Ebola: Mehr Vernunft, weniger Panik

Afrika während der Kolonialzeit

Ist Afrika schon verloren?

Eine große Angst geht derzeit im Westen um. Obama sagte, es gebe drei große Gefahren für die Menschheit: Die drittgrößte sei der Islamische Staat, die zweitgrößte Russland (schon das eine obskure Prioritätensetzung) und die größte sei Ebola. Viele scheinen ähnlich zu denken. Eine Umfrage im Auftrag der Central Krankenversicherung zeigt, dass in Deutschland 58% der Bevölkerung Angst vor einem Ebola-Ausbruch hat, in den USA fürchten sich laut einer Umfrage der Washington Post 43% vor einer Ansteckung. Aus Angst vor Ebola werden Flugverbote in Erwägung gezogen, in den USA schließen Grundschulen, Flüchtlinge in Gran Canaria werden in Müllwagen gestopft (also wegen der Ebola-Angst, nicht einfach so).

Es geht noch weiter: Die Schauspielerin Anne Hathaway soll sich geweigert haben, einem argentinischen Reporter die Hand zu schütteln. Borussia Dortmund will dem Gabuner Stürmer Aubameyang die Abstellung für eine Länderspielreise nach Angola und Lesotho verweigern. Nordkorea hat seine Grenzen geschlossen, für jeden Einreisenden eine 21-tägige Quarantäne verhängt und jedem Bürger verboten, das Land zu verlassen (also den wenigen, denen es nicht ohnehin schon verboten ist). So viel Hysterie ist aber unangebracht. Hier sind einige Gründe, warum wir wegen der Ebola-Epidemie nicht in Panik ausbrechen sollten:

1. Ebola ist eine schlimme Krankheit, aber regional begrenzt.

Momentan gibt es nur drei Länder, in denen Ebola wütet: Guinea, Sierra Leone und Liberia. In diesen Ländern liegt die Zahl der Infizierten bei Tausenden, es sieht in manchen Gegenden sicher schlimm aus. Eine Katastrophe, und Hilfe wird dringend gebraucht. Dennoch: Diese drei Länder repräsentieren nicht ganz Afrika oder die ganze Dritte Welt. Man muss nicht überall Angst vor Ebola haben. Liebe Hathaway, Argentinien ist 6.700 Kilometer von Guinea, Sierra Leone und Liberia entfernt. Lieber BVB, Angola und Lesotho sind 3.400 bzw. 5.800 Kilometer von Guinea, Sierra Leone und Liberia entfernt. Lieber Kim, Nordkorea ist … Nordkorea eben, niemand will dahin.

2. Es gibt in Afrika Krankheiten, die deutlich mehr Tote fordern.

Jedes Jahr sterben in Afrika etwa 1 Million Menschen an Malaria und Aids. Die derzeitige Ebola-Epidemie hat knapp 5.000 Tote gefordert. Natürlich ist jede Krankheit schlimm und muss mit allen Mitteln bekämpft werden. Es ist jedoch angesichts der Zahlen unschwer anzuerkennen, dass Ebola nicht die höchste Priorität darstellt. In den Medien ist Malaria praktisch nicht existent, obwohl auch aktuell mehr Menschen daran sterben als an Ebola. Und: Auch in Europa ist Malaria eine größere Gefahr als Ebola (jedes Jahr erkranken etwa 1.000 Deutsche an Malaria), denn die Malaria-Erreger können viel einfacher nach Europa reisen als der Ebola-Virus.

3. Die „Vorsichtsmaßnahmen“ können schweren Schaden anrichten.

Flugverbote nach und von Afrika im Namen des Kampfs gegen Ebola sind nicht nur sinnlos, da der Ebola-Virus nicht fliegen kann, sondern können auch großen Schaden anrichten. Medizinisches Personal kommt so schwerer in diese Regionen, und gesunde Menschen werden ferngehalten. Außerdem hätte es auch wirtschaftliche Kosten, der Export und Import wird behindert. Zum Glück wurden Flugverbote nicht umgesetzt, aber das kann man nicht über alle irrationalen Vorsichtsmaßnahmen sagen. Margaret Chan von der WHO behauptet sogar, dass 90% der Kosten von Ebola von irrationalen und unorganisierten Maßnahmen verursacht werden, die Ansteckungen vermeiden sollen.

