Archive for the ‘Terrorismus’ Category

Der Preis der Freiheit?

November 29, 2015
Taliban in Herat, Afghanistan

Müssen wir unsere Freiheit mit Terror bezahlen?

Immer nach Terroranschlägen gibt es einen Reflex, den man bei nahezu allen Parteien sieht: Die Forderung nach Gesetzen, die im Namen der Sicherheit die Freiheit einschränken. Dabei gibt es aber ideologische Unterschiede: Wer eher „links“ ist, fordert eine Verschärfung des Waffenrechts, am besten ein komplettes Waffenverbot, wer sich dagegen als Nicht-Linker definiert, fordert eine Ausweitung der Internet-Überwachung durch die Geheimdienste. Eine der beiden Seiten setzt sich fast immer durch, oft auch die beiden. Nur die prinzipientreuen Liberalen verteidigen weiter die Freiheit. Ihr Argument ist oft der schwülstige Spruch: „Der Terror ist der Preis der Freiheit.“

Ich halte diese Verteidigung der Freiheit nicht nur schädlich – denn sie suggeriert, die Bürger würden mit der Gefahr des Terrors für die Freiheit „bezahlen“, obwohl sie auch eine andere Währung für eine andere Ware benutzen könnten, nämlich die Währung der Freiheitseinschränkungen für die Ware der Sicherheit – sondern für falsch – es gibt in der Praxis nicht mehr Sicherheit durch Freiheitseinschränkungen. Die Terroranschläge in Paris sind ein schlagendes Beispiel dafür: Frankreich ist eines der Länder mit den strengsten Waffengesetzen und einer der überwachungsfreudigsten Geheimdiensten. Trotzdem waren die entwaffneten und überwachten Bürger nicht sicher vor dem Terror anderer Bürger.

Wenn eine Sache versagt, ist in der freien Wirtschaft die Reaktion darauf meistens die, eine neue Sache zu versuchen. Die neue Würstchensorte fand keine Abnehmer, also versuchen wir es mit einer anderen Sorte. Der mit einem Fuß zu bedienende Computer ist unpraktisch, also versuchen wir es weiter mit der Maus. In der Politik dagegen läuft es anders ab: Wenn eine Sache versagt, wird einfach gefordert, noch mehr Geld für diese Sache zu verwenden, damit sie „besser“ funktioniert. Die Waffenverbote und Geheimdienst-Überwachung haben bei der Verhinderung des Pariser Terroranschlags versagt? Ganz einfach: Mehr Waffenverbote und mehr Überwachung! (more…)

Wenn dich niemand versteht

November 24, 2015
Denis Cuspert a.k.a. Deso Dogg a.k.a. Abu Talha al-Almani

Denis Cuspert a.k.a. Deso Dogg a.k.a. Abu Talha al-Almani

Wer ist schuld am islamistischen Terror? Westliche Medien finden darauf verschiedene Antworten: Der französische Österreich-Korrespondent Joëlle Stolz gab im Standard dem „Ultraliberalismus“ die Schuld, da Google, Facebook, Amazon und Apple Millionen arbeitslose Jugendliche produzieren, das ZDF-Kinderfernsehen „logo!“ sieht die Spätfolgen des französischen Kolonialismus in Afrika und die Perspektivlosigkeit muslimischer Migranten als Hauptgrund, Jürgen Todenhöfer dagegen sieht völlig überraschenderweise in der modernen westlichen Außenpolitik im Nahen Osten die Ursache für den islamistischen Terror.

Dabei ist es doch ganz einfach: Der Islamische Staat wünscht sich den Weltuntergang. Dafür planen sie, ihre Armee in Syrien gegen die Armeen der Ungläubigen ins Feld zu führen. In der Stadt Dabiq soll es zum Endkampf gegen die Ungläubigen kommen, die Ungläubigen werden vernichtet werden und der IS wird in Richtung Istanbul marschieren und die Stadt einnehmen. Dann erscheint der Anti-Messias Dajjal aus dem Osten Irans und macht die Sache wieder spannend, da er nahezu alle Kämpfer des Kalifats bis auf 5.000 töten wird, doch dann kommt Jesus auf die Erde zurück (in Damaskus oder in Palästina), tötet den Dajjal und führt das Kalifat zum Sieg. Ist doch nicht schwer zu verstehen.

