Zitat des Tages

Februar 24, 2012

Ein Spiegel-Kommentator rechnet mit den Assad-Fanboys ab:

“Schon seltsam: die gleichen Leute, die der IDF – der Armee eines demokratischen Staates, mit Untersuchungskommissionen, internen Ermittlungen, öffentlichen Prozessen und einem beispiellosen Ausmaß an Transparenz – bei der Operation “cast lead” ungeprüft jede nur denkbare Gräueltat unterstellt haben, entdecken jetzt ihr Herz für die Armee eines Diktators, weil sie von “feigen Rebellen”, die sich unter die Zivilbevölkerung verstecken und Selbstmordattentate verüben, angegriffen wird. Da ist es dann nur zu verständlich, dass Frauen und Kinder sterben, ganze Stadteile in Schutt und Asche gelegt werden und da ist es selbstverständlich, dass jedes Youtube-Video, jedes Foto, jede Äußerung der Assad-Gegner und jede Aussage eines westlichen Journalisten mit äußerstem Misstrauen überkritisch seziert wird – Pallywood hingegen wird immer gern geglaubt, selbst wenn die Macher hinterher der dummdreisten Fälschung überführt werden. Liebe Assad-Freunde, ihr habt leider verloren: die meisten eurer Helden sind bereits auf dem Müllhaufen der Geschichte entsorgt, und die paar übrig gebliebenen, Bashir, Hugo, Mahmud, Kim und Fidel kommen da auch noch hin. Keine zehn Jahre mehr – wetten?”

Ist Afghanistan wirklich verloren?

Februar 22, 2012

Sieht so die Zukunft Afghanistans aus?

Die britische Journalistin Saira Shah bereiste im Jahr 2001 das damals von den Taliban beherrschte Afghanistan. In ihrer Dokumentationen “Im Reich der Finsternis: Das Afghanistan der Taliban” hat sie die Brutalität und Menschenverachtung des Regimes schonungslos dargestellt. In einem vom Westen finanzierten Stadion fanden öffentliche Hinrichtungen statt. Der Taliban-Rundfunk meldete 2001: “Die gerechte Strafe erreichte heute vor Tausenden von Zuschauern im Sportstadion von Kandahar vier Ehebrecherinnen und zehn Ehebrecher. Zwei von ihnen, Wakila und Sadofi, die fortgesetzt Ehebruch begangen hatten und somit dem moralischen Verfall und der Perversion Vorschub leisteten, wurden hingerichtet.”

Der Außenminister der Taliban, Wakil Motawakil, äußerte vor der Kamera: “Das Fußballstadion dient der Freizeitgestaltung, ist eine Stätte für Spiel und Spaß. Wenn an einem Deliquenten Gerechtigkeit geübt wird, ist auch das ein freudiges Ereignis, das der Gesellschaft Ordnung und Sicherheit bringt.” Saira Shah entgegnete: “Die internationale Staatengemeinschaft hat für das Stadion gezahlt. Sie wollte, daß hier Fußball gespielt wird, nicht daß Sie hier Menschen hinrichten!” Motawakil antwortete darauf: “Ich mache der internationalen Völkergemeinschaft ein Angebot: In Afghanistan ist alles zerstört worden. Wenn man uns hilft, eigens eine Hinrichtungsstätte zu bauen, so haben wir damit kein Problem. Wenn man uns zehnmal kritisiert, kann man uns doch wenigstens einmal helfen. Man sollte uns eine Hinrichtungsstätte bauen und Finanzhilfen gewähren, damit im Stadion Fußball gespielt werden kann und wir dennoch unsere Arbeit verrichten können.”

Im Mai 2001 beschlossen die Taliban, alle übriggebliebenen Hindus und Sikhs mit einem gelben Stoffflecken zu “markieren”, damit sie sich optisch von der muslimischen Bevölkerung absetzen, genauso wie es die Nazis mit den Juden getan hatten. Sowohl in den USA als auch in Indien erregte diese Entscheidung eine Well der Empörung. Diese Beispiele zeigen, was Afghanistan nach dem Abzug der NATO bevorstehen könnte. Der Krieg gilt im Westen schon längst als verloren. Die Argumente sind immer dieselben: Es ist unmöglich, einen asymmetrischen Krieg zu gewinnen, wie der Krieg in Vietnam gezeigt habe. Außerdem sind die Afghanen aufgrund ihrer Kultur noch nicht bereit für ein demokratisches System. Die Ziele seien nicht mehr zu erreichen und die einzige vernünftige Entscheidung lautet: Abzug. Dass man die Afghanen damit an die Taliban ausliefert, erregt höchstens ein Schulterzucken. Den Rest des Beitrags lesen »

