End the FED

Die globale Leitwährung ist sehr begehrt

Der Dollar braucht Konkurrenz

Es gibt Dinge, für die sich der Großteil der Bevölkerung nicht interessiert, obwohl sie zu den wichtigsten Themen in der Wirtschaftspolitik gehören. Eines dieser Gebiete ist das staatliche Monopol für das Geld. Für den Durchschnittsbürger ist es eine Selbstverständlichkeit, über die man nicht diskutieren muss: Muss ein Land nicht, sowie es eine offizielle Flagge und eine offizielle Sprache hat, auch eine offizielle Währung haben, und damit auch eine Zentralbank, die über diese Währung wacht? Deshalb wollen auch die Eurogegner den Euro einfach durch eine andere Staatswährung ersetzen, der D-Mark.

Obwohl die Mechanismen beim Geld etwas anders sind als bei gewöhnlichen Waren, bleibt eine Regel gleich: Wenn der Staat ein Monopol übernimmt, verschlechtert sich diese Ware. Im Dezember 2013 feierte die amerikanische Zentralbank, die Federal Reserve (FED), ihr 100-jähriges Jubiläum. Die Folgen der FED-Politik sind verheerend: Der Dollar hat seit 1971, dem Jahr, als Nixon den Dollar von der Goldbindung löste, 80% an Wert verloren, das hemmungslose Gelddrucken in der Ära des Zentralbankchefs Alan Greenspan führte zur Finanzkrise. Die Europäische Zentralbank (EZB) ist zwar noch jung, wandelt aber auf denselben Spuren.

In der deutschen Parteienlandschaft setzt sich nur die libertäre Splitterpartei („Kleinpartei“ wäre eine Übertreibung) „Partei der Vernunft“ (PDV) für ein Ende des staatlichen Geldmonopols ein, sie werden dabei von verrückten Verschwörungstheoretikern unterstützt, die hinter der FED ein Komplott von jüdischen Bankern vermuten. Immerhin gibt es auch einige vernünftige Ökonomen und Politiker wie der FDP-Mann Frank Schäffler, die sich diesem Thema annehmen. In den USA ist es Ron Paul, der ein Buch mit dem prägnanten Titel „End the FED“ geschrieben hat, aber wie die PDV-Leute auch viele verrückte Freunde hat.

Durch die Eurokrise und dem Aufkommen von Internetwährungen wie Bitcoin besteht die Möglichkeit, dass sich mehr Menschen mit dem Thema beschäftigen. Für die Gegner des staatlichen Geldmonopols ist es wichtig, die Bevölkerung nicht mit unklug gewählten Bezeichnungen gegen die Idee aufzubringen. Die meisten Bürger betrachten das Geld als unumstrittene Staatsaufgabe, vergleichbar mit der Polizei oder Wasserversorgung. Wenn man ein Wort wie „Währungswettbewerb“ oder „Privatisierung des Geldes“ verwendet, bekommt man als Reaktion „Jetzt wollen die Konzerne sogar bestimmen, welche Währung wir benutzen!“ und eine Petition mit 1 Million Unterschriften „Gegen die Geldprivatisierung!“.

Besser wäre es, ein Wort wie „Währungsvielfalt“ zu benutzen und zuerst nur die Forderung zu stellen, dass in jedem Land neben den Euro auch die nationalen Währungen wieder eingeführt werden sollten (in Deutschland die D-Mark, in Griechenland die Drachme, in Frankreich die Franc usw.). Anschließend müsste man die schwere Aufgabe angehen, private Währungen zu legalisieren. In einem freien Markt würde sich wahrscheinlich eine goldgedeckte Währung durchsetzen und eine monopolähnliche Stellung erlangen. Aber durch die Konkurrenz durch andere Währungen wäre sie zu mehr Disziplin gezwungen.

19 Antworten to “End the FED”

  1. qwertzman Says:

    Ähh Frank Schäffler ist auch mit antisemitischen niedersächsischen Mittelständlern befreundet. Und bei Ron Paul frag ich mich manchmal ob er nicht auch selbst etwas verrückt ist 😀

    Würden diese Währungen nicht starken Schwankungen unterliegen? Ok, heutige Währungen unterliegen auch Schwankungen.
    Ich denke es würde sich eine Währung durchsetzen die abbildet was heutige Zentralbanken machen, nur besser, behilflich könnte dabei zum Beispiel http://www.premise.com (oder verstehe ich die Arbeit der Zentralbanker völlig falsch?) sein. Goldgedeckte Währungen hatten ihre eigenen Probleme und führten auch zu Krisen. http://de.wikipedia.org/wiki/Goldstandard#Volkswirtschaftliche_Bewertung

    • arprin Says:

      Natürlich kann es auch mit goldgedeckten Währungen Krisen geben. Aber mit goldgedeckten Währungen hat es historisch weit weniger Probleme gegeben als mit dem ungedeckten Papiergeld, das wir jetzt haben. Das Wichtigste ist aber die Konkurrenz mit anderen Währungen.

