Roland Baader über die Grünen

Anti-Atomkraft-Proteste in Harrisburg, 1979

Anti-Atomkraft-Proteste in Harrisburg, 1979

Aus „Die belogene Generation“ (S.171-172)

Die Grünen sind in Wirklichkeit blümchengetarnte Sozialisten, zutiefst modernitäts-, zivilisations- und individualismusfeindlich. Sie haben das Zwei-Welten-Theorem von Hayek nicht begriffen – und wollen es auch nicht begreifen. Ihr Ideal ist die Hordenorganisation der Steinzeit-Gesellschaft. Deswegen ist der Kapitalismus als Inbegriff der modernen Zivilisation ihr Todfeind. Außerdem ist das Thema Umwelt ein phantastisches Machtvehikel, das quasireligiöse Machtvehikel par excellence der modernen Zeit, in der die friedliche Macht der Konsumenten die gewalttätige politische Macht zu entthronen droht. Und nach dem Zusammenbruch der sozialistischen Utopien ist die Ökologie erst recht die letzte verbliebene Utopie, die sie für ihre Zwecke einsetzen können.

Der Heiligenschein, in den die Grünen ihre Herrschaftsstrategie einhüllen können, macht das Phänomen „Grün-Alternativ“ regelrecht überlebensgefährlich für das Menschengeschlecht. Der weltweite Energiebedarf wird in den kommenden Jahrzehnten – schon wegen des rapiden Bevölkerungswachstums in den Schwellenländern – explosionsartig steigen. Die Umweltprobleme durch fossile Energieträger können dadurch in der Tat problematisch werden, wenn auch nicht im Westen, sondern in der übrigen Welt. Eine Begrenzung des Wachstums der Kohlendioxid-Emissionen kann aber nur mit mehr Kernenergie gelingen – und zwar mit modernsten und sicheren Anlagen westlicher Bauart. Außerdem kann die Entwicklung neuer großtechnologischer Ersatzenergien (Kernfusion, Wasserstoff o.ä.) nur auf dem technischen und finanziellen Fundament der existierenden Großtechnologien gelingen, vor allem also auf der know how-Grundlage einer sich fortentwickelnden Reaktorindustrie. Wenn sich außer der deutschen noch mehr realitätsentrückte Regierungen der westlichen Welt für den sogenannten „Ausstieg“ entscheiden, kann das zur tödlichen Bedrohung der modernen Zivilisation werden.  Aber genau das ist gewollt von den grünen Erben der roten Weltzerstörer, jedenfalls von den Strategen an den Schalthebeln der Macht, die wissen, dass es um ganz andere Dinge geht, als um Kröten, Lurche und Singdrosseln.

Die enge Verwandtschaft zwischen Grün und Rot zeigt sich auch jenseits aller Theorie an ganz realen Fakten. So beispielweise daran, dass die Parteiriegen der Grünen, die jeden sterbenden Baum in der Bundesrepublik beweinen, niemals ein Wort über die unermesslichen Umweltzerstörungen verloren haben, die der Sozialismus im Osten unseres Landes und überhaupt im gesamten vormaligen Ostblock angerichtet hat. Auch ist von den Castor-Hysterikern kein Sterbenswörtchen zu hören über die wirklich akute Gefahr durch kontaminierten Metallschrott aus der vormaligen UdSSR, der in ganz Westeuropa unerkannt unterwegs ist. Dabei geht bei der Internationalen Atomenergiebehörde mit Sitz in Österreich fast jede Woche ein Bericht über die Entdeckung entsprechenden Materials ein. Nach Einschätzung der Behörde gibt es allein in der Ukraine bis zu einhunderttausend Mülldeponien mit radioaktiven Metallresten, die von den modernen Managern der alten Seilschaften überall in Westeuropa verhökert werden. Aber Schlechtes über die sozialistischen Brüder kommt natürlich keinem grün-roten Bruder über die Lippen.

2 Antworten to “Roland Baader über die Grünen”

  1. besucher Says:

    Das Buch landet definitiv auch bald in meinen Händen.
    Momentan würde mich aber auch interessieren wie die eher hedonistisch eingestellten Junggrünen den Kapitalismus sehen.

    Und den Wind- und Solarstrom lässt man sich auch gern subventionieren und als Lobbyist Gelder einstreichen.
    Ich glaube die jüngeren Grünen kann man mit Jutta Ditfurth und co. kaum vergleichen. So ist das halt wenn man an den Fleischtöpfen mitsitzt.

  2. aron2201sperber Says:

    Böse ist nur die Umweltverschmutzung durch Marktwirtschaft.

    wie die Umwelt nach der Planwirtschaft ausgesehen hat, wird ausgeblendet.

    Globalisierung ist auch nur böse, wenn sie NICHT dem Westen schadet:

    http://aron2201sperber.wordpress.com/2012/05/24/die-damlichste-form-von-globalisierung/

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