Volksfeind Banker

Februar 19, 2012

Eine geplante Veranstaltung in München:

Die Occupy-Bewegung zwischen Hass, Neid und Ressentiment

“Ein Prozent der Menschheit ist an allem schuld, ein Prozent bereichert sich auf geheimnisvolle Weise an der Arbeit aller anderen, ein Prozent hält die Fäden in der Hand, kontrolliert Regierungen, korrumpiert die Staaten und macht aus gutem Geld böse Kredite, Zinsen und Schulden: Dieses Welterklärungsmuster, auf das die politische Ideologie des Antisemitismus sich schon immer reduziert hat, erhält mehr Zuspruch als je seit dem Zweiten Weltkrieg. Das Ressentiment hat sich gelöst von seiner doch eher schmuddeligen Existenz an den Rändern der öffentlichen Wahrnehmung, wird nicht mehr allein von pöbelnden Kampf-Ossis, geifernden Islamisten und persönlichkeitsauffälligen Obskurantisten offensiv vertreten; die so genannte “Occupy”-Bewegung, die die 99 Prozent, die unter der Knute der “Schuldknechtschaft” (Jürgen Elsässer), oder wie das früher hieß: “Zinsknechtschaft” (Julius Streicher) leiden, zu vertreten beansprucht, erscheint der politischen und publizistischen Administration respektabel – und das, obwohl der dumpfe Kollektivismus und die eliminatorischen Sehnsüchte dieser Bewegung kaum offensichtlicher sein könnten.”

Das neue Libyen

Februar 17, 2012

Libysche Arbeiter stellen im Rahmen der Feierlichkeiten die neuen Nationalflaggen auf

Vor genau einem Jahr begann die libysche Revolution, die mit dem Sturz des langjährigen Machthabers Muammar al-Gaddafi endete. Noch immer leitet der Nationale Übergangsrat (NTC) den geplanten Übergang von Gaddafi zur Demokratie. Ich habe mich bereits hier und hier als ein Befürworter der NATO-Intervention ausgesprochen und bin es immer noch. Die Gaddafi-Fanboys wollen das neue Libyen natürlich möglichst schlecht darstellen, um ihren verstorbenen Helden zu würdigen. Und tatsächlich gibt es große Probleme im Land.

Gaddafi-Anhänger werden laut Amnesty international gefoltert, mindestens 12 Folter-Tote soll es seit dem Sturz Gaddafis gegeben haben. Dazu zählen auch Ausländer, die verdächtigt werden, Gaddafi-Söldner gewesen zu sein. in der Stadt Tawergha, wo im August 30.000 Menschen vertreiben wurden, werden Wohnhäuser und Infrastruktur systematisch zerstört, um die Rückkehr der Flüchtlinge zu verhindern. Verbrecher, die während des Krieges aus den Gefängnissen flohen, treiben in den Städten ihr Unwesen. Milizenangehörige weigern sich, ihre Waffen niederzulegen und kämpfen teilweise gegeneinander.

Aber es ist nicht alles schlecht. Im Gegenteil. Libyen hat durchaus gute Aussichten. Politisch, wirtschaftlich, gesellschaftlich. Die Aufbruchstimmung ist noch nicht verflogen. Eine erste nationale Umfrage, an der 2087 Menschen teilnahmen, ergab u.a. folgendes: Zwei Drittel der Libyer sind “zufrieden”, damit liegen sie weltweit vor Frankreich, Deutschland und den USA auf Platz 13. 80% schätzen ihr jetziges Leben besser ein als unter Gaddafi. 75% glauben, dass sich die politische und wirtschaftliche Situation verbessert hat. 82% bewerten die Revolution als “absolut richtig”. Sind diese Ansichten berechtigt? Den Rest des Beitrags lesen »

Nationalismus und Sozialismus

Februar 16, 2012

Die Flagge der nationalbolschewistischen Partei Russlands

Christian Ortner fragt sich: Wäre Adolf Hitler heute Occupy-Anhänger? Das ist durchaus möglich, denn der Kapitalismus und die Globalisierung gehören zu den größten Feindbildern der Rechtsextremen. Nicht nur die Linkspartei, auch die NPD will Hartz IV abschaffen und Hedge Fonds verbieten. Es ist aber wichtig, zwischen dem Antikapitalismus von rechtsextremen Nationalisten und den von linksextremen Sozialisten zu unterscheiden.

