich, dass es Löwen und Giraffen schaffen, zum Symbol für das von Menschen verursachte Leid von Tieren zu werden, während Schlachthöfe keine prominenten Opfer hervorbringen. Wahrscheinlich gibt es einfach zu wenige Jäger, während sich die Fleischesser, zu denen auch ich gehöre, in der großen Mehrheit befinden.

In dem 2005 erschienen Dokumentarfilm „Earthlings“ wird anhand von fünf Beispielen schonungslos auf das ganze Leid von Tieren aufmerksam gemacht: Der Lage von Tieren in Tierheimen, der Massentierhaltung, der Pelz- und Lederindustrie, Tierquälerei zu Sport- und Unterhaltungszwecken sowie den Tierversuchen zu wissenschaftlichen Zwecken. Die Bilder sind schwer zu ertragen. Auch wenn ich die Moral des Films nicht teile (ich bin kein Speziesist – würden eines Tages Aliens gegen Menschen kämpfen, und an unserer Seite würde ein Hitler herrschen, bei den Aliens freiheitliche Demokraten, würde ich für die Aliens sein – aber Rechte können nur für vernunftbegabte Lebewesen gelten, also nicht für Tiere), sind die im Film dargestellten Missstände durchaus Realität. Was lässt sich dagegen unternehmen?

Wenn man ein Tierschützer ist, befindet man sich in einer hoffnungslosen Lage. Der Fleischkonsum steigt unaufhaltsam, Pelz und Leder bleiben in der Mode angesagt, Tierquälerei zu Unterhaltungszwecken bleibt verbreitet. Trotz des Mitgefühls für Tiere will die Mehrheit ihr Verhalten nicht ändern. Einige radikale Gruppen wie die „Animal Liberation Front“ sehen nur noch Gewalt als Lösung an, doch sollte jedem klar denkenden Mensch bewusst sein, dass sich das Leid der Tiere so erst Recht nicht beenden lässt. Tatsächlich gibt es erfolgsversprechende Wege, um das Leid der Tiere zu beenden. Zwei Probleme lassen sich durch technischen Fortschritt, zwei durch die bereits heute mögliche effizientere Anwendung von Methoden lösen, nur bei einem hilft nur ein Mentalitätswandel. (more…)