WM-Geschichte, Teil 15

Oktober 1, 2014
Das WM-Logo 1994

Das WM-Logo 1994

Mit Verspätung wird die Serie nun fortgesetzt, und zwar mit der 15. Fußball-Weltmeisterschaft, die vom 17. Juni bis zum 17. Juli 1994 in den USA ausgetragen wurde. Zu diesem Zeitpunkt befand sich Europa nach dem Ende des Kalten Kriegs in einer Phase der Erneuerung, im Nahen Osten herrschte die Hoffnung auf Frieden, Mandela wurde Präsident Südafrikas, Bürgerkriege erschütterten Jugoslawien, Somalia und Ruanda und das Internet erblickte das Licht der Welt. In den USA hat ein Eigentor tödliche Folgen für einen Kolumbianer, Maradonas WM-Karriere nimmt ein unrühmliches Ende und Brasilien kehrt ohne “jogo bonito” und dank des schlechtesten Elfmeters aller Zeiten auf den Thron zurück.

Die Vergabe der Weltmeisterschaft an den USA war nicht ohne Kritik, Fußball war dort nur eine Randsportart. Die FIFA hatte jedoch den Wunsch, den Fußball auch in unerschlossenen Märkten zu verbreiten und konnte auf die großen Football-Stadien und der Kaufkraft und Neugier der Amerikaner zählen. Außerdem gaben die in der Diaspora lebenden Italiener, Iren, Deutsche, Mexikaner, Kolumbianer, Koreaner, usw. dem Turnier zusätzlich gute Stimmung. Den Rest des Beitrags lesen »

Tabus mit Gesetzen schützen?

September 26, 2014

Das Logo des zweiten internationalen Eugenik-Kongress, 1921

Ich habe für den deutschen Ethikrat nicht viel übrig. Sie ist eine von vielen überflüssigen Organisationen auf dieser Welt, und allein schon der Name macht sie mir schon unsympathisch. Aber auch sie können mal richtig liegen. Die jüngste Stellungnahme vor zwei Tagen forderte die Abschaffung des Inzest-Verbots. Für mich ist dieses Verbot, dass 2012 vom Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) für rechtens erklärt wurde, völlig unnötig, denn wenn zwei erwachsenen Menschen freiwillig eine (sexuelle) Beziehung miteinander eingehen, geht das dem Staat nichts an. Eine freiwillige Beziehung zwischen zwei Verwandten ist ein “Verbrechen ohne Opfer”.

Man sollte auch bedenken, dass hinter Inzest-Beziehungen oft das Phänomen der “Genetic sexual attraction” steckt: Verwandte, die bei der Geburt getrennt werden und sich als Erwachsene wiedertreffen, haben eine erhöhte Wahrscheinlichkeit (einige sprechen von bis zu 50%), sich sexuell anziehend zu finden. Der Grund ist einfach der, dass man sich meistens Partner aussucht, die einem charakterlich und körperlich ähnlich sind, was bei Verwandten eben häufiger der Fall ist (der “Westermarck-Effekt” verhindert, dass dies bei Verwandten passiert, die miteinander aufgewachsen sind). Das Paar, das beim EGMR geklagt hatte, lernte sich erst mit 24 bzw. 17 Jahren kennen.

Die Ängste, die viele mit der Legalisierung von Inzest-Beziehungen verbinden, sind typische Angstmacherei. Vergewaltigung und Kindesmissbrauch sollen natürlich auch unter Verwandten weiterhin strafbar bleiben. Der Einwand, dass Kinder aus Inzest-Beziehungen mit höherer Wahrscheinlichkeit behindert werden, ist absurd: Man verbietet ja auch nicht Behinderten, Alten oder Aids-Kranken, sich fortzupflanzen. Wäre dem nicht so, würde man das zurecht als vom Staat erzwungene Eugenik verurteilen. Ob man ein Kind mit Behinderungen austragen will oder nicht (oder mit PID untersuchen), sollte die alleinige Entscheidung der Eltern sein. Den Rest des Beitrags lesen »

Make holiday, not war

September 22, 2014
Humboldt und Bonpland am Fuß des Chimborazo

Humboldt und Bonpland am Fuß des Chimborazo

Es gibt nicht wenige Personen, die im modernen Massentourismus mehr ein Fluch sehen als ein Segen. Das ständige Reisen verursache hohe CO2-Emissionen, bedrohe die Kultur der “besuchten” Völker und zerstöre die unberührte Natur. Es sind also vor allem Menschen aus dem kapitalismuskritischen und grünen Umfeld, die eigentlich über jedes moderne Phänomen in westlichen Gesellschaften meckern. Andere wiederum preisen den Besuch fremder Länder als friedensfördernd an, denn schon Mark Twain war der Ansicht, dass Reisen “tödlich für Vorurteile” sei.