Die rechtsextremen Nationalisten haben als Ziel die Herschaft ihrer Rasse/Nation über ein bestimmtes Gebiet, in der ihre Rasse/Nation nicht von anderen Rassen/Nationen “beschmutzt” oder ausgebeutet wird. Aus diesem Grund sind Nationalisten gegen die Globalisierung, denn die Globalisierung brachte die Gastarbeiter, die Anglizismen in der deutschen Sprache und das Outsorcing von Arbeitsplätzen nach China.

Das Hauptziel der Nationalisten ist aber nicht die Diktatur des Proletariats, sondern einzig und allein das Wohlergehen ihrer Rasse/Nation. DieIdeologie der NSDAP kann man nicht als links bezeichnen, nur weil sie gemeinsame Schnittpunkte haben. Ausländische Arbeiter waren den Nazis egal, es ging ihnen nur um deutsches Blut. Dass die Nazis glaubten, dass der Sozialismus das beste Wirtschaftssystem für ihre arisch-germanische Rasse war, ist eigentlich unwichtig, denn dieser Glaube war nur ein Teil ihres Nationalismus.

Sie hätten ihre Meinung in dieser Hinsicht auch ändern und sich in eine Marktwirtschaft unwandeln können, wenn sie glaubten, dass die Marktwirtschaft für das Wohlergehen ihrer arisch-germanischen Rasse besser geeignet wäre. Für die Sozialisten dagegen geht es um nicht um eine Rasse/Nation, sondern um das weltweite Proletariat, egal welcher Rasse/Nation- ein gewaltiger Unterschied zu den Nationalisten.

Der angekündigte Völkermord

Februar 12, 2012

Iranische Kinder bei einer "israelkritischen" Kundgebung

Vor fünf Tagen verkündete die iranische Website Alef, die eng mit dem iranischen Rahbar (in den westlichen Medien meist Oberster Revolutionsführer genannt) Ayatollah Ali Khamenei verbunden ist, eindeutige Vernichtungsdrohungen gegen Israel und alle Juden.

“Die iranische Regierung hat soeben erneut ein Dokument publiziert, das deutlicher als bisher zur Zerstörung Israels aufruft… Die Forderungen erschienen zunächst auf der islamischen Website Alef, die eng mit dem obersten Führer Ayatollah Ali Khamenei … verbunden ist. Wörtlich heisst es „Wir sollten nicht die Möglichkeit verstreichen lassen, die Juden zu beseitigen“. Es gäbe die „rechtswissenschaftliche Rechtfertigung“, alle Juden zu töten – und Israel zu zerstören – und die „islamische Regierung des Iran muß dabei das Kommando übernehmen“.

Der Text wurde von islamischen Analytiker und Strategen Alireza Forghani verfasst, der Khamenei nahesteht – und wurde auf die meisten Websites der iranischen Regierung übertragen. Der Text erschien auch in den Meldungen der Nachrichtenagentur Fars, die von den Revolutionsgarden kontrolliert wird. Das Papier erklärt, dass der Iran nach islamischen Recht einen Grund hat, einen zerstörerischen Angriff gegen Israel durchzuführen, da Israel Irans Atomanlagen angreifen wolle. Forghani rechtfertigt Angriffe auf Zivilisten unter Berufung auf die von Ayatollah Khomeini benannte Regel, dass Muslime im Dschihad gegen Feinde, die eine islamische Nation aggressiv angehen würden, Krieg führen sollten. Forghani will andere arabische Staaten zum Krieg gegen Israel vereinen.”

