Das Monopol des Kartellamts zerschlagen

Google soll vergessen

Hat Google zuviel Macht?

Es wurde schon oft darüber spekuliert, nun ist es wieder aktuell: Das EU-Parlament will angeblich Google aufspalten. Google wird nicht namentlich erwähnt, doch sollen gemäß eines Antrags Suchmaschinen von anderen Kommerzdiensten getrennt werden. Es ist kaum davon auszugehen, dass dies gelingen wird, allein schon weil Google ja kein europäisches Unternehmen ist und man es nicht wagen wird, den europäischen Kunden Dienste von Google verbieten oder zensieren zu lassen. Es liegt außerdem gar nicht im Zuständigkeitsbereich des EU-Parlaments, Konzerne aufzuspalten oder zu zerschlagen. Dafür haben wir die EU-Kommission und die nationalen Wettbewerbsbehörden.

In Deutschland haben wir das Kartellamt. Da wir noch immer staatliche Monopole haben, hätten sie eigentlich viel zu tun, doch meistens beschäftigen sie sich mit privaten Monopolen. Wenn ein Unternehmen „zu groß“ wird, soll es entweder Strafen an den Staat zahlen oder zerschlagen werden. Was als zu groß gilt, wird jedoch nicht definiert. Und es wird auch nicht begründet, warum es schädlich sein soll, wenn Unternehmen „zu groß“ werden. Nehmen wir das Beispiel Google: Inwiefern schadet es dem Kunden, wenn Google „den Markt beherrscht“, wie man es ja ausdrückt? Es wäre etwas anderes, wenn Google seine Stellung mit Gewalt oder Betrug gewonnen hätte. Aber Google ist durch sein Produkt groß geworden. Wo ist das Problem?

Die Antwort darauf lautet: Weil Monopolisten sich nicht um Qualität kümmern müssen und die Preise diktieren, sprich die Kunden ausbeuten können. Dieses Problem ist aber durch den freien Markt am besten zu lösen. Ein Unternehmen, das keine Qualitätswaren anbietet, kann sich in einem freien Markt nicht auf Dauer als Monopolist halten, weil dann andere Unternehmen schnell die Lücke füllen. Jetzt werden einige einwenden: Aber neue Unternehmen können gar nicht entstehen, weil der Monopolist sie daran hindert. In einem freien Markt geht das eben nicht, denn die Gründung von Unternehmen wird hier von niemandem behindert. Deswegen verschwinden die meisten Monopole auch schnell.

Sicher profitieren derzeit auch private Unternehmen von staatlicher Regulierung, die Markteintrittsbarrieren für Konkurrenten schaffen. Die Lösung dafür ist, diese Markteintrittsbarrieren zu beseitigen, so dass wirklich völlige Konkurrenz herrscht. Wenn dann Monopole übrig bleiben, handelt es sich um Anbieter, die einfach sehr gut in dem sind, was sie machen. Nur die wenigsten dürfen ein Problem damit haben, dass Wikipedia ein Monopol für digitale Lexika hat, oder die Internet Movie Database (IMDB) für Filmbewertungen. Aber auch hier gilt: Wenn sie ihre Arbeit vernachlässigen, werden andere nachrücken.

Wenn wir uns anschauen, wo es überall Monopole gibt, wird schnell klar: Monopole sind fast immer staatliche Monopole. Ob nun direkt als Staatsunternehmen oder als vom Staat geschützte Privatunternehmen. Diese Monopole werden meist damit begründet, dass eine bestimmte Ware oder Dienstleistung zu wichtig ist, um sie den nur an Gewinn denkenden Privatunternehmen zu überlassen. Nun ist es aber so: Dieselben Mechanismen, die einem privaten Monopolisten zu viel Macht geben, greifen auch bei den Staatsunternehmen. Ein staatlicher Monopolist muss sich nicht um Qualität kümmern und kann die Preise diktieren. Der Unterschied zum freien Markt: Er muss keine Konkurrenz fürchten, da diese verboten ist.

Die Folgen können wir alle selbst bestaunen: Früher hatte der Staat bei der Telekommunikation und dem Fernbusverkehr ein Monopol. In beiden Fällen sind nach der Privatisierung die Qualität deutlich gestiegen und die Preise stark gesunken. Heute hat der Staat beim öffentlichen Nahverkehr, der Müllentsorgung und vieles mehr ein Monopol und schützt u.a. Brennereien, Apotheker und den öffentlichen Rundfunk vor Konkurrenz. Das wäre alles ein Fall für das Kartellamt. Oder wir stellen gleich die Frage: Ist das Kartellamt nicht zu groß? Missbraucht das Kartellamt nicht seine Macht? Dann zerschlagen wir es und ersetzen es durch die Kunden, die dann mit ihren Kaufentscheidungen bestimmen, welche Unternehmen überleben dürfen.

3 Antworten to “Das Monopol des Kartellamts zerschlagen”

  1. Freifunke Says:

    Ich habe vor ein paar Monaten einen Artikel geschrieben, der deinem hier ganz ähnlich ist, kannst ihn dir ja mal anschauen, wenn Du willst: http://freifunke.com/?p=56

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