Ob Reisen bildet, darüber kann man geteilter Meinung sein. Alexander von Humboldt sagte: “Die gefährlichste Weltanschauung ist die Weltanschauung derer, die die Welt nie angeschaut haben”, doch Konfuzius setzte dem schon zwei Jahrtausende zuvor entgegen: “Schick einen Banausen auf Weltreise, und er kommt zurück als – braungebrannter Banause”. Man kann nicht drumherum kommen zu sagen, dass Reisen allein niemanden automatisch zu einem weisen Mann macht. Che Guevara fand in seiner Lateinamerika-Reise zum Sozialismus, da wäre es besser gewesen, wenn er zu Hause geblieben wäre.

Aber wer vom Tourismus die Lösung solcher Probleme erwartet, hat nicht verstanden, worum es dabei geht. Touristen sind nur auf der Suche nach Entspannung, sie wollen eine Pause vom stressigen oder langweiligen Alltag, oder dieselben Abenteuer in einem anderen Land erleben. Nichts mehr als das soll das Reisen bringen. Aber schon diese Aufgabe zu erfüllen, kann sehr viele positive Nebenwirkungen haben. Es gibt gute Gründe, um in dem Massentourismus eine segensreiche Entwicklung zu sehen, und die ganzen Klagelieder über den modernen Touristen als unbegründet abzutun. Den Rest des Beitrags lesen »

Mythen und Fakten zu Kuba

September 17, 2014
Das waren noch Zeiten: Che Guevara und Fidel Castro beim Revolutionieren

Das waren noch Zeiten: Che Guevara und Fidel Castro beim Revolutionieren

“Ich habe niemals jemanden getötet, aber ich habe oft Nachrufe mit großem Vergnügen gelesen”, sagte der amerikanische Rechtsanwalt Clarence Darrow einmal. Die meisten Menschen dürften diesem Satz zustimmen, auch wenn sie es nicht zugeben. Das Jahr 2011 war in dieser Hinsicht besonders gut: Osama, Gaddafi und Kim Jong-Il segneten das Zeitliche. 2012 war dann eher enttäuschend. 2013 gab es immerhin Hugo Chavez. 2014 läuft aber wieder mau. Kandidaten gibt es ja reichlich, so z.B. Robert Mugabe oder Ayatollah Chamenei. Und natürlich Fidel Castro.

Der Kalte Krieg ist seit 23 Jahren vorbei, aber Fidel Castro ist geblieben. Er herrscht seit 55 – in Worten: fünfundfünfzig – Jahren über Kuba. Dabei nimmt er sich immer mal wieder eine Auszeit, so war er zwischenzeitlich neun Monate lang nicht in der Öffentlichkeit zu sehen. Politische Ämter übt Fidel offiziell nicht mehr aus, sein Bruder Raul hat den Posten als Generalsekretär der Kommunistischen Partei übernommen. In seinem Land hat sich in den letzten Jahren einiges verändert. Die Führung versucht langsam, das Land zu öffnen, ohne dabei den Unterdrückungsapparat zu lockern.

Das linke Narrativ lautet: Kuba war unter dem amerikanischen Marionettendiktator Fulgencio Batista das “Bordell der Amerikaner”, dann wurde Batista durch einen Volksaufstand, angeführt von Fidel Castro, gestürzt. Castro errichtete ein sozialistisches Paradies, verteilte den Reichtum gerecht, versorgte seine Bevölkerung mit Bildung und Gesundheit, versäumte es aber leider, Freiheit und Demokratie einzuführen. Die sozialen Errungenschaften werden aber gewöhnlich höher bewertet. Wenn man sich die Realitäten in Kuba anschaut, wird schnell klar, dass es sich bei diesem Narrativ um einen Mythos handelt, der freilich geschickt am Leben erhalten wird. Den Rest des Beitrags lesen »

Kein Optimismus mehr?

September 12, 2014

Das Jahr 2014 brachte eine ganze Reihe an Katastrophen. Krieg im Irak, Krieg in der Ukraine, Ebola-Epidemie in Westafrika – es gab keinen Mangel an schlechten Nachrichten. Aber die gute Nachricht ist: Der langfristige Trend ist immer noch positiv.