Erstaunlicherweise haben deutsche Medien so gut wie nichts darüber berichtet. Die britische Daily Mail war die einzige relevante westliche Zeitung, die einen Artikel zu Khameneis Genozidaufruf brachte. Diese Funkstille ist jedoch kein Einzelfall, die deutschen Medien berichten selten über die Hasspropaganda in Palästina oder neuerdings besonders in Ägypten (wo es schon zu Mubaraks Zeiten Stürmer-ähnliche Hetze gegen Juden gab). Der iranischstämmige Dr. Wahied Wahdat-Hagh hat in der Achse des Guten über Forghanis Artikel berichtet und sich dabei auch die Leserkommentare angeschaut. Den Rest des Beitrags lesen »

Michael Moore über Deutschland

Februar 12, 2012

Michael Moore macht gerne Showeinlagen

Michael Moore ist wahrscheinlich der beliebteste Amerikaner in Deutschland. Diese Liebe beruht scheinbar auf Gegenseitigkeit. In vielen seiner Bücher hat Moore das deutsche Sozialsystem und unsere Friedenspolitik gelobt. Die ZEIT veröffentlichte im Dezember 2003 einen Abdruck seines Buches “Volle Deckung Mr. Bush” (Hey Dude, where’s my country?), den man so zusammenfassen kann: Amerikaner sind dumm, Deutsche sind gebildet.

Michael Moore hat sich aber auch anders über Deutschland geäußert. In seinem 1997 erschienen Buch “Downsize this!” zum Beispiel. In diesem Werk werden u.a. Anleitungen zu Brandstiftung und Plünderung der “Reichenviertel” von LA mit gezeichneter Stadtplan-Skizze veröffentlicht, der Moores Wunsch nach Klassenkampf verdeutlicht. Im zehnten Kapitel (S.91-97) äußert sich Moore dann zu Deutschland. Es handelt sich dabei kurz zusammengefasst um einen Aufruf, deutsche Nazi-Rentner in Florida zu erschießen.

Hier der komplette Text:

Deutschlands Sünden sind nicht bezahlt

Habe ich den aufregendsten Moment versäumt, als der 50. Jahrestag der Beendigung des Zweiten Weltkriegs gefeiert wurde? Den Moment, als alle Deutschen auf die Knie sanken und um Vergebung baten, als sie in Viehwaggons stiegen, um ihr Mitgefühl zu zeigen, und versprachen, jede Woche einen Tagesverdienst an einen Überlebenden des Holocaust abzutreten.
Mann, das muß ein toller Anblick gewesen sein! Habt ihr ihn auch versäumt? Bin ich ein bißchen zu hart mit einem Land, das doch bereits Reue gezeigt hat und von dessen Bürgern die meisten noch gar nicht geboren waren, als der Massenmord begangen wurde? Nun ja. Werfen wir mal einen Blick auf die Anzeigetafel.

6 Millionen Juden ermordet.
3 Millionen katholische Polen ermordet.
500000 Zigeuner ermordet.
12500 Homosexuelle ermordet.

Und dazu noch jede Menge Kommunisten, Zeugen Jehovas und andere Mißliebige, das macht eine Gesamtsumme von fast 10 Millionen wehrlosen Menschen, die im Holocaust abgeschlachtet wurden. Nicht mitgerechnet sind die 400 000 Amerikaner, die in diesem Krieg starben (im Kampf gegen Deutschland und seine Verbündeten Japan und Italien), die 25 Millionen Sowjetbürger, die getötet wurden oder verhungert sind, und die Millionen anderer Europäer, Afrikaner und Asiaten, die von Menschen eines Volkes umgebracht wurden, das damals für die gebildetste, zivilisierteste und fortschrittlichste Nation der Welt gehalten wurde. Und das alles ist gar nicht so lange her. Wir müssen heute noch mit den Folgen dieser Tragödie leben. Alle unsere Familien, ob jüdisch oder nicht jüdisch, wurden irgendwie durch sie in Mitleidenschaft gezogen. Der Bruder meines Vaters, Lawrence, wurde in der Nähe von Manila getötet. Die Weltkarte ist durch den Zweiten Weltkrieg für immer verunstaltet, und gleichgültig, ob es in Bosnien knallt oder im Nahen Osten oder ob Skinheads die Bürger von Idaho terrorisieren, all diese Konflikte haben ihre Wurzeln in den Taten der Deutschen.