Es mag sein, dass Perspektivlosigkeit einige Jugendliche in den IS treibt (obwohl die meisten Terroristen Ingenieure und Ärzte sind) und fehlgeleitete westliche Außenpolitik Strukturen geschaffen hat, die unbeabsichtigt den Aufstieg von islamistischen Gruppen begünstigt hat. Aber Perspektivlosigkeit gibt es auch bei Christen und Atheisten, ohne dass diese in den Straßen Menschen massakrieren, und die westliche Außenpolitik in Vietnam und El Salvador hat nicht dazu geführt, dass vietnamesische oder salvadorianische Terroristen sich in Amerika in die Luft jagen. Es hat eben doch was mit der Ideologie zu tun. Der Westen hat nicht den Koran, die Scharia oder den Salafismus erfunden. (more…)

Knockin‘ on heavens door

November 14, 2015

Gibt es noch genug Platz im Himmel?

Abdul und Mahmud sind zwei junge Märtyrer, die am 13. November 2015 in Paris zusammen mit sechs Freunden ihr Leben für das Paradies hergaben. Sie befinden sich nun in einem Ort, wo sie von vielen Wolken umgeben sind, sie schweben selbst unter einer kleinen Wolke. Abdul ist sich sicher: Es muss der Eingang in den Himmel sein! Ihre sechs Freunde sind nirgendwo zu sehen, aber sie rücken bestimmt nach, immerhin haben sie in Paris etwas länger durchgehalten. Tatsächlich hat Abdul Recht, sie sind vor dem Eingang in den Himmel. Doch was sie dort erleben sollen, hätten sich die beiden vorher nicht im Traum ausmalen können.

Mahmud: „Was passiert jetzt?“
Abdul: „Das habe ich dir doch schon gesagt. Wir werden von Engel abgeholt, die uns ins Paradies bringen.“

Beide schweben weiter, Mahmud ist etwas ängstlich und nicht sicher, ob sie wirklich vor dem Himmel sind. Aber dann erscheint ein Engel und schwebt auf sie zu.

Engel: „Hallo, liebe Brüder!“
Abdul und Mahmud antworten gleichzeitig: „Salam aleikum!“
Engel: „Schön, euch zu sehen! Ihr müsst bestimmt ganz aufgeregt sein. Es wird Zeit, mit den Besprechungen zu beginnen.“
Abdul: „Welche Besprechungen?“
Engel: „Ach, nichts Besonderes. Es ist nur so, dass wir uns derzeit in einer unerwarteten Situation befinden. In den letzten Monaten kamen immer mehr junge Märtyrer zu uns, alle mit dem Wunsch, ihre 72 Jungfrauen und ihren Palast zu bekommen. Das hat zu kurzfristigen Engpässen geführt. Aber wie Allah schon sagt: Wir schaffen das. Doch dazu braucht es bestimmte Maßnahmen. Deswegen haben wir uns entschlossen, alle Einreisenden mit einem Test genauer zu überprüfen, bevor wir sie reinlassen. Keine Sorge, es sind nur drei Fragen, und wenn ihr sie richtig beantwortet, kommt ihr in den Himmel rein. Aber beachtet: Ihr seid im Himmel, hier könnt ihr nicht lügen, ihr müsst also die Wahrheit sagen.“

Abdul lächelt, Mahmud schluckt etwas nervös.