      • qwertzman Says:

        die wirtschaftskrise 1929 gabs mit goldstandard 😀
        welche Probleme gab es mit goldgedeckten währungen nicht?
        aber wahrscheinlich wird der geöffnete yuan stark goldgedeckt sein und aufgrund der von dir genannten vorteile dann zur leitwährung aufsteigen. oder china klappt vorher schon zusammen, aber das ist ein anderes thema.

      • arprin Says:

        Wenn eine Währung durch Gold gedeckt ist, ist es schwerer, die Geldmenge zu erhöhen (und damit die Währung zu entwerten), weil das Gold begrenzt ist. Der Dollar und Euro sind durch nichts gedeckt.

      • Carsten Says:

        Naja, auch bei einer goldgedeckten Währung gibt es Buchgeld und Derivate. Vergleicht man die Menge an Zentralbankgeld mit den anderen Geldmengen, die nicht durch einen Goldstandard eingeschränkt sind, ist der Anteil äusserst gering.

  2. Thomas Leske Says:

    “Währungswettbewerb” und “Währungsvielfalt” sind ein Widerspruch in sich; ein Rückschritt vom indirekten Tausch über das am besten veräußerliche Gut (die einheitliche Währung) in Richtung Tauschhandel.

    Vielleicht sollte man besser von der “Entmachtung der Zentralbanken” und einem “permanenten Volksentscheid über die geeignetste Währung” sprechen.

    • qwertzman Says:

      wenn elektronische geldbörsen verwendet werden, kann sofort die bevorzugte währung gekauft werden, der tauschhandel würde also keine höheren kosten verursachen, das management vieler verschiedener währungen wäre nicht teurer.

      leitwährung (heute der dollar) könnte ein währungskorb aus typischen währungen oder die am meisten verwendete währung bilden.

      problematisch an nicht-zentralbankgeld ist die möglicherweise geringere transparenz. gegen diesen einwand spricht, dass zentralbankgeld auch nicht völlig transparent ist, dass sich das bessere geld durchsetzt und die transparenz dabei keine rolle spielt oder sich das transparente geld sowieso durchsetzt, weil es besser ist.

      • Carsten Says:

        „wenn elektronische geldbörsen verwendet werden, kann sofort die bevorzugte währung gekauft werden, der tauschhandel würde also keine höheren kosten verursachen, das management vieler verschiedener währungen wäre nicht teurer.“
        Wenn es beim Preis für die währungskonvertierung nu um die Effiezienz de Tauschvorgangs Gänge, wäre dieser in der Tat durch ausreichend Wettbewerb stark ablenkbar.
        Nicht zu vernachlässigen sind allerdings Risiken durch die Volatilität. Es ist dann bei aller kundenfreundlichkeit immer noch ein Faktor den man im Vergleich zu heute draufzahlen müsste
        Insbesondere wenn die Geschäfte langfristiger werden müssteman zur Absicherung teure Swaps hinzukaufen.

    • arprin Says:

      Ich weiß nicht, wie du auf „Rückschritt zum Tauschhandel“ kommst? Tauschhandel würde bedeuten, dass es keine Währung gibt, da die Währung das Tauschmittel ist.

      Währungswettbewerb würde nur bedeuten, dass eine Währung mit anderen Währungen konkurriert, nicht, dass alle Währungen abgeschafft werden.

      • qwertzman Says:

        er meint damit glaube ich das management verschiedener währungen innerhalb eines wirtschaftsraums, ein laden müsste sich dann beispielsweise um zwei, drei, eben die typischsten währungen kümmern, um keine kunden zu verlieren. sowas hat aber sogar die sowjetunion in sotschi hingekriegt, um an devisen von touristen zu kommen 😀 eine währung für einen wirtschaftsraum bietet eben den vorteil, dass kein geld gewechselt werden muss, wenn geschäfte mit unterschiedlichen währungen benutzt werden. klar hierzu wird zwang ausgeübt, was auch in einem markt passieren kann, wobei das ergebnis da meist besser ist, als in einem staatlich garantierten monopol.

      • arprin Says:

        Frank Schäffler hat dieses Thema schon angesprochen:
        http://www.frank-schaeffler.de/wahrungswettbewerb-was-bedeutet-das-fur-ihr-tagliches-leben/

        „Mit einem wachsenden Angebot verschiedener Währungen wächst auch die Wahrscheinlichkeit, dass jeder Geldnutzer die für ihn persönlich optimale Währung findet. Doch werden Sie nicht viel Zeit und Mühe investieren müssen, um sich über das breite Angebot zu informieren? Über Wechselkurse, Inflationsraten und Akzeptanz einer Währung? Wie heute schon auf vielen anderen Märkten werden auch hier Unternehmen entstehen, die es sich zur Aufgabe machen, die Geldnutzer und Sparer zu beraten und den Markt zu analysieren. Es werden sich Standards herausbilden, anhand derer verschiedene Währungen verglichen und bewertet werden können. Ein solcher Standard bildet auch eine einheitliche Recheneinheit: Kein Supermarkt wird zwanzig verschiedene Preisschilder aushängen müssen.“