Hans Rosling zeigt in vier Minuten auf, wie sehr die Lebenserwartung und das Einkommen in der Welt in den letzten 200 Jahren zugenommen haben. Der Zustand der Menschheit war in 99% der Zeit Elend und Tyrannei (“The normal state of man is misery and tyranny”, wie Milton Friedman es ausdrückte), erst in den letzten zwei Jahrhunderten hat sich das Blatt gewendet. Rosling gehört zur Kategorie der Optimisten. Zu dieser Sorte gehören auch Steven Pinker oder Bryan Caplan, die nicht müde werden zu betonen, wie sehr die Gewalt in der Welt abgenommen und der Wohlstand zugenommen hat.

Und trotzdem gibt es viel berechtigte Skepsis für die Zukunft. Erstens sind nicht alle Regionen in gleicher Weise vom Fortschritt erfasst worden. Zwischen Luxemburg und der DR Kongo klaffen Welten, und für viele Gebiete ist auch keine Besserung in Sicht. Und zweitens kann der Fortschritt schnell rückgängig gemacht werden, dazu bedarf es nur ein paar schlechter Entscheidungen. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts ging es der Menschheit ebenfalls so gut wie nie zuvor. Es hätte ein Jahrhundert des Friedens werden können – aber es folgten die Weltkriege. Die aktuelle politische und ökonomische Situation der Welt ähnelt der zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Werden wir es diesmal besser machen? Den Rest des Beitrags lesen »

Scharia-Polizei in Deutschland

September 7, 2014
Hat der Islam nichts mit Ehrenmorden zu tun?

Kabul oder Wuppertal?

Vor einigen Wochen erschien eine Karte, die angeblich die Pläne des Islamischen Staats (IS) für die kommenden fünf Jahre darstellte. Nicht nur der gesamte Nahe Osten, auch Spanien, Indien und Zentralafrika sollte erobert werden, also der gesamte islamische Einflussbereich auf dem Höhepunkt des Kalifats. Soweit dürfte es dann trotz all der derzeitigen Katastrophenmeldungen doch nicht kommen. Die IS ist erstmal im Irak und Syrien beschäftigt. Allerdings hat diese Organisation ihre Anhänger im Westen, auch in Deutschland. Diese wollen nicht solange warten.

In Wuppertal belästigt eine “Scharia-Polizei” Passanten, die sich nicht islamkonform verhalten. Eine bedrückende Vorstellung: Die Lokführer und die Piloten streiken, aber die Scharia-Polizei hat Dienst und belehrt Disco-Gänger und lädt zu Predigten ein. Immerhin hat die Politik klargemacht, dass sie das nicht dulden will und das Tragen von falschen Polizeiwesten unter Strafe gestellt wird. Auch wenn ich unserer Polizei nicht unbedingt immer vertraue, kann ich nur hoffen, dass diese Maßnahme umgesetzt wird, sonst könnte es in einigen deutschen Städten wirklich ungemütlich werden.

Leider ist es nicht die erste Meldung von Scharia-Polizisten in Europa. In einigen europäischen Städten soll es sogar “scharia-befreite Zonen” geben, mit Verbot von Alkohol, Schweinefleisch, allem drum daran. Die islamistische Unterwanderung geht sogar soweit, dass einige sogenannte “Scharia-Gerichte” offiziell von der Politik geduldet werden. Wohin soll das führen? Der Islamismus darf keinen Raum zur Entfaltung bekommen, so fangen Katastrophen an, wie wir in der islamischen Welt sehen. Den Rest des Beitrags lesen »

Die letzten Tage der FDP?

September 2, 2014
Der Gründer des Liberalen Aufbruchs (Bild: www.frank-schaeffler.de / studio kohlmeier)

Kann er die FDP retten? (Bild: http://www.frank-schaeffler.de / studio kohlmeier)

Prometheus. Das ist der Name des Think Thanks, den Frank Schäffler nach der für die FDP desaströsen Sachsen-Wahl gegründet hat. Ziel soll es ein, “gegen den nimmersatten Staat, Bürokratie, Überwachung, hohe Steuerlast, staatliche Planwirtschaft und den Nanny-Staat zu kämpfen”. Was an der Sachsen-Wahl bedauerlich ist, ist dass die sächsische FDP im Gegensatz zur Bundespartei wirklich liberale Politik gemacht hat und wohl nur wegen des Versagens der Bundespartei abgewählt wurde.