Engel: „Können wir anfangen?“
Abdul: „Okay.“
Mahmud: „Bist du dir sicher, dass wir sie bestehen?“
Abdul: „Tsch!! Halt die Klappe!“
Engel: „Hier die erste Frage: Warum habt ihr euch entschlossen, gerade jetzt ins Paradies zu kommen?“ (more…)

Terrorproblem löst sich von selbst

März 11, 2014

Charles Darwin

Es gibt mal wieder neue Kandidaten für den Darwin Award. Wie erwartet stammen sie aus dem Nahen Osten und gehen dem Geschäft des Märtyrertums nach. In diesem Geschäft muss man eigentlich wissen, dass man ganz besonders vorsichtig sein muss, um sich nicht zu früh, vor der eigentlichen Mission, in die Luft zu jagen. Aber einige naive Terroristen haben das scheinbar noch nicht verstanden und liefern damit immer wieder neue Beispiele für Tod durch Dummheit.

Am 10. Februar wollte ein Kommandant vom Islamischen Staat von Irak und Syrien (ISIS), eine Terrororganisation, die seit Jahren für etliche Terroranschläge verantwortlich ist, mit seinen Schülern an einer Demonstration teilnehmen. Dabei nahm er, ohne es zu wissen, einen mit Sprengstoff beladenen Gürtel mit. Ein fataler Fehler für ihn, ein Segen für die Menschheit. Sein Sprengstoffgürtel explodierte und riss nicht nur ihn, sondern auch 21 seiner potentiellen Attentäter in den Tod, 15 weitere wurden verletzt und 8 verhaftet.

Im terrorgeplagten Irak wurde diese Meldung mit Humor aufgenommen. Ein Mann, der in einem Schnapsladen arbeitet, brach in Gelächter aus und sah in dem Zwischenfall einen Akt göttlicher Gerechtigkeit. Ein anderer, der vor Jahren einen Freund bei einem Selbstmordattentat verloren hatte, war nur mit der Anzahl der Toten nicht zufrieden, er hätte sich mehr tote Terroristen gewünscht. Es war nicht der einzige Fall in unserem neuen Jahr, bei dem sich ein Terrorproblem von selbst löste. (more…)

Der Krieg in Mali

Januar 13, 2013
Ein Tuareg-Rebell in Nordmali

Ein Tuareg-Rebell in Nordmali mit der Flagge von Azawad

Nun ist es passiert: Frankreich hat in den Bürgerkrieg in Mali interveniert, um „einen Terrorstaat vor den Toren Europas zu verhindern“. Mali galt noch Anfang letzten Jahres als Vorzeigedemokratie in Afrika und wurde von der Menschenrechtsorganisation Freedom House als „Wahldemokratie“ und „frei“ eingestuft. Im Januar begann jedoch eine neue Rebellion der Tuareg, die von der Rebellengruppe MNLA angeführt wurde. Im März putschte das Militär gegen den Präsidenten Traore, weil dieser zu lasch gegen die Rebellen vorging. Die MNLA nutzte das Chaos und übernahm die Kontrolle über den Norden, wo sie im April einen neuen Staat mit dem klangvollen Namen „Azawad“ ausriefen.

Der Staat bekam keine internationale Anerkennung, die internationale Gemeinschaft beharrte auf die territoriale Integrität Malis. Ab dem April wurde die MNLA dann von islamistischen Rebellengruppen vertrieben, die nun einen Gottesstaat errichtet haben. Die Islamisten in Nordmali setzen sich überwiegend aus 3 Gruppen zusammen: Die Ansar Dine, die MUJAO und der al-Qaida im Maghreb (AQIM). Schariakonforme Folterstrafen, Verbot von Alkohol, Musik und Fußball, Zerstörung von Kulturerbe und eine neue Basis für Dschihadtouristen aus aller Welt- Libyen, Algerien, Nigeria, Somalia, Afghanistan, Pakistan usw.- waren die Folge. Es ist ein wahr gewordener Alptraum für die Malier.

Viele geben der NATO-Intervention in Libyen die Schuld für das Chaos in Mali, da die MNLA für Gaddafi gekämpft hatten, bevor sie nach Mali zurückkehrten. Doch diese Ansicht ist nicht gerechtfertigt. Nicht nur, dass es ohne den Militärputsch wohl nicht zu dem Chaos in Nordmali gekommen wäre, die islamistischen Rebellen wurden wahrscheinlich vom algerischen Geheimdienst DRS geschickt, die gute Beziehungen zu Ansar Dine und AQIM haben sollen. Außerdem war Gaddafi in Westafrika alles andere als ein „Garant für Stabilität“- er bildete etliche Diktatoren und Terrorgruppen aus, die an mehreren Kriegen und Aufständen beteiligt waren.