Und wie wurde Deutschland für diese Sünden bestraft? Es wurde eines der reichsten Länder der Welt! Und das in nur drei Jahrzehnten! Wie um alles in der Welt konnten wir das zulassen? Heute genießt der durchschnittliche Deutsche einen Lebensstandard, der schlicht einmalig ist. Ein Fabrikarbeiter in Westdeutschland verdiente letztes Jahr durchschnittlich 29 Dollar die Stunde. In den USA verdiente derselbe Arbeiter 19 Dollar. Der amerikanische Arbeiter muß pro Jahr fast 200 Stunden länger arbeiten als der deutsche. Das sind die fünf Vierzig-Stunden-Wochen, die die Deutschen bezahlten Urlaub kriegen, und dabei verdienen sie auch noch doppelt soviel wie wir Amerikaner. Und obwohl Deutschland nur ein Fünfundzwanzigstel der Fläche der USA hat und die USA fast vier Mal so viele Beschäftigte haben, ist sein
Bruttoinlandsprodukt pro Kopf der Bevölkerung fast so groß wie das der USA. Den Rest des Beitrags lesen »

Wulff und Waldsterben

Februar 10, 2012

Der Spiegel zum Waldsterben

In den 1980ern erklärten Umweltschützer, Politiker und die Presse, dass der deutsche Wald durch den sauren Regen, der über den Wald niederregnet, vom Aussterben bedroht wäre. Eine gigantische Panikwelle rollte über das Land, zu einer Zeit, in der, wie man heute weiß, die Waldfläche in Deutschland zu statt abnahm. In Frankreich konnte man über die deutschen Ängste nur müde lächeln und erfand den Begriff “Le Waldsterben”. Nun sorgt ein anderes deutsches Thema für Verwirrung in Frankreich- die Kreditaffäre des Bundespräsidenten Christian Wulff.

Der Focus schrieb über die Reaktion der Franzosen über die Wulff-Affäre: “In den Fernsehbeiträgen sehen sich die Korrespondenten gezwungen, immer wieder zu betonen: Transparenz, saubere Kontoführung, keinen Korruptionsverdacht aufkommen zu lassen – all das sei für die Deutschen „ganz wichtig“. Denn die Franzosen ticken anders: Der vorbestrafte Alain Juppé ist Außenminister, Ex-Präsident Jacques Chirac hatte zeitweise sieben Ermittlungsverfahren gegen sich laufen – ohne dass das die Menschen besonders bewegt hätte.”

Wie man gestern bei Markus Lanz erfahren konnte, haben Politiker in Frankreich es überhaupt nicht nötig, sich so anzustrengen, um unpolitische Tätigkeiten finanziert zu bekommen. Sie können sich einfach in einem Fonds bedienen, der allen Politikern des Landes offen steht. Und Sarkozy drohte einer Zeitung, die einen nach seiner Ansicht verleumderischen Artikel über seine Carla Bruni geschrieben hatte, mit wesentlich heftigeren Worten als es Wulff mit der BILD tat. Nicht nur in Frankreich ist man erstaunt über die Kritik an Wulff. Den Rest des Beitrags lesen »

Die Zehn Gebote des modernen Antisemitismus

Februar 9, 2012

Wenn Israelkritik krankhaft wird

In den letzten Tagen haben einige offensichtlich antisemitische Gestalten den Kommentarbereich meines Blogs verunstaltet. Ihre Thesen basieren auf den üblichen rhetorischen Tricks der modernen Antisemiten. Diese glauben bekanntlich, wenn man Israel kritisiert, kann es unmöglich Antisemitismus sein. KZ Gaza, Völkermord, Apartheid- alles ist erlaubt, um Israel zu dämonisieren.

Vor einiger Zeit habe ich einen längeren Artikel zum “modernen Antisemitismus” geschrieben. Bereits eineinhalb Jahre zuvor hatte ein User in einem Forum “Zehn Gebote für die modernen Antisemiten” formuliert. Ich habe diese ausführlich erläutert. An dieser Stelle seien aber lediglich die ursprünglich formulierten Zehn Gebote dargestellt. Sie könnten direkt aus der PR-Abteilung der Linkspartei oder der iranischen Regierung stammen.

Erstes Gebot – Hebe so oft wie möglich hervor, dass du kein Antisemit bist! Wenn nötig, lass dir eine möglichst dumme Ausrede einfallen, weshalb du nie und nimmer ein Antisemit sein kannst, z. B. weil die Palästinenser schließlich auch Semiten sind oder weil Jesus auch Jude war.