Machen wir uns nichts vor: Die Marke FDP ist tot. Man verbindet mit diesem Namen meist nur negative Eigenschaften wie Klientelpolitik für die Reichen und soziale Kälte. Das ist zwar übertrieben (außerdem sind im Grunde alle Parteien Klientelparteien und “sozial kalt), aber es hat sich eingebrannt. Manche überlegen deshalb, die Partei umzubenennen. Einige “Sozialliberale” haben bereits angekündigt, eine neue Partei zu gründen. Das sind deutliche Zerfallserscheinungen, die eine Frage aufwerfen: Kann die FDP noch gerettet werden?

Mit liberaler Politik lassen sich zwar nicht viele Stimmen gewinnen. Aber eine Partei, die der Eurorettungspolitik kritisch gegenübersteht, hätte gute Chancen bei den Wählern. Die FDP hat dieses Feld jedoch der konservativen AfD überlassen und es sieht nicht so aus, als würde sich dies ändern. Somit macht sich die FDP selbst überflüssig. Das aktuelle Personal könnte etwas schaffen, was es in der Bundesrepublik noch nie gab: Das Ende des parteipolitischen Liberalismus. Wir sind auf dem Weg dahin. Den Rest des Beitrags lesen »

Falsche Zitate überall!

August 28, 2014

Eine Warnung

Nicht nur Bilder, auch Zitate sagen mehr als tausend Worte. Lange Texte, in denen man versucht, eine Botschaft rüberzubringen, erregen meist weniger Beachtung als ein kurzer, prägnanter Satz, der dann als Schlagwort weiterverbreitet wird. Immer, wenn eine Diskussion droht, zu anspruchsvoll zu werden, kann man mit irgendeiner Indianerweisheit oder einem Gandhi-Spruch die Notbremse ziehen und jedes Niveau im Keim ersticken. Umso ärgerlicher, wenn es falsche Zitate sind.

Es gibt Zitate, die leicht verfälscht wiedergegeben werden, wie Benjamin Franklins Zitat über Sicherheit und Freiheit. Es gibt Zitate, deren Sinn verfälscht wird. Und es gibt Zitate, die schlicht erfunden sind. Jeden kann es erwischen. Ob Stalin, Marie-Antoinette oder Britney Spears, der das Zitat “Ich bin für die Todesstrafe, so lernen die Täter eine Lektion für das nächste Mal” untergeschoben wurde. Von all den falschen Zitaten gibt es jedoch echte Dauerbrenner, die sich über Jahrzehnte gehalten haben. Hier deshalb ein Ranking mit den Klassikern der Fake-Zitaten.

Platz 5: Hitlers Waffen-Zitat

This year will go down in history! For the first time, a civilized nation has full gun registration! Our streets will be safer, our police more efficient, and the world will follow our lead into the future!

Dieses Zitat findet man in vielen amerikanischen Seiten, die sich für ein liberales Waffenrecht einsetzen. Dabei wird meist noch ein Datum angegeben (1935). Im deutschen Sprachraum ist dieses Zitat nicht bekannt. Aus gutem Grund: Hitler hat das niemals gesagt. Es gab unter Hitler keine besonders strengen Waffengesetze und keine Registrierungspflicht für alle Waffen. Die Juden wurden gezielt entwaffnet (und später auch Zigeuner, Homosexuelle und andere Staatsfeinde), aber der Bevölkerung wurde der Zugang zu Waffen eher erleichtert. Den Rest des Beitrags lesen »

Grundeinkommen statt Sozialhilfe

August 23, 2014
Die globale Leitwährung ist sehr begehrt

Es geht immer nur um “Wie viel Geld?”

“Wollt ihr die Armen sterben lassen?” Diesen Satz muss man sich als Liberaler oft anhören, wenn man darüber diskutiert, den Sozialstaat zu reformieren. Es gibt für Linke nichts Heiligeres als den Sozialstaat. Laut Helmut Schmidt ist es die “größte Errungenschaft der letzten 100 Jahre”. Dass die Liberalen die Armen hassen und in Wirklichkeit nur den Reichen helfen wollen, davon sind die Linken überzeugt. Wenn es um Reformen des Sozialstaates geht, können sie nur in eine Richtung diskutieren: Die Ausweitung des Sozialstaats. Bei einigen Mitgliedern der Piraten, Grünen oder der Linkspartei wird schon über die Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens diskutiert.

Als Oskar Lafontaine in einer Talkshow einmal über die Tea Party sprach, meinte er, diese Bewegung hätte den Freiheitsbegriff pervertiert: Freiheit würde für sie bedeuten, nicht mehr in die sozialen Sicherungssysteme einzahlen zu müssen. Aber genau das gehört eben zur (in diesem Falle wirtschaftlichen) Freiheit: Über sein eigenes Einkommen verfügen zu dürfen, anstatt 40-50% an den Staat abgeben zu müssen, zur vermeintlichen “Armutsbekämpfung”. Selbst wenn wir mal vergessen, dass das wichtigste Mittel zur Bekämpfung der Armut keine Reform des Sozialstaats ist, sondern eine Öffnung des Arbeitsmarkts, stellt sich die Frage: Ist der Sozialstaat wirklich eine Hilfe für die Armen?