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Die Motive des Terrors

Oktober 24, 2012

Patty Hearst wurde vom Entführungsopfer zur Terroristin

Im Jahr 1974 sorgte in den USA ein spektakulärer Entführungsfall für Aufruhr. Die aus einer wohlhabenden Familie stammende 19-jährige Patty Hearst wurde von der linksextremen Terrororganisation „Symbionese Liberation Army“ entführt, schloss sich dann in einem extrem Fall vom Stockholm-Syndrom den Terroristen an, legte sich den Kampfnamen „Tania“ (nach einer Gefährtin von Che Guevara) an und nahm an einigen Banküberfällen teil. Später wurde sie festgenommen und gab an, unter LSD gesetzt und missbraucht worden zu sein.

Die Geschichte von Patty Hearst erinnert an den Lebensweg von Tanja Nijmeijer. Sie studierte an der Universität von Groningen Romanistik, war dort in linken Studentengruppen aktiv und ging später nach Kolumbien, wo sie sich den FARC-Terroristen anschloss. Zwischenzeitlich verlor sie aber die Lust am Terror und beklagte sich in öffentlich gewordenen Tagebucheinträgen über das Machogehabe bei ihren Kollegen. Nun soll sie als Vermittlerin zwischen der Regierung und den Guerilleros behilflich sein.

In beiden Fällen schloss sich eine aus wohlhabenden Kreisen stammende Frau Terroristen an, und bei beiden Fällen stellt sich die Frage: Warum haben sie das getan? Der Feuerbringer hat sich mit der Ideologie der RAF-Terroristen, von denen zwei Drittel Universitätsabschlüsse hatten, auseinandergesetzt, und kommt zu dem Schluss:

Im Grunde ist das alles nur Gerede. Die RAF hat willkürlich linke “Theorien” und linke Begriffe zusammengewürfelt, um ihren irrationalen Spaß am Töten und an der Machtausübung “rational” zu begründen für die Idioten, die auf so etwas hereinfallen. So ähnlich war es auch im Falle Anders Breivik. (more…)

Kein spontaner Volkszorn, sondern geplanter Terror

September 14, 2012

Antiamerikanischer Mob wütet in Jemen

Als die Parteispitze der NSDAP erfuhr, dass ein in Paris lebender Jude, dessen Familie nach Polen vertrieben wurden war, auf einen deutschen Botschafter geschossen hatte, war das ein willkommener Anlass für die folgenden Pogrome, die Hunderten Menschen das Leben kosteten. Die Propaganda ließ es so aussehen, als würde ein spontaner Volkszorn durch das Reich gehen- in Wirklichkeit hatte es schon monatelange Vorbereitungen gegeben. Die deutschen Zeitungen ließen das Attentat in Paris wie eine jüdische Verschwörung aussehen, Synagogen gingen in Flammen auf, jüdische Friedhöfe wurden zerstört.

Die Terroristen, die seit drei Tagen westliche Einrichtungen angreifen und zerstören, haben sich nicht mal die Mühe gemacht, einen Anlass zu finden, der wirklich aktuell ist. Ein 2 Monate altes Youtube-Video musste als Begründung für die lang geplanten Terrorakte herhalten, dem bis jetzt mindestens 10 Menschen zum Opfer gefallen sind. Noch scheinen nicht alle kapiert zu haben, dass der so dargestellte spontane Volkszorn, der sich u.a. über Ägypten, Libyen, Tunesien, Sudan, Jemen, Bangladesch, Iran, Irak und Palästina erstreckt, in Wirklichkeit eine organisierte Terrorwelle ist und nichts, wirklich gar nichts, mit dem Mohamed-Film zu tun hat.