      • arprin Says:

        Frank Schäffler hat dieses Thema schon angesprochen:
        http://www.frank-schaeffler.de/wahrungswettbewerb-was-bedeutet-das-fur-ihr-tagliches-leben/

        „Mit einem wachsenden Angebot verschiedener Währungen wächst auch die Wahrscheinlichkeit, dass jeder Geldnutzer die für ihn persönlich optimale Währung findet. Doch werden Sie nicht viel Zeit und Mühe investieren müssen, um sich über das breite Angebot zu informieren? Über Wechselkurse, Inflationsraten und Akzeptanz einer Währung? Wie heute schon auf vielen anderen Märkten werden auch hier Unternehmen entstehen, die es sich zur Aufgabe machen, die Geldnutzer und Sparer zu beraten und den Markt zu analysieren. Es werden sich Standards herausbilden, anhand derer verschiedene Währungen verglichen und bewertet werden können. Ein solcher Standard bildet auch eine einheitliche Recheneinheit: Kein Supermarkt wird zwanzig verschiedene Preisschilder aushängen müssen.“

      • Thomas Leske Says:

        Ich gebe Dir Recht, dass der Staat den Währungswettbewerb nicht behindern sollte. Trotzdem ist ein dauernder Währungswettbewerb etwas wiedersinniges. Hoppe kritisiert Hayek für seine Thesen in „The Denationalization of Money“:

        Hoppe sieht tendentiell einen Rückschritt in Richtung Tauschhandel, wenn seine Tausende von Liechtensteins jeweils ihre eigenene Währung ausgeben würden.

        Der Euro als Einheitswährung wäre gar nicht so schlecht – könnte die EZB nicht dauernd Geld nachdrucken:
        http://www.derhauptstadtbrief.de/cms/index.php/99-der-hauptstadtbrief-120/482-wie-der-euro-europa-stark-macht
        (Der Autor Huerta de Soto ist auch „Österreicher“.)

      • Thomas Leske Says:

        Nachtrag: In dem Video wollte ich auf Minute 2:40 verlinken. Das nimmt aber der Blog nicht an.

      • Carsten Says:

        Hoppes erstes Argument gegen Hayes vorsclag beginnt sich derzeit zu widerlegen, denn der Vietcong hat zwar keine Verankerung in irgendeinem realem Gut, dass seinen Wert bestimmen würde, ist aber dennoch etwas wert.
        Die Idee das der optimale Währungsraum weltweit wäre, ist zwar theoretisch plausibel, allerdings gibt es keine Institution, die eine solche Weltwährung verwalten könnte ohne der Manipulation zu eigenen Gunnsten zu Erliegen (von den enormen möglcihen Seignorage-Gewinnen ganz zu schweigen)

  3. qwertzman Says:

    Ich weiß, hat mit dem Thema nichts zu tun, aber mich würde übrigens mal etwas interessieren, lehnen sie eigentlich Kommunismus („Jeder nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seinen Bedürfnissen“) prinzipiell ab, oder wäre es ihnen egal oder würden sie es sogar begrüßen, wenn aufgrund der Entwicklung der Produktivkräfte, was mit Wirtschaftswachstum einhergeht bzw. Wirtschaftswachstum ist, Kommunismus (das was in der Klammer steht) entstünde? 🙂

    • arprin Says:

      Ich definiere Kommunismus nicht durch diesen Satz.

      Aber wenn – rein theoretisch – in einer freien Wirtschaft kommunistisch organisierte Unternehmen amm effizientesten sind, hätte ich absolut nichts dagegen. Die Kommunisten könnten ja schon anfangen, diese Unternehmen zu gründen.

  4. Silem Says:

    Jetzt darfst du die EU wieder beleidigen ;).

  5. shaze86 Says:

    Also ich halte die Idee zu kompliziert. Entweder es entsteht ein Wettbewerb mit 5 Preisschildern pro Ware oder es entsteht wieder ein Monopol. Außerdem sind Spekulationen auf Währungen immer sehr riskant. Außerdem stelle ich mir die Frage ob ich dann in Zloty bezahlt werde, dass wäre für meine Firma dann ein gutes Geschäft.

    Außerdem gibt es schon die Möglichkeit sein Geld zu „privatisieren“: Man kann sein Geld umtauschen in US $ z.B, oder in Aktien investieren oder wie vorgeschlagen direkt in Gold investieren.

    Apropro Gold: Gold ist auch nicht mehr das Wert was es einst mal war: z.B: wurde in den den letzten 2 Jahren mehr Gold gefördert als im Mittelalter. Außerdem vermutet man 25 Mrd. Tonnen Gold in der Erdkruste (160 k Tonnen wurden erst gefördert). Es ist also noch viel Luft nach oben für noch viel bessere Abbaumethoden. Außerdem hat Gold ein Spekulationsproblem; Der Preis wird von den Spekulanten und Ländern wie China künstlich in die Höhe getrieben.

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