Der deutsche Staat gibt jährlich etwa 1 Billion Euro aus, davon entfallen 40% für Arbeit und Soziales. Eine gigantische Summe, die den Bürgern aus der Tasche gezogen wird. Doch sie wird ziemlich ineffizient eingesetzt. Nur ein geringer Teil landet bei den wirklich Bedürftigen, ein großer Teil versickert in der Bürokratie. Oder anders gesagt: Wir könnten die Hälfte der Ausgaben für Arbeit und Soziales streichen, ohne dass sich bei den Bedürftigen viel ändern würde. Eine kluge Reform würde also versuchen, mit weniger Geld den Bedürftigen besser zu helfen. Tatsächlich könnte ein Konzept helfen, dass wie ein Grundeinkommen funktioniert. Den Rest des Beitrags lesen »

Wasser für alle!

August 18, 2014
Eine arme Arbeiterfamilie in Hamburg, 1902

Ob arm oder reich – jeder sollte Zugang zu Wasser haben

Das “Recht auf Zugang zu sauberem Wasser” ist ein unveräußerliches Menschenrecht. Der Staat muss die Wasserversorgung für die gesamte Bevölkerung garantieren. Wasser darf keine Ware sein. Wenn private Unternehmen die Wasserversorgung übernehmen, steigen die Preise und die Qualität wird schlechter. Das beste Beispiel ist die bolivianische Stadt Cochabamba, in der eine Wasserprivatisierung dermaßen hohe Preissteigerungen mit sich brachte, dass die Armen sich erhoben (die “Wasserschlacht” von 2000), bis die Privatisierung rückgängig gemacht wurde. So lauten zusammengefasst die Mythen der linken “Wasser ist ein Menschenrecht”-Aktivisten.

Aber was steckt dahinter? Wenn man sich die Fakten anschaut – recht wenig. In Deutschland funktioniert die Wasserversorgung recht gut, so dass dieses Thema nicht unbedingt an erster Stelle stehen muss, wenn es um Reformen geht. Aber weltweit gesehen stellt die Wasserversorgung noch immer ein großes Problem dar. Mehr als 1 Milliarde Menschen haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Aber die “Wasser ist ein Menschenrecht”-Aktivisten haben keine Lösungen für dieses Problem anzubieten, sondern nur anti-kapitalistische Rhetorik und Hysterie (so hat die EU nie geplant, die Wasserversorgung zu privatisieren, und trotzdem gab es 1 Million Unterschriften dagegen).

Beginnen wir zuerst mit der Frage, ob Wasser ein “Menschenrecht” ist. Die Antwort auf diese Frage hängt davon ab, was man unter einem Recht versteht. Die “Wasser ist ein Menschenrecht”-Aktivisten verstehen darunter offenbar, dass der Staat die Wasserversorgung übernimmt. Warum? Weil sie glauben, dass niemand, also auch nicht private Unternehmen, Geld mit einer so wichtigen Ware verdienen sollen und für alle Menschen Wasser kostenlos zur Verfügung stehen muss. Das Problem an der Sache ist, dass die Linken unter “kostenlos” etwas anderes verstehen als ich. Für die Linken ist etwas “kostenlos”, wenn der Steuerzahler die Kosten übernimmt, für mich ist etwas kostenlos, wenn keine Kosten anfallen.

Wer baut die Wasserleitungen? Wer macht das Wasser trinkbar? Andere Menschen, die dafür bezahlt werden. Wer behauptet, dass Wasser keine Ware sein darf und allen Menschen kostenlos zur Verfügung stehen muss, belügt sich selbst: Natürlich ist Wasser eine Ware, denn die Wasserversorger arbeiten nicht umsonst, und natürlich steht sie nicht kostenlos zur Verfügung, denn die Steuerzahler haben sehr wohl Kosten zu tragen. Die Frage ist also nicht, ob es Kosten geben soll, sondern, wer sie übernimmt. Gerade in den Ländern der Dritten Welt, in denen fast immer die Regierung die Wasserversorgung in der Hand hat, hat sich gezeigt, dass private Unternehmen sie Lage verbessern können. Den Rest des Beitrags lesen »


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