Das Gute ist: Immerhin regt sich kein Muslim wirklich über ein Mohamed-Film auf. Im Video wurde nicht zu Gewalt aufgerufen und auch kein Koran verbrannt. Es gab in den letzten Jahren viele Videos, in denen der Islam viel härter kritisiert wurde. Es gab schon bei den Unruhen nach den Mohamed-Karikaturen starke Hinweise darauf, dass die Unruhen gezielt von Staaten organisiert wurden (die meisten Demonstranten hatten die im September 2005 veröffentlichten Karikaturen noch nicht mal gesehen, gegen die sie im Februar 2006 demonstrierten), und auch dieses Mal hört man von bezahlten Schlägern und irregeleiteten Demonstranten (einige glauben, dass sie gegen Koranverbrennungen demonstrieren). Stellt sich nur die Frage: Wer steckt hinter diesem Terror? (more…)

Die „Afghanisierung“ des Antiterrorkriegs: Volksaufstand gegen die Taliban

September 5, 2012

Karzai besucht die afghanische Armee, die gemeinsam mit den NATO-Truppen gegen die Taliban kämpft

Es ist schon selten, dass in einem US-Wahlkampf ein Auslandseinsatz nur eine geringe Rolle spielt. Denn während Obama alle amerikanischen Soldaten aus dem Irak abzog, sind noch immer 90.000 in Afghanistan stationiert. Wie die New York Times recherchierte, fiel das Wort „Afghanistan“ während des republikanischen Parteitags nur viermal (das Wort „Jobs“ fiel 220-mal, Business 237 und Work 247). Wahrscheinlich sind sich Obama und Romney in ihrer Afghanistan-Strategie einige: Der Krieg soll „afghanisiert“ werden, die einheimischen Streitkräfte sollen allein mit den Taliban fertig werden und verhindern, dass das Land wieder zu einer internationalen Terrorbasis wird.

Da die USA sich ihn ihrer schwersten Krise seit Jahrzehnten befinden, haben die Bürger natürlich nur wenig Verständnis für militärische Abenteuer im Ausland. Der republikanische Vize-Präsidentschaftskandidat Paul Ryan hat jedoch angekündigt, im 700-Milliarden-Militärbudget nicht sparen zu wollen. Die Welt müsse weiter von den USA geführt werden. Die Amerikaner können auf über 1.000 Militärbasen im Ausland zurückgreifen, unterhalten ein Militärpersonal von 38.000 Mann in Japan und 28.500 in Südkorea (zum Schutz vor Nordkorea), und übernehmen mit 80.000 Mann auch die Verteidigung Europas.

In Europa und Ostasien könnte man argumentieren, dass diese Länder durchaus bereit wären, sich selbst, ohne Hilfe von amerikanischen Soldaten, zu verteidigen. Die afghanische Armee ist dazu noch nicht bereit. In den letzten Monaten gab es jedoch viele schlechte Nachrichten aus Afghanistan: Blutige Unruhen nach Koran-Verbrennungen, Taliban enthaupten Zivilisten, afghanische Soldaten erschießen NATO-Angehörige usw. Was jedoch kaum einer mitbekommen hat ist, dass zum ersten Mal seit dem NATO-Einsatz die Afghanen angefangen haben, lokale Bürgerwehren zu bilden, um sich gegen die Taliban zu verteidigen. Ein Volksaufstand gegen die Taliban ist im Gange, der die Zukunft Afghanistans entscheidend verändern könnte. (more…)

Die ungezogenen Kinder der Weltpolitik

August 20, 2012
Taliban in Herat, Afghanistan

Terroristen in Herat, Afghanistan

Viele Eltern fürchten sich vor einem Szenario, dass sie überfordert: einem schreienden Kind. Es passiert manchmal, dass Kinder gemeinsam im Sandkasten spielen, bis dann eines der Kinder beginnt, die anderen Kinder anzuschreien und zu verprügeln. Ein ungezogenes Kind kann so ein ganzes Gartenfest ruinieren. Aus Angst, dass das Kind noch mehr schreit oder aus der Hoffnung heraus, dass er bald von selbst aufhört, beschließt man, das Kind schreien zu lassen. Wenn diese Kinder älter werden, ohne dass ihnen von ihren Eltern oder den Lehrern Grenzen aufgezeigt werden, werden sie zu den Raudis, die die Streber terrorisieren, ohne dass jemand es wagt, sich ihnen in den Weg zu stellen.