Zweites Gebot – Betone stets, wie schrecklich du den Holocaust findest, dass es jetzt aber wohl genug damit sei! Wie lange soll sich Deutschland, nach all den großzügigen Entschädigungszahlungen, denn noch kollektiv schuldig fühlen?

Drittes Gebot – Denk immer daran, was für ein mutiger, tabubrechender Held du doch bist, weil du Israel kritisierst! Deklariere dich möglichst als Opfer der „Antisemitismus-Keule“. Ziehe aus dem Holocaust die Lehre, dass du nicht tatenlos zusehen kannst, wie die Israelis heute die Palästinenser unterdrücken. Unterdrückung in anderen Regionen dieser Erde ignorierst du geflissentlich, dort sind ja keine Juden am Werk.

Viertes Gebot – Immunisiere dich gegen jede Kritik. Die Massenmedien werden schließlich eh von den „Weisen von Zion“ – Pardon, ich meinte natürlich die „Israel-Lobby“ – kontrolliert, auch wenn statistisch gesehen rund acht Zehntel der gesamten westlichen Nahost-Berichterstattung neutral bis „israelkritisch“ und nur ein Bruchteil tatsächlich pro-israelisch ist.

Fünftes Gebot – Miss mit zweierlei Maß: Selbst das kleinste Vergehen, dessen sich Israel schuldig macht, wiegt immer noch millionenfach schwerer, als das schlimmste von Palästinensern oder Anderen verübte Verbrechen! Verharmlose „Hamas, Hamas, alle Juden ins Gas“-Sprechchöre palästinensischer Demonstranten. Das meinen die doch eh nicht so… Den Rest des Beitrags lesen »

Warum German Angst?

Februar 5, 2012

Die deutsche Hyperinflation von 1923

Waldsterben, Vogelgrippe, Google Street View, Dioxin-Eier- Die deutsche Panikindustrie ist grenzenlos. Warum fürchten sich die Deutschen so gerne? Die Antwort auf diese Frage lautet fast immer: Die German Angst stammt aus der Zeit der Inflation in den 1920ern und des Zweiten Weltkriegs, in der so gut wie jeder Deutsche traumatischen Erfahrungen machte. Epigenetiker haben die Theorie aufgestellt, dass “sich die Ängstlichkeit der Deutschen aus jener Zeit bis heute vererbt hat.” Eine interessante Theorie, doch lässt sie eines außer Acht: Waren nicht eigentlich die Sowjets, die Polen und die Juden noch schlimmer dran als wir?

Der Krieg hat für die Sowjetunion wesentlich mehr Opfer gefordert als für Deutschland. Nicht nur das: Für die Sowjets war der Zweite Weltkrieg nur eine von insgesamt fünf Katastrophen, die sie von 1914 bis 1953 heimgesucht hatte. Erster Weltkrieg, dann Bürgerkrieg, dann Stalin, dann Zweiter Weltkrieg und dann noch mal Stalin. Der Bürgerkrieg von 1917 bis 1921 hatte 8 Millionen Opfer gefordert, 1932 und 1933 waren zwischen 4-7 Millionen Sowjets verhungert, weitere Millionen starben in den Gulags oder während des “Großen Terrors”, 20 Millionen während des Zweiten Weltkriegs und nach 1945 starben immer noch Hunderttausende in den Gulags und 1,5 Millionen in der Hungersnot von 1946/47.

Und was ist eigentlich mit den Japanern, den Chinesen, den Vietnamesen und den Kambodschanern? Müssten die Ostasien aufgrund ihrer Geschichte nicht zu den ängstlichsten Menschen der Welt zählen, wenn schon nicht die Russen, Ukrainer und die Polen? Was ist mit den Hutus und Tutsis, den Irakern, den Bosniern, den Guatemalteken, Honduranern und Salvadorianern? Egal, wo man hinschaut: Bürgerkriege, Genozide und Vertreibungen sind keine deutsche Exklusivität. Eine wirkliche Erklärung für die German Angst liefert die deutsche Geschichte nicht, zumal sie schon von Churchill erwähnt wurde. Welchen anderen Grund könnte es aber geben? Den Rest des Beitrags lesen »


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