Ja, es ist möglich, dass einige Menschen in Europa an Ebola erkranken und daran sterben werden. Das ist eine Tragödie. Rationale Vorsichtsmaßnahmen sind angebracht. Die derzeitige Panik ist es nicht. Nigeria hat es geschafft, die Krankheit schnell zu besiegen. Mit den üblichen Mitteln, mit denen man eine ansteckende Krankheit bekämpft. Dazu sind Afrikaner auch in der Lage. Nicht nur bei Ebola: Seit Jahren sinken die Ansteckungsraten von Aids in fast allen afrikanischen Ländern, in Äthiopien z.B. zwischen 2001 und 2011 um 90%. In Südafrika sank die Zahl der Aids-Toten zwischen 2009 und 2013 um 51%. Große Erfolge, die selten gewürdigt werden, denn sie verkaufen sich nicht so gut wie die Katastrophennachrichten.

7 Antworten to “Ebola: Mehr Vernunft, weniger Panik”

  1. qwerty248 Says:

    Jim Rogers will nach Nordkorea 😛
    http://www.finanzen.net/nachricht/rohstoffe/Euro-am-Sonntag-Interview-Jim-Rogers-34-Normale-Korrektur-bei-Gold-34-4005279

    • arprin Says:

      Naja, mal sehen ob Kim wirklich größere Freihandelszonen zulässt. Ich bin da zurzeit skeptisch, aber wenn Reformer ans Ruder kommen könnte es passieren, sowie früher in China.

  2. aron2201sperber Says:

    Ebola ist von den Symptomen her furchterregend. Gerade weil die Krankheit jedoch so fatal verläuft, jedoch die Ansteckung nicht so leicht ist, kann sich die Krankheit wohl nicht so leicht verbreiten.

    bei AIDS haben die Viren den Vorteil, dass der Wirt lange lebt, und so genug Gelegenheiten bestehen, auf andere Wirte überzuspringen.

    bei Grippe-Viren ist die Ansteckung sehr leicht – daher besteht für mich wesentlich mehr Grund zur Sorge, dass wieder einmal ein gefährlicher Grippe-Stamm auftreten könnte.

  3. aron2201sperber Says:

    Putin ist für mich auf Mussolini-Niveau, allerdings hat er ein Riesenreich samt Atomwaffen.

    IS ist schlimmer als Hitler, wenn auch im Moment nur mit einem Staatsgebiet wie Österreich

  4. qwerty248 Says:

    Sie hatte eine Erkältung.

    • arprin Says:

      Ja, das habe ich gehört, aber es ist komisch, dass sie trotz Erkältung ihre Schauspielkollegin Jessica Chastain umarmt hat. Dennoch bin ich kein Hathaway-Hater, sie verdient mehr Respekt als sie bekommt, und die ganze Geschichte muss man auch nicht so aufblasen.

      Und ein netter Kommentar: „The Argentine Government has protested the disputed sovereignty of Anne Hathaway, or Anne Halvinas as she is referred to in Argentina. „Given the proximity of Ann Halvinas to one of our journalists, she is clearly Argentinian“ stated Ms Kirchner. Reports that large oil reserves have been found off the coast of Anne Hathaway have not been confirmed.“

      • qwerty248 Says:

        Vielleicht hatte sie die Erkältung von ihrer Freundin. Dass du ein Hathaway-Hater wärst, dachte ich nicht. Ich verstehe nur die ganze Geschichte um sie, nicht nur die Sache mit dem argentinischen Journalisten, nicht. Sie hat Erfolg und deshalb wird sie gehasst? Wenn das so ist, werde ich ja fast deshalb schon ihr Fan… oder weil sie schön ist. 🙂 Ihre schauspielerischen Leistungen kann ich nicht beurteilen (Schande…)

        😀

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