In der Schule ist es der selbstbewusste Raudi, der den Streber terrorisiert. In der Weltpolitik sind es die unzivilisierten, schreienden, bärtigen Männern mit Turban und Kalaschnikow, die ganze Staaten in den Ruin treiben und Regionen destabilisieren. Die meisten Probleme der Menschheit lassen sich darauf zurückführen, das die, die im Recht waren, keinen Mut hatten, es auszusprechen, während die, die im Unrecht waren, selbstbewusst hinter ihrem Unrecht standen. Albert Einstein brachte das treffend auf den Punkt: „Die Welt wird nicht bedroht von den Menschen, die böse sind, sondern von denen, die das Böse zulassen.“

Der Klügere sollte nicht nachgeben. Wenn man im Recht ist, sollte man darauf beharren. Wie kann es sein, dass ein wütender Mob dafür sorgen kann, dass die Meinungsfreiheit eingeschränkt wird, weil man Angst davor hat, dass der Mob noch wütender wird oder weil man hofft, dass er irgendwann von selbst aufhört, wenn man ihm Zugeständnisse macht? Jedes Zugeständnis führt dazu, dass der schreiende Mann sich in seinem Vorgehen bestätigt fühlt und es in Zukunft weiter anwenden wird, bis man entweder gezwungen ist, die Freiheit im Namen der Toleranz abzuschaffen oder sich den schreienden Horden mit Gewalt entgegenzustellen. (more…)

Assadywood

August 8, 2012

Kann Assad in der Luft schweben? Dieses Foto vom Juli 2011 soll ihn und Anas Abdul-Razzaq Naem, den neuen Gouverneur von Hama, zeigen:

(Quelle: Guardian)

Assads Medienkrieg

Wie oft hört man den Spruch „Das erste Opfer des Krieges ist die Wahrheit“? Dieser Spruch wird immer gern benutzt, wenn man Lügen entlarven will, die westlichen Militärinterventionen vorausgehen (vergewaltigte Brutkastenbabys in Kuwait, KZ’s in Kosovo, Massenvernichtungswaffen im Irak usw.). Nur wenige kommen auf die Idee, dass auch die andere Seite gezielt Lügen anwendet. Im Syrienkonflikt wird z.B. die mangelnde Glaubwürdigkeit der syrischen „Aktivisten“, allen voran der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte in London, angeprangert. Dabei gibt es auch viele Hinweise für gezielte Propagandalügen des syrischen Regimes, die kaum beachtet werden. Einige davon sind harmlos, wie z.B. das im Juli 2011 von den syrischen Staatsmedien veröffentlichte Foto von Bashar al-Assad und dem neuen Gouverneur von Hama, Anas Abdul-Razzaq Naem, das erbärmlich gefälscht war.

Andere Tricks sind dagegen nicht so harmlos, weil mit diesen die Bevölkerung gezielt desinformiert wird. Im April 2012 kam heraus, dass ein “Komparse” in vielen Städten des Landes vor der Kamera die Rolle des Verteidigers des Assad-Regimes übernahm. Er wurde insgesamt 11-mal gefilmt. Der Mann ließ sich auch unmittelbar nach einem Selbstmordanschlag in Damaskus filmen. Die Opposition stellte dieses entlarvende Video ins Internet. Es war nicht das erste Mal, dass das syrische Staatsfernsehen Schauspieler engagierte. Zuvor wurde bereits ein Gefecht zwischen Soldaten und Rebellen gefaked. Im Februar 2012 entschloss sich der Anchorman des syrischen Staatsfernsehens, Hani al-Malathi, seine Stellung aufzugeben, weil er nicht mehr Teil der staatlichen Propaganda sein wollte. (more…)


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